Business Samstag, 19.07.2025

Jenö Konrad-Cup 2025: Die diesjährige Jury im Kurzporträt

Am Mittwoch, 23.07.25, ist es wieder soweit: Mit einem Fußballturnier und der anschließenden Siegerehrung endet der diesjährige „Jenö Konrad-Cup – Fußball trifft auf Geschichte“. Bevor es in bunt durchgemischten Teams auf den Fußballplatz geht, stellen die elf teilnehmenden Schulen ihre Projekte der achtköpfigen Jury vor. Diese nahm die kreativen Schulprojekte bereits bei einer gemeinsamen Sitzung am Mittwoch, 16.07.25, genau unter die Lupe. fcn.de stellt die namhaft besetzte Jury vor.

Auch in diesem Jahr konnten der 1. FC Nürnberg und der TSV Maccabi Nürnberg wieder engagierte Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Sport und Kultur gewinnen, die den Jenö Konrad-Cup 2025 als Jurymitglied mit ihrer Expertise bereichern.

Die Jurymitglieder:

Dr. Anatoli Djanatliev

Prof. Dr. Anatoli Djanatliev, geboren in Pjatigorsk (Russland), ist zweifacher Familienvater und Informatik-Wissenschaftler an der Technischen Hochschule Ingolstadt. Dort beschäftigt er sich mit zukünftiger Mobilität. Als Vorstandsvorsitzender des TSV Maccabi Nürnberg und Vizepräsident von MAKKABI Deutschland trägt er dazu bei, die zwei Säulen Sport und gesellschaftspolitische Verantwortung im Engagement gegen Antisemitismus sowie Ausgrenzungen jeglicher Art miteinander zu verbinden.

Victoria Hindelang

Victoria Hindelang ist seit 2021 bei der Deutschen Fußball Liga in der Abteilung Fanangelegenheiten als Referentin tätig. Hier verantwortet sie unter anderem den „Pool zur Förderung innovativer Fan- und Fußballkultur“, mit dem die DFL ausgewählte Projekte vor allem im Bereich Vielfalt & Antidiskriminierung von und mit Fans finanziell unterstützt. Darüber hinaus befasst die studierte Soziologin sich mit dem Engagement gegen Antisemitismus im deutschen Profifußball. Zu den Zuständigkeiten gehören unter anderem die jährliche Koordinierung des Erinnerungstages am 27. Januar, die Organisation von Gedenkstättenfahrten, Workshops und Fachtagen.

Anetta Kahane

Anetta Kahane, 1954 in Ost-Berlin geboren, ist eine Vorkämpferin der demokratischen Zivilgesellschaft. Ihr unermüdlicher Einsatz gegen Ungerechtigkeiten wurzelt tief in ihrer Biografie: Als Kind jüdisch-kommunistischer Eltern prägten sie die Erfahrungen von NS-Verfolgung sowie der alltägliche Antisemitismus und Rassismus in der DDR und im wiedervereinigten Deutschland. Bereits ab 1988 engagierte sich Kahane aktiv in der DDR-Bürgerrechtsbewegung. 1990 wurde sie die erste Ausländerbeauftragte Ost-Berlins und warnte eindringlich vor den Gefahren des Rechtsextremismus. Sie gründete 1998 die Amadeu Antonio Stiftung, deren Vorstandsvorsitzende sie bis März 2022 war. Für ihr Engagement erhielt sie 2002 den Moses-Mendelssohn-Preis. Auch heute ist Anetta Kahane eine präsente Stimme: Sie arbeitet als freie Autorin und veröffentlichte 2024 den Kolumnenband "Von Nazis und Forellen". Damit bleibt sie eine zentrale Stimme im Kampf gegen Menschenfeindlichkeit.

