Joel Skowronek: „Es ist für jeden wichtig, dieses Duell zu gewinnen“
Seit fast einem Jahrzehnt geht U23-Angreifer Joel Skowronek mittlerweile für die Nachwuchsteams des 1. FC Nürnberg auf Torejagd und hat dabei schon etliche Frankenderbys erlebt. Über die Bedeutung der Partie, seine besten Erinnerungen und die anstehende Begegnung spricht er hier auf fcn.de.
Seit geraumer Zeit ist die U23 zurück an der Tabellenspitze, musste dafür jedoch nach dem Topspiel-Erfolg gegen die Kickers eine kurze Durststrecke überstehen. „Wir sind zunächst gut in das neue Pflichtspieljahr gestartet und haben einen wichtigen Sieg gegen Würzburg eingefahren“, erinnert sich Club-Angreifer Joel Skowronek an die erste Begegnung nach der Winterpause.
Danach folgten für den kleinen Club jedoch zwei Dämpfer mit Niederlagen gegen die SpVgg Ansbach und die SpVgg Unterhaching, doch für Skowronek war das kein Grund zur Sorge. „Das passiert leider, aber das gehört auch dazu. Ansbach ist ein sehr ekliger Gegner und Unterhaching hat definitiv eine hohe Qualität“, sagt der Stürmer, schiebt aber prompt hinterher: „Uns als Mannschaft war aber auch sofort klar, dass wir jetzt wieder angreifen müssen.“
Vom Joker zur Stammkraft: „Ich musste mir das hart erarbeiten“
Das gelang der Mannschaft von Cheftrainer Andreas Wolf auch, denn die Rot-Schwarzen ließen prompt drei Siege über die DJK Vilzing (1:0), den FC Augsburg II (1:0) und den TSV Aubstadt (1:0) folgen. Dabei spielte auch Joel Skowronek eine tragende Rolle, denn der Angreifer erzielte beim Auftaktsieg über Würzburg und beim Auswärtssieg im Rosenaustadion den entscheidenden 1:0-Siegtreffer.
Nachdem das Eigengewächs zu Saisonbeginn noch häufig als Joker ins Spiel kam, stand er in den vergangenen Spielen in der Startelf. „Ich musste mir das natürlich hart erarbeiten, dass ich jetzt dort stehe, wo ich stehe. Ich bin aber umso glücklicher, dass ich der Mannschaft mit meinen Toren helfen und wir wichtige Punkte einfahren konnten“, sagt der gebürtige Nürnberger über die letzten Wochen.
Eine besondere Partie: „Man will beweisen, dass man die Nummer eins in Franken ist“
Auch im Hinblick auf das anstehende Duell mit der Zweitvertretung der SpVgg Greuther Fürth II ist Skowronek schon voller Vorfreude. Seit fast einem Jahrzehnt macht sich der mittlerweile 20-Jährige auf den Weg an den Valznerweiher und streift sich das rot-schwarze Trikot über. Deshalb ist ihm die Bedeutung des fränkischen Duells auch bewusst: „Ich habe schon sehr oft gegen Fürth gespielt und dabei auch schon sehr oft gewonnen. Es ist für jeden Jugendspieler wichtig den Sieg nach Nürnberg zu holen. Man will einfach beweisen, dass man die Nummer eins in Franken ist“, sagt er motiviert.
Auch an sein erstes Derby in der U12 im Clubtrikot kann sich der Mittelstürmer noch erinnern: „Das habe ich noch ganz genau im Kopf. Da haben wir 4:2 gewonnen und ich konnte zwei Tore erzielen“, schwärmt er nostalgisch.
Klassenerhalt nach Kantersieg: „Das war verrückt“
Im weiteren Verlauf seiner noch jungen Karriere folgten besondere Duelle mit der SpVgg Greuther Fürth, wie zum Beispiel im März 2023, als beide Mannschaften im Abstiegskampf in der U17-Juniorenbundesliga steckten. „Das war ein Wahnsinns-Spiel“, sagt Skowronek und ergänzt: „Fürth musste unbedingt gewinnen – und wir eigentlich auch. Wir waren richtig fokussiert und gehypt auf das Spiel.“ Und die Nachwuchscluberer unter der damaligen Leitung von Trainer Daniel Paulus legten auch prompt los wie die Feuerwehr.
