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Fans Dienstag, 17.07.2018

Jenö Konrad Cup 2.0 gegen Judenfeindlichkeit

Der Jenö-Konrad-Cup erhielt in seiner zehnten Auflage eine neue Ausrichtung. Vier Schulen mit ihren 9. Jahrgangsstufen nahmen teil und sendeten starke Signale gegen Stereotype und Vorurteile.

Im Zuge der Kampagne „Strich durch Vorurteile“ der DFL Stiftung rief der 1. FC Nürnberg im Frühjahr 2018 mit seinem Kooperationspartner TSV Maccabi Nürnberg e.V. mit dem „Jenö Konrad Cup 2.0 – Fußball trifft auf Geschichte“ ein neues Projekt ins Leben. Gemeinsam gestalteten beide Vereine eine Projektwoche über „Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit im Sport“ an Schulen Nürnbergs und aus der Umgebung, ausgehend von der Biografie des ehemaligen jüdischen 1. FCN-Trainers Jenö Konrad (1930 bis 1932).

Konrad flüchtete aufgrund antisemitischer Hetze in Julius Streichers „Der Stürmer“ in einer Nacht- und Nebelaktion im August 1932 aus Nürnberg und gelangte nach einer Odyssee quer durch Europa schließlich mit seiner Ehefrau Grete und Tochter Evelyn nach New York. Dort arbeitete er in einem Gardinengeschäft und starb 1978 im Alter von 84 Jahren an einem Herzinfarkt. Als Fußballtrainer arbeitete der erfolgreiche Spieler und Trainer nicht mehr. 

„Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit und das Vergessen im Sport“

Neben Schulen der Jahrgangsstufe neun und zehn konnten sich auch Jugendmannschaften von sozialen Organisationen bewerben, zum Beispiel kirchlicher und kultureller Einrichtungen. Es bewarben sich die Sabel Realschule Nürnberg, das bbs nürnberg – Bildungszentrum für Blinde und Sehbehinderte, die Max-Grundig Fach- und Berufsoberschule Fürth und das Helene-Lange-Gymnasium Fürth. „Was ist jüdisch?“, so hieß der Vortrag, bei dem die Klassen beim einem Besuch in der Israelitischen Kultusgemeinde Nürnberg mehr über das Thema erfuhren.

„Die Partnerschaft zwischen dem 1. FCN und dem TSV Maccabi Nürnberg mit der Kombination aus Vermittlung von geschichtlichem Wissen und sportlicher Begegnung beim Jenö-Konrad-Cup sollen sich in der Stadt als Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit und das Vergessen im Sport etablieren“, sagt Dr. Anatoli Djanatliev, der Vorstand des TSV Maccabi Nürnberg.

Der 1. FCN kommt ins Klassenzimmer

Katharina Fritsch, Leitung Unternehmenskommunikation und CSR beim 1. FCN, und Bernd Siegler, Club-Historiker und Kurator des Club-Museums vom 1. FCN, stellten darüber hinaus in den Schulen in einer Geschichts- oder Religionsstunde die Biografie von Jenö Konrad vor. „Ein Thema, das mit dem Rechtsruck und den zunehmenden antisemitischen Vorfällen in Deutschland aktueller denn je ist. Unsere Erfahrungen zeigen, dass über eine spezifische Biografie Wissensvermittlung besonders gut gelingen kann“, sagt Fritsch.

„Gemeinsam wollen wir zusammen mit Maccabi Nürnberg Werte vermitteln und Vorurteile abbauen. Die Nürnberger Stadtgeschichte ist auf unselige Weise mit dem Nationalsozialismus verbunden, deshalb ist es essentiell, sich gerade hier mit der deutschen Geschichte dieses schwarzen Kapitels auseinanderzusetzen.“

Am Ende nur Sieger

Ziel war es, dass Lehrer der teilnehmenden Schulen und Einrichtungen mit ihren Schülern eine Projektarbeit zum Thema erstellen. Ob Plakat, Film oder Hörspiel – alles war möglich. Die Sabel Realschule näherte sich in einem Kurzfilm der Frage: „Was ist Antisemitismus?“ Die Teilnahme an der Projektwoche und die Vorstellung der Projektergebnisse galten als Qualifikation für das Jenö Konrad-Fußballturnier 2.0 beim 1. FC Nürnberg am Dienstag, 17. Juli 2018.

40 Schüler spielten in gemischten Teams, Jungen und Mädchen zusammen. Zudem konnten sie an verschiedenen Stationen ihre Geschicklichkeit testen und zusätzliche Punkte sammeln. Der Spaß stand klar im Vordergrund. Am Ende gab es dann auch nur Sieger. Alle teilnehmenden Jugendlichen werden zu einem Heimspiel des 1. FC Nürnberg in der Saison 2018/19 eingeladen. Die Wandertrophäe nahm die Sabel Realschule in Empfang, die mit ihrem Filmbeitrag zum Thema Antisemitismus beeindruckte.

Positives Fazit

Michael Ströhlein, Lehrer der Sabel Realschule, zog ein positives Fazit: „Es ist wichtig, dass sich die Schüler über das Projekt den Themen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus annähern und damit kritisch auseinandersetzen. Für die Fußballbegeisterten unter meinen Schülern war es zusätzlich toll, beim Fußballturnier am Club-Gelände auf dem Rasen aufzulaufen.“

Nach dem Turnier gab es mit dem Treffen der Mannschaft des 1. FC Nürnberg noch ein echtes Highlight für die vielen Club-Fans unter den Teilnehmern. Im neuen Schuljahr 2018/19 wird das Projekt „Jenö Konrad Cup 2-0 – Fußball trifft auf Geschichte“ fortgesetzt. Der 1. FCN und der TSV Maccabi Nürnberg e. V. nehmen Bewerbungen von Schulen ab sofort entgegen. 


„Jenö Konrad Cup 2.0 – Fußball trifft auf Geschichte“
 So können sich Nürnberger Schulen für das Schuljahr 2018/19 bewerben:

Interessierte Lehrer von Schulen aus der Region können sich via E-Mail beim 1. FC Nürnberg, Katharina Fritsch, E-Mail: fritsch(at)fcn.de, oder beim TSV Maccabi anmeldung(at)maccabi-nuernberg.de bewerben.