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Profis Sonntag, 02.12.2018

"Meine Erinnerungen an ..." mit Fabian Bredlow

Foto: DFL

Von der Schule auf den Bolzplatz oder zum Fußballtraining: der Fußball hat die Kindheit von Fabian Bredlow maßgeblich geprägt. Über Berlin ging es nach Leipzig, Österreich und schließlich zum Club, wo ihm direkt am ersten Tag Tim Leibold und Sebastian Kerk einen Streich spielten. Woran erinnert sich die Nummer Eins des FCN gerne, was war eher traurig und emotional? In der neuen fcn.de-Serie nimmt uns der Torhüter mit in seine ganz persönliche Vergangenheit.

Fabian Bredlow - Meine Erinnerungen an ...

... meinen ersten Kontakt mit dem Fußball: "Das muss im Kindergarten gewesen sein, damals habe ich immer mit den Jungs gekickt. Mit einem Kumpel von damals, mit dem ich noch heute befreundet bin, habe ich dann im Verein beim Lichtenrader BC 25 Berlin angefangen."

… meine Kindheit in Berlin: "Ich habe eine schöne Kindheit gehabt, weil ich nicht mit Smartphones und dem Zeug groß geworden bin. Ich war viel draußen. Nicht weit weg von unserer Wohnung waren die Schule und ein Bolzplatz. Dementsprechend sah mein Tag immer so aus, dass ich nach der Schule zum Training oder zum Bolzplatz bin."

... meine Zeit beim FC Hertha 03 Zehlendorf: "Ich habe da viele coole Jungs kennengelernt. Ich bin damals zur U16 hingekommen. Der Trainer von damals ist auch heute noch ein guter Freund von mir. Aus der Regionalliga sind wir in die Bundesliga aufgestiegen, danach sang- und klanglos wieder abgestiegen (lacht). Aber das war trotzdem eine gute Erfahrung, gegen die ganzen Bundesliga-Vereine und ihre NLZ's zu spielen."

… mein Auszug aus dem Elternhaus: "Das war sehr traurig. Meine Eltern haben mir eine Überraschungsparty mit allen Freunden und der Familie geschmissen. Am nächsten Tag sind wir nach Leipzig gefahren. Als mich meine Eltern beim Internat abgesetzt haben, habe ich ihnen ein bisschen die kalte Schulter gezeigt, weil ich ihnen nicht zeigen wollte, dass ich insgeheim sehr traurig war. Als sie dann losgefahren sind habe ich das schon direkt bereut. Ich war 17, als ich nach Leipzig bin, aber rückblickend ist das auch eine Erfahrung, die mich sehr geprägt hat. Nicht alle Menschen haben die Möglichkeit, so früh zu sich selbst zu finden und Eigenverantwortung zu übernehmen.

  • Die ersten Schritte im Profifußball

... mein erstes Profi-Spiel: "Da war ich noch U19-Spieler und durfte für die Profi-Mannschaft von Leipzig im Landespokal spielen. Zu dem Zeitpunkt war Leipzig noch in der 3. Liga, da hat Zorniger mir die Chance gegeben. Wir haben 4:0 gewonnen, es war ein gutes Spiel. Einzige Ausnahme: Ich habe in der zehnten Minute einen Pferdekuss bekommen und die letzten 80 Minuten Schmerzen im Oberschenkel (lacht)."

… mein Jahr in Österreich: "Grundsätzlich ist Salzburg eine sehr schöne Stadt. Ich habe eine gute Zeit gehabt, den Gewinn der Meisterschaft und des Pokals miterlebt. Das waren meine ersten Schritte im Profifußball, auch wegen der Spielpraxis beim FC Liefering. In Österreich habe ich auch meinen Hund Buddy bekommen, also werde ich das Land immer in guter Erinnerung behalten."