Dr. Andreas Kahrs

Dr. Andreas Kahrs (Jg. 1981) ist Gründer und Geschäftsführer der NGO „what matters“. Einer seiner Forschungsschwerpunkte als Historiker ist der Holocaust in Mittel-Ost-Europa. „what matters“ arbeitet mit einem Schwerpunkt auf Bildungsprojekten zum Holocaust und Maßnahmen zur Antisemitismusprävention. Die NGO kooperiert mit diversen Sportvereinen und -Verbänden, Universitäten, Unternehmen und staatlichen Institutionen.

Diana Liberova

Diana Liberova ist in St.Petersburg in Russland geboren und aufgewachsen. Als Kontingentflüchtling kam sie dann im Jahr 1998 mit ihren Eltern nach Nürnberg. Nach dem Abitur und Studium der Musikwissenschaften und Pädagogik an der FAU, trat sie ihre Stelle bei der Stadt Nürnberg im Bereich der Lehrkräftefortbildungen an. Außerdem engagiert sie sich seit vielen Jahren in der Politik, zunächst mehrere Jahre im Vorstand des Integrationsrats der Stadt Nürnberg und seit 2014 als Mitglied der SPD-Stadtratsfraktion. Sowohl beruflich wie auch politisch ist sie aktiv im Bereich der Chancengerechtigkeit ein, unterstützt zahlreiche Projekte zur Integration und gegen Antisemitismus und setzt sich in vielen Organisationen für die Sichtbarkeit und Anerkennung der Vielfalt in unserer Gesellschaft.

Peter Meier

Peter Meier, geboren am 06.04.1962, ist ausgebildeter Versicherungskaufmann, studierte Jura und schloss mit dem zweiten Staatsexamen ab. Bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 2024 war er in verschiedenen Führungsfunktionen und seit 2012 als Mitglied des Konzern-Vorstands bei der NÜRNBERGER Versicherung tätig. Der gebürtige Nürnberger ist verheiratet, hat zwei Kinder und ist Club-Fan seit frühester Jugend an. Seit Oktober 2018 ist Peter Meier Mitglied im Aufsichtsrat des 1. FCN, im Dezember 2023 wählte ihn das Gremium zum Vorsitzenden.

Katharina Fritsch

Katharina Fritsch leitet die Abteilung Community & Membership beim 1. FC Nürnberg. Sie verantwortet dabei die Bereiche Fans, Mitglieder, Nachhaltigkeit / Gesellschaftliches Engagement und Markenführung. Katharina arbeitet seit 18 Jahren beim 1. FC Nürnberg. 2017 verfasste sie mit „Ganz Nürnberg war in einem Rausch“ ein Buch zum 10-jährigen Pokalsieg-Jubiläum. Als Mit-Initiatorin des „Jenö Konrad-Cup“ und der Community-Plattform www.UnserClub.de setzt sie sich dafür ein, Fußball zur Stärkung unserer Demokratie zu nutzen. Ehrenämter: Vorstandsmitglied Allianz gegen Rechtsextremismus in der Metropolregion Nürnberg; Gesellschafterin Hartplatzhelden gGmbH.

Christian-Zsolt Varga

Christian-Zsolt Varga ist deutsch-ungarischer Journalist und berichtet als freier Korrespondent aus der Ukraine, Ungarn und Osteuropa. Seine Reportagen erscheinen u. a. in der FAZ, im Tagesspiegel, The Guardian und in Libération. In seiner Arbeit beschäftigt er sich auch mit politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Fragen im Spannungsfeld zwischen Krieg, Erinnerung und europäischer Verantwortung. Varga ist Sohn ungarischer Geflüchteter und in Hameln an der Weser aufgewachsen. Dort erlebte er, wie Kontingentflüchtlinge aus Osteuropa gemeinsam mit der US-Amerikanerin Rachel Dohme die jüdische Gemeinde in der niedersächsischen Provinz wiederaufbauten. Das Thema Antisemitismus hat ihn dabei schon früh beschäftigt. Seine ersten Stadionbesuche als Kind erlebte er in den 1990er-Jahren an der Seite seines Vaters bei Ferencváros Budapest.


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