Profis Sonntag, 18.04.2021

Mats Möller-Daehli im Interview: "Das war wirklich total verrückt"

Fotos: Sportfoto Zink

"In Ordnung" seien seine ersten Auftritte im Club-Dress gewesen, findet Mats Möller-Daehli, geht aber dennoch ehrgeizig in den Rest der Saison: "Mein Gefühl ist aber, dass ich besser spielen kann. Ich arbeite daran, in den entscheidenden Momenten noch mehr Selbstvertrauen und Aktionen zu haben." Im zweiten Interview-Teil mit fcn.de blickt Mats auf seine Zeit in Manchester, eine kuriose Begegnung mit Fußball-Legende David Beckham und auf sein außergewöhnliches Hobby, in dem er sich regelmäßig mit einem Fürther Landsmann duelliert.

Im ersten Teil des Interviews mit fcn.de sprach Mats Möller-Daehli über seine Anfangszeit in Nürnberg, wie er sich in der Stadt und dem Verein eingelebt hat und wie die ersten Partien für ihn waren.

fcn.de: Auf deiner Instagram-Seite haben wir ein Bild von dir als Kind gefunden, wie du ein Autogramm von David Beckham bekommst. Wie kam es damals dazu?

Mats Möller-Daehli: Eine verrückte Geschichte! Das war mein erstes Fußballspiel in einem Stadion. Mein Vater war Journalist und hat mit den anderen Journalisten darauf gewartet, nach dem Spiel mit David Beckham zu sprechen. Ich war damals schon Fan von Manchester United und habe mit hunderten von Fans und meiner Mama auch auf Beckham gewartet. Er kam dann mit dem Auto rausgefahren und fuhr an den Journalisten und meinem Vater vorbei. Dann hielt er an und hat ausgerechnet mich aus den ungefähr 300 Fans ausgewählt. Ein Ordner kam, hat mich zum Auto gebracht. Ich durfte mir ein Autogramm holen und ein Foto machen. Danach fuhr er weg, ohne mit jemandem zu sprechen. Das war wirklich total verrückt, dass ausgerechnet ich Fünfjähriger ausgewählt wurde.

fcn.de: Verrückt dann ja auch, dass du elf Jahre später ausgerechnet in die Jugend-Akademie von Manchester United gewechselt bist!

Mats Möller-Daehli: Genau, ich habe drei Jahre für Manchester United gespielt. Ich habe so viel erlebt. Das waren drei interessante und schöne Jahre. Am Ende musste ich mich dann entscheiden, dort zu bleiben, für die Reserve zu spielen und auf die vielleicht eine Chance zu warten oder einen anderen Schritt zu gehen. Das war eine schwierige Entscheidung, von Manchester dann wieder nach Norwegen zu wechseln. Danach ging es nach Cardiff, ich bin dann also einen anderen Weg gegangen. Aber die drei Jahre in Manchester waren sehr schön.  

fcn.de: Wie war das damals mit gerade einmal 16 Jahren aus deiner Geburtsstadt wegzuziehen, hin in ein fremdes Land und dann zu so einem Weltverein?

Mats Möller-Daehli: Es war schwierig und nicht so einfach. Du hast deine Familie und Freunde nicht da. Du trainierst jeden Tag, lernst neue Trainer und eine neue Kultur kennen. Es war aber trotzdem so wichtig für meine Entwicklung und meinen Kopf. Ich habe viel gelernt, das hat mich mental stärker gemacht.

fcn.de: Du hast vorhin angesprochen, dass du oft mit deiner Freundin spazieren gehst. Gibt es ansonsten ein Hobby, mit du deine Zeit verbringst, wenn mal kein Fußball ansteht?

Mats Möller-Daehli: Ich spiele viel Schach. Einer meiner besten Freunde spielt für Greuther Fürth, Havard Nielsen kenne ich seit zehn Jahren. Wir haben jetzt schon ein paar Mal gegeneinander Schach gespielt. Ich würde sagen er ist sehr gut und ich bin ganz okay. Er gewinnt öfter. (lacht)

fcn.de: Ein tatsächlich eher ungewöhnliches Hobby. Wie kamst du dazu?

Mats Möller-Daehli: Der beste Schachspieler der Welt, Magnus Carlsen, ist Norweger. Ich kenne ihn auch ein bisschen. Ich habe ihn ein paar Mal getroffen, seitdem bin ich davon fasziniert und spiele es oft. Das ist auch eine gute Möglichkeit, Ruhe zu bekommen.

fcn.de: Vor allem kommt es beim Schach auf eine gute Strategie und den Kopf an. Etwas, das du auch auf den Fußball projizierst?

Mats Möller-Daehli: Wenn ich ein Spiel anschaue, dann auf alle Fälle viel mit dem Kopf. Auf dem Platz versuche ich hingegen, nicht zu viel zu denken und auf meinen Instinkt zu hören, dann spiele ich besser. Neben dem Schach mache ich aber auch nicht so viel. Ich versuche in den ruhigen Phasen zu relaxen und mich auf Trainingseinheiten und die wichtigen Spiele vorzubereiten. Im Sommer fahre ich aber zu meinem Haus in den Norden Norwegens, dort angle ich dann und gehe gerne in die Berge. Das ist sehr schön, dort schalte ich ab. Bis dahin fokussiere ich mich aber voll und ganz auf die nächsten Wochen mit dem Club.

fcn.de: Das klingt nach einem guten Plan. Danke dir für das Interview, Mats, und viel Erfolg für die restliche Saison!

instagram.com/matsdaehli95/

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