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Profis Dienstag, 06.08.2019

Johannes Geis' Start beim Club: Stolz, selbstkritisch & voller Vorfreude

Am liebsten wäre er aufs Feld gelaufen und hätte mit angepackt. Als der Club am Montagabend gegen den Hamburger SV eine bittere Niederlage erlebte, saß Neuzugang Johannes Geis machtlos auf der Tribüne. Rund drei Stunden vor dem Anpfiff gab der 1. FC Nürnberg die Verpflichtung des Mittelfeldspielers offiziell bekannt, gegen den HSV wäre ein Einsatz aber natürlich zu früh gekommen. "Ich hätte gerne mitgeholfen", sagte Geis einen Tag später.

Er ist einer, der den Club künftig besser machen soll. Seine Vita zumindest klingt vielversprechend. Ehemaliger und vielfacher Junioren-Nationalspieler, aktiv gewesen für Teams wie Schalke 04 und FC Sevilla, Erfahrungen im Europapokal gesammelt – und das mit gerade mal 25 Jahren. „Darauf bin ich gewissermaßen stolz“, blickt Geis auf seine bisherige Karriere zurück.

Der Blondschopf, der zuletzt beim 1. FC Köln aktiv war, blickt aber auch selbstkritisch auf die letzten Jahre. „Ich hatte eine kleine Delle in der Karriere. Ein Grund könnten die vielen Trainerwechsel gewesen sein. Der eine findet dich cool, der andere weniger. Das soll aber keine Ausrede sein, ich hätte bestimmte Dinge auch anders machen können“, äußerte sich Geis, der sich bewusst für den FCN entschied. „Ich bin in einem Alter, wo Spielpraxis sehr wichtig ist. Der FCN hat mir einen Weg aufgezeigt, wo es auch für mich wieder bergauf gehen kann, sofern die Leistung passt.“

Einsatz am Freitag? "Wir schauen mal"

Ein Faktor war auch der Cheftrainer Damir Canadi, wie Geis berichtete. „Vor allem der Trainer hat sich sehr um mich bemüht. Das war mir enorm wichtig. Ich hatte viele Gespräche mit anderen Vereinen, aber hier hat mich der Trainer überzeugt. Er hat viel mit mir gesprochen, mir erzählt, was er mit mir vorhat. Das Projekt hat mich einfach gepackt.“

Am Dienstagvormittag stand Geis bereits mit den Reservekräften des HSV-Duells auf dem Trainingsplatz, lernte zuvor die Mannschaft kennen und beobachtete auch die Videoanalyse. „Ich habe es vermisst, auf dem Platz zu stehen und Teil einer Mannschaft zu sein. Deswegen bin ich jetzt umso glücklicher, dass es losgeht.“ Ob es bereits für einen Einsatz am Freitag im Pokal reichen wird, entscheidet sich kurzfristig. „Es wird sicherlich noch etwas dauern, bis ich bei 100 Prozent bin. Das wird dann aber auch über die Einsätze kommen. Im Sommer habe ich zweimal am Tag trainiert, bin körperlich gut gebaut und hatte bislang wenige Verletzungen. Wir schauen mal, wie die Muskulatur jetzt mitspielt.“

Früher Fürth, heute Club

Ob mit oder ohne Geis, den Club erwartet am Freitag ein packendes Pokalduell, dessen ist sich der ehemalige Schalker bewusst. „Ingolstadt ist sehr gut gestartet in die 3. Liga. Das ist eine robuste Mannschaft. Das wird ein intensives Spiel, in dem wir an die Grenzen gehen müssen.“

Einer Frage musste sich Geis in seiner ersten Medienrunde dann natürlich auch noch stellen: der nach seiner grün-weißen Vergangenheit. Doch auch beantwortete Geis so cool, wie ihn der Club künftig hoffentlich im Mittelfeld erleben wird. Dankbar sei er für die Zeit in Fürth, die er mit seinem Profidebüt als bislang wichtigsten Karriereschritt ansieht. „Das ist aber inzwischen sechs Jahre her. Jetzt bin ich beim Club und will das Bestmögliche geben.“