... mein Länderspiel-Debüt: "Ich werde nie vergessen, dass ich vor dem ersten Spiel in der Kabine ziemlich nervös war. Das war in Frankreich. Joshua Kimmich kam da zu mir und meinte, ich solle mir keinen Kopf machen. Er meinte das erste Länderspiel sei immer eines der besten. Wir haben dann relativ zeitnah einen Elfmeter gegen uns kassiert, danach noch ein Tor. Am Ende ging es auf einem sehr schlechten Rasen 2:2 aus. Eine coole Erfahrung, die ich in meinem Leben nicht mehr vergessen werde."

  • Ärger mit Kempe, Gänsehaut beim Aufstieg

... mein erster Tag beim Club: "Ich war natürlich aufgeregt. Ich kam aus der 3. Liga, hatte dementsprechend auch Respekt vor den Spielern, die schon viel Erfahrung in der 2. Bundesliga gesammelt hatten. Ich kannte so gut wie gar keinen. Diese Anspannung ist dann aber relativ schnell verflogen. Ich bin auf den Parkplatz gefahren, Leibe und Kerki waren vor mir und haben mir direkt gesagt wo ich parken konnte. Später habe ich erfahren, dass ich auf dem falschen Parkplatz stand und habe direkt einen Anraunzer von Tobias Kempe bekommen. Ansonsten war es ein cooler Tag, abgesehen davon, dass wir einen Laktattest laufen mussten (lacht)."

... den Aufstieg 2018: "Da kriege ich direkt Gänsehaut und viele positive Erinnerungen. Als Sportler erreicht man sowas nicht oft. Wir hatten letztes Jahr eine coole Truppe. Dadurch, dass wir so eng verwurzelt waren, war der Moment noch intimer. Jeder hat sich für den anderen mitgefreut, niemand dachte 'Jetzt habe ICH es endlich in die Bundesliga geschafft.' Die Feier mit den Fans, das war einfach unglaublich. Wenn ich ein Wort dazu sagen würde, dann wäre es „Gänsehaut“.

… meinen besten Mitspieler: "Abgesehen von den Jungs, mit denen ich hier spiele, war das Joshua Kimmich. Der zählt zu den besten deutschen Spielern, auch als Typ ist er damals schon Weltklasse gewesen. Er war sehr fleißig, mit ihm konnte man sich auch neben dem Platz sehr gut unterhalten.

  • "Viele schöne Momente, vor allem mit der Familie"

… meine erste Begegnung mit meiner Freundin: "Das war über meinen besten Freund, er kannte sie. Wir sind dann mit ihr und einer anderen Freundin in eine Diskothek gefahren. Wir haben uns dann davor im Auto kennengelernt. Ich war Fahrer, habe also keinen Alkohol getrunken – ganz wichtig zu erwähnen (lacht). Das war vor ziemlich genau fünf Jahren."

… meinen schönsten Urlaub: "Ich habe Gott sei Dank erst einen Urlaub gehabt, bei dem ich aufgrund des Hotels mit Freunden ins Klo gegriffen habe. Ansonsten habe ich habe einige Urlaube mit der Familie in den USA oder Dänemark verbracht oder bin schon viel mit meiner Freundin verreist."

… mein erstes Tattoo: "Da war ich Spieler in Salzburg. Meine Eltern und mein Bruder haben sich früher schon tätowieren lassen, ich konnte aber nie wegen des Trainings. Da war ich natürlich sehr eifersüchtig. In der Winterpause 14/15 habe ich dann mein erstes Tattoo - einen Engel - gemacht."

… den schönsten Moment abseits des Fußballs: "Ich habe viele schöne Momente, vor allem wenn ich meine Familie sehe. Das ist immer die Kehrseite der Medaille, denn wenn man viel unterwegs ist und in einer anderen Stadt lebt, kommt das nicht oft vor. Deswegen freue mich auch schon sehr auf Weihnachten. Ein schöner Moment ist aber auch, wenn ich mit meiner Freundin und den Hunden im Wald bin, wenn es ganz ruhig ist, wir uns unterhalten und lachen und die Hunde nach den Stöckern jagen."