Profis Montag, 10.01.2022

Konstantin Rausch im Live-Talk: "Es kann nicht jeder Lionel Messi werden"

Foto: Sportfoto Zink

Hannover, Stuttgart, Darmstadt, Köln, Moskau – und jetzt Nürnberg: Konstantin Rausch ist einer der erfahrensten, wenn nicht sogar der erfahrenste Spieler in den Reihen unseres Club. Vergangene Woche war „Kocka“ zu Gast im Instagram-Live-Talk.

An vieles erinnern kann er sich nicht mehr, bevor Rausch mit seinen Eltern nach Deutschland zog. „Mit 13 Jahren war ich aber dann erstmals wieder in Russland. Es war extrem kalt. Da gibt’s viele alte Holzhäuser mit wenig Drumherum. Bis auf Schlittschuh fahren und Eishockey spielen, kannst du eigentlich auch nichts machen“, berichtete Rausch. 2018 zog es ihn dann erneut nach Russland, diesmal beruflich.

Drei Jahre war Rausch für den Erstligisten Dynamo Moskau aktiv. „Die russische Liga kann man gut mit der 2. Bundesliga vergleichen“, findet Rausch. „Es geht viel über Kraft, Ausdauer und Kampf im Spiel.“ Dass er in Russland geboren wurde und dann Jahre später für Moskau aktiv war, ist ein Punkt in seiner Karriere, „der im Nachhinein auch eine hohe Bedeutung für mich hat.“

Zweites Standbein: Immobilien

Den Anfang seiner Karriere erlebte Rausch bei Hannover 96. Unter Trainer Dieter Hecking feierte der Linksverteidiger mit gerade mal 18 Jahren sein Profi-Debüt. „Von meiner Seite aus wird es daher auch immer eine spezielle Verbindung zu Dieter Hecking geben“, verriet Rausch. „Damals war es noch gar nicht so üblich, so jung zu den Profis hochgezogen zu werden.“

Rausch ist ein Spieler, der über den oft zitierten Tellerrand hinausschaut. Mit einem Partner ist der 31-Jährige seit mehreren Jahren in der Immobilienbranche tätig. „Ich kann auch nur allen anderen empfehlen zu schauen, wie es nach der Karriere weitergehen könnte“, erklärte Rausch im Live-Talk. Er persönlich will nach seiner Laufbahn als Fußballer im Sport bleiben. „Ich habe mich schon ein bisschen mit unseren U-Mannschaften beschäftigt und von den Trainern gutes Feedback bekommen, dass den Jungs gefallen hat, was ich ihnen zu sagen hatte, wie ich mit ihnen trainiert habe und dass es mir wohl sehr gut liegt. Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich als Trainer oder Berater arbeiten möchte, da werde ich noch Erfahrungen sammeln.“

"Gebe mir viel Mühe, dass die Stimmung gut ist"

Auch für die jüngeren Mitspieler im Profi-Kader will Rausch stets Vorbild und Ansprechpartner sein. „Ich versuche oft zu helfen. Wenn mir Ältere etwas sagen, höre ich da auch drauf. Ich bin heutzutage froh, dass ich das damals mit 23 Jahren schon gemacht habe, beispielsweise mit meiner Immobilienfirma damals.“ Rauschs wichtiger Rat: „Heute ist es oft so, dass Spieler viele Klamotten haben müssen, Auto-Leasings und schicke Wohnungen. Aber man schaut nicht, was ist, wenn Tag X kommt. Es kann nicht jeder Lionel Messi werden und früh seine Schäfchen im Trockenen haben. Man sollte darauf achten, dass man für sein Leben danach gut aufgestellt ist, in die Zukunft gucken und clever sein. Das muss nicht wie bei mir etwas mit Immobilien sein. Man kann ja auch parallel ein Studium absolvieren, damit man für später gewappnet ist.“

Sportlich hat es für Rausch beim Club erst zu drei Kurzeinsätzen gereicht. Trotzdem ordnet er sich dem Erfolg der Mannschaft unter. „Ich gebe mir sehr viel Mühe, dass die Stimmung gut ist. Auch wenn es für einzelne Personen schwieriger ist, wenn sie weniger spielen. Es ist aber wichtig, dass die Stimmung im Großen und Ganzen hochgehalten wird, damit die Trainingsqualität nicht leidet und es in der Kabine nicht zu viele Raufereien gibt. Je mehr man sich hängen lässt und Stunk macht, desto schlechter ist es für einen.“

Hier gibt’s den Instagram-Live-Talk mit Konstantin Rausch im Relive!


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