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Profis Donnerstag, 14.02.2019

"Meine Erinnerungen an ..." mit Virgil Misidjan

Foto: fcn.de

Mit seinen 25 Jahren hat Virgil Misidjan schon einiges erlebt. Aufgewachsen in der niederländischen Gemeinde Tilburg, wo sich damals schon viel um den Fußball drehte, wagte "Vura" mit gerade mal 20 den Schritt ins osteuropäische Bulgarien. Mit Ludogorets Razgrad feierte Misidjan acht Titelgewinne und traf in zwei besonderen Spielen sogar auf Cristiano Ronaldo, ehe der Schritt nach Deutschland folgte. In Nürnberg angekommen, konfrontierten die neuen Teamkollegen den Niederländer humorvoll mit seiner Liebe zu Parfum. An all dies und noch viel mehr erinnert sich Virgil Misidjan in der fcn.de-Serie.

Virgil Misidjan - Meine Erinnerungen an ...

... meinen ersten Kontakt mit dem Fußball: "Ich bin mit dem Fußball aufgewachsen. Mein Vater war sehr gut, auch mein Bruder war schon früh ein guter Spieler. Um mich herum hatten immer alle mit Fußball zu tun, mit fünf Jahren habe ich dann angefangen. Wir haben viel Straßenfußball gespielt, immer mit Freunden und der Familie. Ich war damals schon auffällig schnell und habe viele Tore geschossen. Dadurch landete ich auch auf dem Radar von Willem II."

... meine Schulzeit: "Auch in der Schulzeit hat sich viel um den Fußball gedreht, wir haben in jeder Pause und nach Schulschluss gespielt. Abends haben wir schon Teams für den nächsten Tag geplant. Wir haben aber auch anständig gelernt, ich bin wirklich gerne zur Schule gegangen."

... die Zeit in der Fußballakademie von Willem II: "Durch die Nähe zu meinem Wohnort konnte ich immer zuhause schlafen. Nach der Schule ging es kurz heim zum Essen, anschließend zum Training. Das war schon eine intensive und stressige Zeit, vor allem während ich auf der weiterführenden Schule war. Da ging es morgens zum Unterricht, dann zum Training, dann zurück zur Schule und abends wieder zum Training."

... mein Debüt für die Junioren-Nationalmannschaft: "Als ich von der Nominierung erfahren habe, habe ich mich sehr gefreut. Das war für die U20 der Niederlande, eine große Ehre für mich. Ich hatte meine Momente im Spiel und war zufrieden mit meinem Debüt."

Misidjan vs. Ronaldo

... mein Profidebüt bei Willem II: "Ich kam damals zehn Minuten vor Schluss ins Spiel, wir lagen 0:1 hinten und haben am Ende auch verloren. Trotzdem war es ein schöner Moment. Seitdem war ich Stammspieler, gab viele Assists und schoss auch einige Tore."

... meinen Auszug ins Ausland: "Der erste Monat war schon sehr schwierig im neuen Land. Ich hatte oft den Moment, dass ich wieder nach Hause wollte. Meine Mutter hat aber gesagt: 'Nein, du kannst nicht zurückkommen, das ist das, was du wolltest. Du musst deine Entscheidung durchziehen.' Mit dem Beginn der Pflichtspiele wurde es dann besser. Ich hatte fünf sehr gute Jahre in Bulgarien. Auch wenn das Land nicht der idealste Schritt für einen Fußballer ist, hat es mir doch sehr geholfen. Vor allem durch die Spiele in der Europa- und der Champions League habe ich mich gut weiterentwickelt, auch die Spiele gegen Real Madrid und Cristiano Ronaldo waren absolute Highlights."

... meine erste Meisterschaft mit Ludogorets: "Das war eine tolle Saison. Wir haben guten Fußball gespielt, waren in der Europa League in der Runde der letzten 16. Am Ende gewannen wir die Meisterschaft, den Pokal und den Super-Cup - ein sehr erfolgreiches Jahr."

Traum-Frau und Traum-Debüt

... meinen ersten Tag beim FCN: "Der allererste Tag war sehr witzig. Ich liebe Parfum, ich trage auch jetzt welches, wie ihr riecht (lacht). An meinem ersten Tag hatte ich wohl etwas zu viel drauf, zumindest haben mich viele meiner neuen Mitspieler gefragt, ob ich in Parfum gebadet habe. Viele haben Witze gemacht, ich habe viel gelacht."

... das Bremer Weser-Stadion: "Mein erstes Spiel in der Bundesliga, da wurde ein Traum Realität. Schon im Bus war ich positiv angespannt. Direkt nach meiner Einwechslung habe ich ein Tor geschossen, das konnte ich einfach nicht glauben. Beim Jubel an der Eckfahne hatte ich dann kurz Angst, plattgedrückt zu werden (lacht). Irgendwann habe ich dann realisiert, dass das kein Traum, sondern die Realität war. Ich verrate euch aber mal was: Schon vor dem Spiel hatte ich das Gefühl, dass so ein Moment kommen würde - und er kam ja auch (grinst)."

... meinen Spitznamen "Vura": "Meine Freunde nennen mich so, das ist eine Abkürzung von Virgil mit einem "A" dran. Das ist in Holland so üblich. In Bulgarien trug ich den Spitznamen auch auf meinem Trikot, zusammen mit meinem Geburtsjahr "93". Das wollte ich auch hier in Nürnberg machen, in der Bundesliga darf die Nummer aber nicht höher als 40 sein und der gedruckte Name muss im Pass stehen.

... das Kennenlernen meiner Frau: "Das ist schon lange her. Ich habe sie auf einem Fest kennengelernt, da war ich 17 und sie 16. Sie lief an mir vorbei und ich dachte nur 'Wow, wer ist das denn? Die muss ich kennenlernen!' Also sprach ich sie an, wir hatten ein nettes Gespräch. So hat alles angefangen."

... meinen schönsten Moment: "Abseits des Fußballs war das eindeutig die Geburt meines Kindes. Spontan fällt mir ansonsten mein letztes Spiel in Ludogorets vor dem Wechsel nach Nürnberg ein, da schoss ich in der Europa-League-Qualifikation ein Tor und bereitete ein weiteres vor. Somit konnte ich dem Team nochmal helfen, ein schöner Abschluss. Und hier in Nürnberg sofort mit einem Tor zu starten war ebenfalls ein sehr schöner Moment."

Weitere Teile der fcn.de-Serie:

"Meine Erinnerungen an ..." mit Fabian Bredlow

"Meine Erinnerungen an ..." mit Ondrej Petrak