Leonhart-Fuchs-Mittelschule gewinnt den "Jenö Konrad-Cup" 2026
Mit einem Fußballturnier und der anschließenden Siegerehrung endete die achte Auflage des „Jenö Konrad-Cup – Fußball trifft auf Geschichte“ am Sportpark Valznerweiher. Gewinner ist nach 2022 erneut die Leonhart-Fuchs-Mittelschule aus Wemding im Donau-Ries. Der „Jenö Konrad-Cup“ in Gedenken an den ehemaligen jüdischen Club-Trainer Jenö Konrad wird seit 2018 ausgetragen. Veranstalter sind der 1. FC Nürnberg und der TSV Maccabi Nürnberg.
Die einigende Kraft des Fußballs ist gerade jetzt – in Zeiten, in denen die zunehmende Polarisierung und Radikalisierung der Debattenkultur sowie ein wachsender Antisemitismus unsere Demokratie gefährden – besonders gefragt. Auch der 1. FC Nürnberg will verbindend wirken und setzt sich deshalb seit vielen Jahren für Bewegung, Bildung und das Ehrenamt in der Region ein.
Leuchtturm unseres gesellschaftlichen Bildungs-Engagements ist der „Jenö Konrad-Cup – Fußball trifft auf Geschichte“. Über 500 Schülerinnen und Schüler spielten am Dienstag, 21.07.26, beim Abschlussfest des „Jenö Konrad-Cup“ Fußball am Club-Gelände, präsentierten ihre Projekte und setzten ein starkes Zeichen gegen Antisemitismus sowie für Demokratie, Frieden, Pluralität und Akzeptanz. Projekt- und Gesamtsieger ist die Leonhart-Fuchs-Mittelschule aus Wemding, die von der Jury die meisten Punkte für ihre Projektarbeit erhielt und beim Turnier erfolgreich war.
Comic setzt Maßstäbe
„Die Geschichte von Jenö Konrad – vom Talent zur Legende“ heißt der 20-seitige im Graphic Novel-Stil produzierte Comic, der das Leben des früheren Club-Trainers als eine Reise voller Träume, Erfolge und Herausforderungen nachzeichnet und zugleich Bezug zu Jugendlichen von heute herstellt. Dahinter steckt viel Arbeit: Die Schülerinnen und Schüler recherchierten akribisch Daten und Lebensstationen, entwickelten Geschichten und Charaktere und erstellten daraus ein aufwändiges Storyboard, das am Ende mit Hilfe von KI in einen Comic übersetzt wurde. Dieses Format gab es bei den eingereichten Projektenarbeiten bisher noch nie, weshalb der Club die Produktion in geringer Auflage prüfen lässt.
Auf Platz zwei im Projekt-Wettbewerb wählte die Jury das Gymnasium aus Eschenbach mit einem vierteiligen Projekt (Trikot für die Schulmannschaft, Memory-Spiel, Sticker für die Alltagskommunikation, Wandgestaltung im Schulgebäude). Platz drei belegte die Sabel-Realschule aus Nürnberg mit einem Folgeprojekt zum letztjährigen Siegervideo „Eva“. Interaktiv und erneut hochwertig produziert setzt sich der Clip mit Rassismus auseinander, der mit Sprache beginnt.
Starkes und sichtbares Zeichen für solidarische Gesellschaft
„Die Vielfalt, Kreativität und hohe Qualität der eingereichten Projekte haben uns erneut beeindruckt. Sie zeigen, wie engagiert sich die Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrkräften mit Jenö Konrad und dem Thema Antisemitismus auseinandergesetzt und Verantwortung für ein respektvolles Miteinander übernommen haben. Wir freuen uns sehr, damit erneut ein starkes und sichtbares Zeichen gegen Antisemitismus und für eine offene, solidarische Gesellschaft setzen zu können“, sagt Katharina Fritsch, Leiterin Community & Membership beim 1. FC Nürnberg und Mit-Initiatorin des Jenö Konrad-Cup.
