Profis Mittwoch, 24.08.2022

Jens Castrop im Interview: "Es macht mir Spaß, viele und weite Wege zu gehen"

Foto: Sportfoto Zink

Gegen Fürth feierte Jens Castrop sein Startelf-Debüt beim Club. Mittlerweile stand der 19-jährige Mittelfeldspieler zwei weitere Male von Beginn an auf dem Platz. Im Interview spricht Jens über seine Eingewöhungszeit, seine Art Fußball zu spielen und ihn persönlich.

fcn.de: Wie blickst du auf das vergangene Spiel in Sandhausen zurück?

Jens Castrop: Es war ein ekliges Spiel. Wir sind am Anfang schwierig reingekommen und hatten keinen wirklichen Zugriff auf das Spiel. Wir Offensiven sind sehr viel hinterhergelaufen, weswegen dann auch die Kraft schnell weg war. Zudem konnten wir mit den Bällen, die wir hatten, nicht so viel anfangen, wie wir uns das vorgenommen hatten. Da hat uns Sandhausen dominiert, so ehrlich muss man sein. In der Halbzeit haben wir das aber auch klar angesprochen und einige Sachen verändert. Dann sind wir gut ins Spiel gekommen, haben unsere Chancen genutzt und das Spiel doch noch zu einem erfolgreichen Erlebnis gedreht. 

fcn.de: Du hast im Derby gegen Fürth dein Startelfdebüt gefeiert und im Pokal sowie in Sandhausen wieder von Anfang an gespielt. Wie war es für dich, das erste Mal im Profifußball in der Startelf zu stehen?

Jens Castrop: Das war natürlich richtig geil.  Das ist das, was man sich als kleines Kind immer gewünscht hat. Ich bin ja jetzt auch schon ein wenig länger dabei und habe auch in Köln schon bei den Profis mittrainiert. Aber dann endlich wieder in die Startelf zu rücken und zu kicken, so wie es in der Jugend war, ist einfach ein unbeschreibliches Gefühl. Davon kann gerne mehr kommen.

fcn.de: Als was für einen Spielertyp würdest du dich selber beschreiben?

Jens Castrop: Ich bin ein Zentrumspieler, der sehr über seine Dynamik und Athletik kommt. Deswegen denke ich, dass ich auch in direkten Duellen sehr gut bin, egal ob 50/50 Bälle in der Offensive oder Defensive. Ich freue mich einfach, wenn ich mit Zweikämpfen und Ballgewinnen der Mannschaft helfen kann.

fcn.de: Du bist sehr lauffreudig und scheust dich vor keinem Zweikampf, wie man in deinen letzten Auftritten gesehen hat. Woher kommt diese Mentalität?

Jens Castrop: Das weiß ich gar nicht so recht. Das hatte ich einfach schon immer in mir. Wenn man Fußball spielen will, dann braucht man den Ball und dann muss man sich auch damit anfreunden, Bälle zu gewinnen. Das habe ich einfach mit der Zeit für mich entwickelt, sodass es mittlerweile sogar Spaß macht, viele und weite Wege zu machen. Ich glaube, dass war bisher auch ganz gut und wichtig für meine persönliche Laufbahn.

fcn.de: In der letzten Spielzeit kamst du zu Kurzeinsätzen bei den Profis und warst häufig bei der U23 im Einsatz. Wie wichtig waren die Spiele in der U23 für dich, um richtig Fuß zu fassen?

Jens Castrop: Die waren auf jeden Fall wichtig. Viele wären frustriert deswegen, aber ich finde, man braucht seine Zeit, um sich einzufinden. Profifußball ist einfach noch einmal etwas anderes. Wenn man jetzt die ganze Zeit nur auf der Bank sitzt und nur kurz zum Einsatz kommt, bringt einen das nicht weiter. Der Körper muss ja trotzdem weiter diese 90 Minuten gehen können, damit man dann für den Fall der Fälle gerüstet ist. Deswegen war es für mich auch wirklich wichtig, die Spiele in der U23 zu absolvieren, um die gleiche Intensität wie die anderen zu haben.

fcn.de: Du bist im Januar zu uns gestoßen. Wie hast du dich mittlerweile in Nürnberg eingelebt?

