Die Geschichte des nun beinahe 126 Jahre alten 1. FC Nürnberg ist reich an Momenten und Geschichten. Bewegenden, beglückenden und auch beschämenden. Zu Letzteren zählt der eigene Umgang mit den jüdischen Club-Mitgliedern während des Nationalsozialismus. Die Arbeit gegen Antisemitismus ist für den 1. FC Nürnberg deshalb eine fortwährende Aufgabe. Dabei hilft der seit 2016 jährlich ausgetragene "Jenö Konrad-Cup – Fußball trifft auf Geschichte". Die achte Auflage des Wettbewerbs ist jetzt gestartet.
In zwölf regionalen Schulen leisten der 1. FC Nürnberg und der TSV Maccabi Nürnberg als gemeinsame Projektveranstalter auch 2026 wieder wertvolle Aufklärungsarbeit. Schülerinnen und Schüler setzen sich intensiv mit dem Thema Antisemitismus auseinander. Ausgangspunkt ist die Biografie des ehemaligen jüdischen Club-Trainers Jenö Konrad, der im Jahr 1932 aufgrund antisemitischer Hetze Nürnberg verlassen hat.
In der ersten Projektphase besuchen Bereichsleiter Hannes Orth und Club-Historiker Bernd Siegler die teilnehmenden Klassen, um die Biografie von Jenö Konrad vorzustellen. Die beiden FCN-Vertreter geben Begründungen und Beispiele für die vielfältige Erinnerungsarbeit des Vereins und beschreiben unter anderem den bedeutenden Impuls durch Ultras Nürnberg 1994, die dem ehemaligen Club-Trainer Jenö Konrad 2012 in einer aufwändigen Choreografie gedachten.
Großes Finale und Siegerehrung am 21. Juli 2026 auf dem Club-Gelände
In den folgenden Wochen erstellen die Klassen Projektarbeiten und setzen sich so mit dem Thema Antisemitismus auseinander. Die Projekte werden dann von einer hochkarätig besetzten Jury bewertet. Abschließend können sich die Schülerinnen und Schüler für das gemeinsame Fußballturnier am Dienstag, 21. Juli 2026, auf dem Vereinsgelände qualifizieren.
Parallel dazu besteht für die Klassen die Möglichkeit, die Israelitische Kultusgemeinde Nürnberg zu besuchen und sich mit jüdischen Jugendlichen auszutauschen. Auch Führungen über das neben dem Max-Morlock-Stadion gelegene Reichsparteitagsgelände werden angeboten.
Am Jenö Konrad-Cup 2026 nehmen zwölf Schulen unterschiedlichster Schulformen aus der Region teil:
- Wolfram-von-Eschenbach-Gymnasium, Schwabach
- Sonderpädagogisches Förderzentrum, Nürnberg-Langwasser
- Sonderpädagogisches Förderzentrum Jean-Paul-Platz, Nürnberg
- Sabel Wirtschaftsschule, Nürnberg
- Sabel Realschule, Nürnberg
- Adalbert-Stifter-Mittelschule, Nürnberg
- Georg-Ledebour-Mittelschule, Nürnberg
- Mittelschule St. Leonhard, Nürnberg
- Leonhart-Fuchs-Mittelschule, Wemding
- Platen-Gymnasium, Ansbach
- Johann-Steingruber-Realschule, Ansbach
- Gymnasium Eschenbach, Eschenbach (Oberpfalz)
Im vergangenen Jahr hat die Sabel Realschule aus Nürnberg mit ihrem bewegenden Videoprojekt „Eva“ den Wettbewerb gewonnen.
Weitere Informationen zum Jenö Konrad-Cup bietet die interaktive Geschichtsplattform des 1. FC Nürnberg unter https://www.clubgeschichte.de/jenoe-konrad-cup/