„Das war verrückt, schon nach 15 Sekunden waren wir in Führung und ich konnte das erste Tor der Partie erzielen“, sagt der Stürmer mit strahlenden Augen. In der 15. Minute erzielte Skowronek seinen zweiten Treffer und machte nach einer halben Stunde seinen lupenreinen Hattrick perfekt. Auch Paul Kraußold erzielte noch einen Doppelpack und die Rot-Schwarzen gingen beim Stand von 5:0 in die Pause. „Da läufst du natürlich mit so einem lachenden Gesicht in die Kabine und fragst dich was gerade passiert ist“, denkt das Eigengewächs an die Partie zurück. Am Ende besiegte die Club-U17 den Rivalen mit 6:1 und Fürth stieg aus der Juniorenbundesliga ab.
Zwei Pokalspiele, eine Verletzung und ein Comeback: „Ich war froh wieder auf dem Platz zu stehen“
Auch im Verbandspokal absolvierte der Nachwuchscluberer Spiele, die ihm bis heute im Gedächtnis geblieben sind. In seinem ersten U19-Jahr trafen beide Mannschaften im Halbfinale aufeinander, doch für Skowronek endete Partie nach nicht einmal einer Viertelstunde mit dem zweiten Kreuzbandriss seiner Karriere. In der nachfolgenden Saison schloss sich aber der Kreis, als sich beide Mannschaften im Finale des BFV-Pokals wieder miteinander duellierten und der Angreifer auf den Platz zurückkehrte.
„Das war ziemlich genau ein Jahr später“, erinnert er sich und denkt an sein Comeback zurück: „Wir hatten den ganzen Tag perfektes Wetter, bis zu meiner Einwechslung zehn Minuten vor Schluss. Da ging gefühlt die Welt unter und es regnete in Strömen, aber das war mir egal – ich war einfach nur froh wieder auf dem Platz zu stehen.“ Am Ende trotzten die Nachwuchscluberer dem Regen, bezwangen Fürth mit 3:2 und zogen in das Finalturnier ein – ein rundum gelungenes Comeback.
Das nächste Duell vor der Brust: „Die Spannung ist hoch“
Nun steht für das Eigengewächs mit seiner Mannschaft das nächste Derby vor der Tür und es gilt, sich darauf richtig einzustellen. Für ihn als gebürtigen Nürnberger nicht schwer – aber auch die Kollegen, die aus der ganzen Republik stammen, nimmt er mit ins Boot: „Ein Stück weit gibt man diese besondere Atmosphäre auch automatisch weiter. Jeder von den Jungs weiß, was es bedeutet, in ein solches Duell zu gehen. Die Spannung ist hoch und man ist ein wenig aufgeregt, aber im Endeffekt freut man sich einfach darauf.“
Im Hinspiel zeigte die Wolf-Elf bereits, dass sie das Frankenderby gewinnen kann. Durch Tore von Scobel und Porstner bezwang man den Lokalrivalen und zelebrierte im Sportpark Ronhof ausgelassen den Sieg. „Das war schon sehr cool. Wir konnten nach dem Spiel vor dem Gästeblock feiern, haben in der Kabine richtig Spaß gehabt und waren auch die nächsten Tage richtig happy“, blickt er zurück.
Schlägt der Derby-Skowronek wieder zu? „Ich hoffe es!“
Schon zu Saisonbeginn wurde mannschaftsintern das Saisonziel ausgerufen, dass beide Duelle gegen die SpVgg Greuther Fürth gewonnen werden sollen – deshalb wird die Wolf-Elf nun alles daran setzen, um auch am Montag in der Heimfestung am Valznerweiher als Sieger vom Platz zu gehen. „Wir müssen uns auf die Stärken von Fürth vorbereiten und unseren eigenen Matchplan durchziehen – dann können wir das Ding auch ziehen“, sagt der Angreifer. Auf die Frage, ob man dann auch wieder den Derby-Hattrick-Skowronek aus dem Jahr 2023 sehen wird, entgegnete er nur schmunzelt: „Ich hoffe es!“