Profis Donnerstag, 21.10.2021

Lukas Schleimer: Ein Debüt "wie im Traum"

Foto: Sportfoto Zink

Diesen Tag wird Lukas Schleimer wohl nicht so schnell vergessen. „Es war ein geiles Gefühl“, erzählt er mit leuchtenden Augen, wenn man ihn auf sein Startelf-Debüt in Dresden anspricht. Der 21-Jährige durfte erstmals mit dem Club-Wappen auf der Brust gemeinsam mit seinen Teamkollegen in ein Zweitliga-Stadion einlaufen. „Überglücklich“, verrät Schleimer, sei er deswegen gewesen, was mitunter auch daran liegen könnte, dass bis vor wenigen Monaten nur sehr wenig auf Profi-Einsätze hindeutete, geschweige denn eine Startelf-Nominierung.

Lukas Schleimer hat vier abwechslungsreiche Jahre hinter sich. 2017 wechselte der gebürtige Trierer ins NachwuchsLeistungsZentrum des Club, schaffte über die U19 den Sprung in die U21-Regionalliga-Mannschaft. 2020/21, als es für Lukas Schleimer mit 19 Scorerpunkten in 20 Partien besonders gut lief, machte ihm Corona zunächst einen Strich durch die Torejagd. Der Spielbetrieb ruhte in den Regionalligen, im Sommer wechselte er leihweise in die 3. Liga zum 1. FC Saarbrücken. An seine starke Scorer-Quote anknüpfen konnte er dort aber nicht, auch, weil „ich eher auf der Acht eingesetzt wurde, im hinteren Drittel. Ich agiere lieber weiter vorne hinter den Spitzen.“

Nach nur 13 Einsätzen und zwei Vorlagen kehrte Schleimer im Sommer wieder zurück nach Nürnberg. „Ich habe es hingenommen, dass ich bei der U21 anfange“, erzählt Schleimer. Sein Rezept für die anschließenden Monate: „Ich habe da jeden Tag Gas gegeben und auf meine Chance gelauert.“ Das bewies der 21-Jährige gleich zu Saisonbeginn: zwei Tore und zwei Vorlagen steuerte er allein an den ersten drei Regionalliga-Spieltagen bei und machte so wieder auf sich aufmerksam. Cheftrainer Robert Klauß ließ ihn folgerichtig bei den Profis mittrainieren und nominierte Schleimer erstmals zum siebten Zweitliga-Spieltag in den Kader.

„Davon träumt jedes Kind“

Die Nominierung an sich: für Schleimer schon ein Highlight. Was dann aber folgte, war „wie im Traum. Das war der schönste Moment in meiner Karriere“, berichtet Schleimer, und meint damit nicht nur seine Einwechslung im Max-Morlock-Stadion, sondern vor allem das, was keine 120 Sekunden später folgte. Eine präzise Flanke von Schleimer, ein eiskalter Abschluss von Shuranov, der Siegtreffer gegen Hansa Rostock. „Davon träumt jedes Kind. Dass es so geklappt hat, war überragend.“

Der nächste Höhepunkt nun die Startelf-Premiere in Dresden. Weil Dovedan gesperrt und Borkowski verletzt fehlten, witterte Schleimer seine (kleine) Chance. „Na klar macht man sich ein bisschen Hoffnung, aber ich gehe da immer mit Demut ran.“ Sein Credo: „Ich sage mir immer: ‚Wenn es kommt, dann kommt es so und dann gebe ich 100 Prozent Gas und will zeigen, dass ich es draufhabe‘.“ In Dresden kam es so.

"Ein guter Anfang"

Sein persönliches Leistungsfazit: „Es war ein schweres Spiel mit hohen Zweikämpfen und vielen zweiten Bällen. Im Großen und Ganzen war ich mit meiner Leistung gegen den Ball zufrieden, mit dem Ball muss ich noch ein bisschen mutiger werden, mehr tiefe Läufe machen. Es war ein guter Anfang.“

Nach „Traum“-Vorlage und Startelf-Debüt will Schleimer jetzt aber weiterarbeiten, wie er es schon immer macht. Er weiß: „Darauf darf ich mich nicht ausruhen, sondern muss weiter Gas geben und das in jedem Training bestätigen.“


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