Anatoli Djanatliev, Vorstandsvorsitzender von Maccabi Nürnberg und Vizepräsident von Makkabi Deutschland, sagt: „Auch in diesem Jahr haben sich die Schülerinnen und Schüler tolle und innovative Projektideen einfallen lassen. Das zeigt, dass der Jenö Konrad-Cup als Gesamtprojekt verinnerlicht wurde und jetzt auch durch die Projektphase stärker im Fokus steht."
Fußballturnier und Graffiti am Club-Gelände
Zum sportlichen Abschluss des „Jenö Konrad-Cup“ am Sportpark Valznerweiher spielten Teams aus Schülerinnen und Schülern unterschiedlicher Schulen gemeinsam Fußball. Die Teamnamen orientierten sich an den sportlichen Stationen Jenö Konrads. Alle, die nicht mitkicken wollten, konnten mit dem Künstler Tom Penkwitz von „Farbquartier" ein Graffiti mit dem Schlagwort „Zusammenhalt“ gestalten.
Wie in den vorangegangenen Jahren war die Biografie des ehemaligen jüdischen FCN-Trainers Jenö Konrad (1930 bis 1932) Ausgangspunkt beim Jenö Konrad-Cup für die Einarbeitung in das Thema Antisemitismus. Gleichzeitig widmeten sich die Schülerinnen und Schüler dem jüdischen Leben im Hier und Jetzt. Sie besuchten die Synagoge der Israelitischen Kultusgemeinde Nürnberg und trafen jüdische Jugendliche und nahmen an Führungen über das NS-Reichsparteitagsgelände teil. Dadurch blieb das Thema nicht nur auf die geschichtliche Betrachtung und Wissensvermittlung beschränkt.
Die Gesamtsieger (Projekt + Turnier) 2026:
1. Platz: Leonhart-Fuchs-Mittelschule aus Wemding
2. Platz: Platen Gymnasium aus Ansbach
3. Platz: Sabel Realschule aus Nürnberg
Der Club und Maccabi Nürnberg danken diesen Schulen für ihre Teilnahme: Wolfram-von-Eschenbach-Gymnasium (Schwabach), Sonderpädagogisches Förderzentrum (Nürnberg-Langwasser), Sonderpädagogisches Förderzentrum Jean-Paul-Platz (Nürnberg), Sabel Wirtschaftsschule (Nürnberg), Sabel Realschule (Nürnberg), Adalbert-Stifter-Mittelschule (Nürnberg), Georg-Ledebour-Mittelschule (Nürnberg), Mittelschule St. Leonhard (Nürnberg), Leonhart-Fuchs-Mittelschule (Wemding), Platen-Gymnasium (Ansbach), Johann-Steingruber-Realschule (Ansbach) und das Gymnasium Eschenbach (Eschenbach, Oberpfalz). Alle Schülerinnen und Schüler sowie betreuenden Lehrkräfte werden im Herbst zu einem Club-Heimspiel ins Max-Morlock-Stadion eingeladen.
Ein weiteres Dankeschön geht an die Jury, bestehend aus engagierten Persönlichkeiten, die die Schulprojekte gegen Antisemitismus mit ihrer Expertise bewertet haben: Daniela F. Eisenstein , (Direktorin Jüdisches Museum Franken – Fürth, Schnaittach und Schwabach), Victoria Hindelang (Referentin für Fanangelegenheiten bei der Bundesliga, Dr. Michaela Lissowsky (Direktorin des Human Rights Hub der Friedrich-Naumann-Stiftung), Prof. Dr. Anatoli Djanatliev (Vorstand Maccabi Nürnberg und Vizepräsident Verwaltung bei Makkabi Deutschland), Dieter Frey (Direktor ClubNachwuchs des 1. FC Nürnberg), Peter Meier (Aufsichtsratsvorsitzender des 1. FC Nürnberg), Bernd Siegler (Historiker des 1. FC Nürnberg), Arne Scholz (Bildungsreferent Makkabi Deutschland) und Dr. Henry Wahlig (Leiter Kultur- & Veranstaltungsprogramm, Deutsches Fußball Museum Dortmund).
Alle Projekte werden in Kürze auf der interaktiven Lern- und Rechercheplattform www.clubgeschichte.de präsentiert.