Jens Castrop: Sehr gut. Die Mannschaft hat mich super aufgenommen. Da gab es gar keine Probleme. Ich habe auch eine coole Wohnung gefunden. Klar ist man noch weiter weg von Familie und Freunden, aber ich glaube, das gehört dazu. Wenn man Fußballer ist, muss man sich damit abfinden, dass man nicht immer die ganze Familie mitnehmen kann. Da muss man auch mal einen Schritt machen, der einem nicht so bequem vorkommt, damit man sich fußballerisch weiterentwickeln kann. Dementsprechend war das dann eine einfache Entscheidung für mich.

fcn.de: Wie kommst du mit der fränkischen Mentalität klar? Die Leute aus deiner Herkunftsregion, dem Rheinland, sind doch schon ein wenig anders, oder?

Jens Castrop: Die Rheinländer sind schon ein wenig anders. Klar gibt es hier schnell mal nur Höhen und Tiefen, also wenn man gewinnt, ist alles gut und wenn man verliert ist alles scheisse. Aber damit muss man umgehen können und schlussendlich wollen wir ja alle dasselbe und das ist gewinnen.

fcn.de: Auf deinem Instagram-Profil ist eine deutsche und eine südkoreanische Flagge zu erkennen. Erzähl uns doch ein wenig mehr über die Person Jens Castrop.

Jens Castrop: Ich komme aus Deutschland. Meine Mutter ist aber südkoreanischer Herkunft. Deshalb ist die Verbindung dahin schon recht groß. Ich war auch schon öfters da. Südkorea ist echt ein schönes Land. Auch die Leute und die Kultur sind super. Deswegen habe ich nicht nur die Deutschland-Flagge, sondern auch die südkoreanische Flagge in meiner Biographie.

fcn.de: Inwiefern spielt auch die südkoreanische Kultur eine Rolle in deinem Alltag?

Jens Castrop: Klar hat die Kultur einen großen Wert für mich persönlich. Aber meinen Alltag verändert es jetzt nicht großartig.

fcn.de: Was für eine Rolle spielt Familie in deinem Leben?

Jens Castrop: Die Beziehung zu meiner Familie ist sehr gut, sowohl zur väterlichen wie auch zur mütterlichen Seite. Auch zu meinen Brüdern habe ich ein top Verhältnis. Ich glaube, es ist wichtig, einen Anker zu haben, wo man eine Grundversicherung hat. Hier bin ich ziemlich auf mich alleine gestellt, aber zu wissen, dass man Leute hinter einem hat, die immer zu dir stehen, gibt mir Sicherheit.

fcn.de: Du hast einige Tattoos. Gibt es ein Lieblings-Tattoo oder eines, welches einen ganz besonderen Stellenwert hat?

Jens Castrop: Mein Lieblings-Tattoo ist immer das, welches ich am Neusten habe. Die Motive der Tattoos haben mir einfach gut gefallen. Das ein oder andere hat auch eine höhere Bedeutung.

fcn.de: Darüber sprechen wir dann beim nächsten Mal. Hast du noch weitere Tattoos in Planung?

Jens Castrop: Ja natürlich. Aber da muss man immer ein wenig planen, da ich die Tattoos nicht unter der Woche machen lassen kann, wenn am Wochenende Spiel ist. Das braucht auch immer seine Zeit zum Verheilen. Vielleicht peile ich dann in der nächsten freien Zeit im Winter wieder etwas an, aber genaue Pläne habe ich noch nicht.

fcn.de: Was sind deine Ziele für deine weitere Zeit beim FCN?

Jens Castrop: Viel spielen, gut spielen und Spiele gewinnen.

fcn.de: Das ist ein gutes Schlusszitat. Danke dir für deine Zeit, Jens, und viel Erfolg für die anstehenden Spiele!


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