Profis Mittwoch, 16.02.2022

Mario Suver im Porträt: Fleißiger Arbeiter mit offensiven Wurzeln

Fotos: Sportfoto Zink / privat

Seit 2019 trägt Mario Suver das Club-Wappen auf der Brust. Über die U21 schaffte der gebürtige Stuttgarter den Sprung zu unseren Profis, für die er in dieser Spielzeit bereits acht Einsätze in der Abwehr absolvierte. Mario weiß: „Ich bin nicht das größte Talent.“ Umso härter arbeitet unser Innenverteidiger, um seinen Traum vom Profifußballer zu leben.

Cristiano Ronaldo, Giorgio Chiellini, Mario Mandzukic: Wenn man Mario Suver am Abend des 19.05.2019 auf dem Rasen des Turiner Allianz-Stadiums beobachtet hätte, einem wären vermutlich große Augen und ein offener Mund aufgefallen. Juventus Turin hatte gerade mit einem 1:1 gegen Atalanta Bergamo die italienische Meisterschaft perfekt gemacht – und zu den Feierlichkeiten auf dem Rasen versammelten sich nicht nur Mannschaft und Trainerteam der „Alten Dame“, sondern eben auch ein gewisser Mario Suver.

„Da kriege ich noch heute Gänsehaut, wenn ich darüber nachdenke“, erzählt Mario fast drei Jahre später. „Mein Idol Giorgio Chiellini live zu sehen, auch Cristiano Ronaldo direkt auf dem Rasen … Das war eine der brutalsten Dinge, die ich bislang erlebt habe“, erinnert er sich. Ein Selfie mit dem angesprochenen Idol sowie seinem kroatischen Landsmann und Namensvetter Mario Mandzukic hielten den Moment fest.

„Das war die schönste Zeit“

Ermöglicht hatte ihm dieses Erlebnis Denny Khedira, Bruder des damaligen Juve-Spielers Sami Khedira. „Dafür bin ich ihm bis heute von Herzen dankbar.“ Kennen und schätzen gelernt haben sich die beiden in Stuttgart, wo Mario seine fußballerischen Grundsteine legte. In der SpVgg des Stuttgarter Stadtbezirkes Feuerbach trat Mario im Alter von sieben Jahren erstmals in einem Verein gegen das Leder. „Das war die schönste Zeit“, schwelgt er heute. „Man kickt als kleiner Junge und lernt die Freude am Fußball kennen. In der Phase findet man sich selber, macht seine Tricks und sammelt die ersten Berührungen mit dem Ball, ganz ohne Druck.“

Heute ist Mario Suver hauptsächlich dafür zuständig, dass seine Mannschaft möglichst wenig Gegentore kassiert. Damals war der technisch versierte Junge allerdings noch als Stürmer aktiv. Und obwohl er nie in DFB-Stützpunkten oder bei Auswahlmannschaften auf sich aufmerksam machte, verpflichteten die Stuttgarter Kickers ihn Jahre später für die U15.

Vom Stürmer zum Innenverteidiger

Bei den Kickers angekommen ging es für Mario von Position zu Position defensiver. „Ich kam als Stürmer, wurde aber manchmal auch als Zehner eingesetzt. Dann bin ich aber sehr schnell gewachsen und habe dadurch an Tempo verloren.“ Sein damaliger Trainer Andreas Weise meinte dann: „Wenn du Zehner spielen kannst, kannst du auch Sechser spielen“, erinnert sich Mario. „Eines Tages hat sich dann bei einem Testspiel unser Innenverteidiger verletzt. Ich habe ihn dort ersetzt und das ganz gut gemacht, seitdem bin ich Innenverteidiger geblieben.“

In den folgenden Jahren durchlief der mittlerweile 1,86 Meter große Suver die Jugendteams und schaffte schließlich den Sprung in die Regionalliga-Mannschaft. „Ich durfte da früh alle Spiele machen. Ich habe mit 17 Jahren das Vertrauen bekommen, das war in so einer Situation nicht selbstverständlich“, sagt Mario heute und meint damit letztendlich auch den Abstieg seiner Kickers in die Oberliga. „Im Sommer 2018 hatte ich dann den Wunsch, weiter Regionalliga zu spielen und den nächsten Step zu machen.“ Das ermöglichte ihm schließlich der VfB Stuttgart.

Mario Suver: Ein Arbeiter

Ein Jahr später, 2019, folgte letztlich der nächste und bislang letzte Wechsel, Mario schloss sich der U21 des 1. FC Nürnberg an. „Ich habe gemerkt, dass der Sprung zu den Profis schwer wird und habe für mich gesagt, dass ich irgendwo spielen möchte, wo ich die Option habe, mit meiner Arbeit, mit meinem Fleiß auch belohnt zu werden.“ Gespräche mit Marek Mintal, dem damaligen U21-Coach, und Dieter Nüssing bekräftigten Mario zu der Entscheidung. „Ich hatte direkt ein gutes, warmes Gefühl und konnte mir vorstellen, dass ich den Sprung zu den Profis hier schaffen könnte, wenn ich meine Leistung abrufe. Das beweist ja auch die Vereinsgeschichte, hier haben es viele Jungs geschafft, die Gas gegeben haben. Dafür ist Nürnberg bekannt.“

Gas geben, Arbeit, Fleiß: Im Gespräch lässt der Innenverteidiger oft diese und ähnliche Wörter fallen, mit denen er sich identifiziert. „Ich bin ein Arbeiter, der sehr viel trainiert und das auch gerne macht. Ich besitze nicht das größte Talent, lerne aber jeden Tag dazu.“ Die Entscheidung „Pro Nürnberg“ 2019: „Eine der besten. Ich bin sehr dankbar, dass mir der Verein dieses Vertrauen gegeben hat und ich hier die Chance bekomme, zu spielen.“

„Mein bisheriges Karrierehighlight“

Zum Ende der vergangenen Saison feierte der 22-Jährige dann sein Profi-Debüt, erfüllte sich einen Traum, den er bis dorthin träumte. „Ich bin so aufgewachsen, dass Fußball mein Leben war und ist. Als Kleiner hast du den Wunsch, die höchstmögliche Klasse zu spielen, dafür gibt man alles.“ Das Debüt im Hamburger Volksparkstadion „war mein bisheriges Karrierehighlight.“ Das weinrote Trikot mit der Nummer 41 das erste, das an der Wohnungswand von Mario hängt.

Das Debüt liegt hinter Mario, einen weiteren Traum hat er trotzdem noch. Zusammen mit seinem kleinen Bruder Jakov, der mit 19 Jahren aktuell in der U21 des VfB Stuttgart spielt, möchte er eines Tages gemeinsam verteidigen. „Irgendwann mal eine Innenverteidigung zu bilden wäre Wahnsinn.“


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