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Profis Hintergründe Donnerstag, 27.11.2014

"Himmel und Hölle": 3 Elfer, 3 Tore, 3 Punkte

Am nächsten Spieltag reist der Club nach Braunschweig. Viele Club-Fans haben die vergangene, spektakuläre Begegnung zwischen den beiden Traditionsmannschaften noch vor Augen.

Spannende, nervenaufreibende Heimspielerfolge – das gab es zuletzt in den Heimspielen des 1. FCN gegen Kaiserslautern, Leipzig und Ingolstadt. Doch auch im Frühjahr 2014 gewann der Club eine spektakuläre Partie, Gefühlsachterbahn für alle Anhänger inklusive. Gegner damals: Eintracht Braunschweig. Auch am Montag, 01.12.14, treffen beide Mannschaften wieder aufeinander. Viele Club-Fans haben den letzten Vergleich beider Traditionsklubs noch vor Augen.

Es war der 22. Februar 2014. Am Ende stand ein 2:1-Erfolg für den Club. Tief durchatmen hieß es nach 90 intensiven Minuten, die wohl jedes Fußballfan-Herz höher schlagen ließen, und das der Club-Fans im Besonderen. Von "Überfall in Unterzahl" (Nürnberger Nachrichten) oder "Hölle und Himmel in 90 Minuten" (Mainpost) sprach die Presse im Nachgang – nicht zu Unrecht. Es war eine Zerreißprobe für das Nervenkostüm eines jeden Club-Anhängers. Doch der Reihe nach.

Zwei Nackenschläge innerhalb von drei Minuten

Eine halbe Stunde war gespielt, als der Club-Fan das erste Mal zusammenzuckte. Rote Karte gegen den 1. FC Nürnberg, Per Nilsson musste nach einer Notbremse gegen Havard Nielsen vom Platz. Gerade mal drei Minuten später rutschte den meisten Zuschauern dann das Herz komplett in die Hose. 0:1 durch Domi Kumbela. Rückstand und Unterzahl! Die Vorzeichen für einen erfolgreichen Nachmittag gegen die Niedersachsen waren zu diesem Zeitpunkt denkbar ungünstig.

Doch peu à peu sollte sich das Club-Herz an diesem kalten Februar-Nachmittag noch erwärmen. Noch vor der Halbzeitpause gab es nach den beiden Negativerlebnissen einen ersten Mutmacher. Raphael Schäfer hielt einen Elfmeter von Kumbela und so seine Mannschaft weiter im Spiel. Ein Funken Hoffnung, dass in dieser Partie noch etwas drin ist, keimte auf. Tatsächlich sollte das der Wendepunkt in der Begegnung werden.

Doppelschlag kurz nach der Pause

Denn was zu Beginn des zweiten Durchgangs passierte, war schier unglaublich - und wunderschön. Nach nur 13 gespielten Sekunden traf Hiroshi Kiyotake per Schuss aus 18 Metern zum Ausgleich. Anstoß, langer, hoher Ball, Kopfballverlängerung, Schuss, Tor – so einfach kann Fußball sein. Mitten in diese Glückseligkeit hinein, der Freudentaumel des Ausgleichs war noch nicht abgeklungen, stand es sogar wenige Sekunden später nach Tomas Pekharts Treffer 2:1 für den Club. Viel besser kann eine zweite Halbzeit wohl nicht beginnen. Doch noch waren beinahe eine komplette Halbzeit zu überstehen.

Und nochmal wurde das Club-Herz strapaziert. Erneut bekam Braunschweig einen Elfmeter zugesprochen. Doch wiederum war es Schäfer, der den Ball nicht passieren ließ. Dieses Mal sicherte er den 2:1-Vorsprung nach einer guten Stunde. Spätestens jetzt glaubte jeder Zuschauer im Stadion fest an ein gutes Ende der Partie, auch weil die Mannschaft mit Leidenschaft und Hingabe kämpfte und schließlich den Heimdreier errang. Daran änderte auch der dritte verschossene Elfmeter, dieses Mal auf Nürnberger Seite durch Kiyotake, nichts.

"Werbung für den Fußball"

Nach 90 intensiven Minuten konnten alle Club-Beteiligten kräftig durchatmen. Nur langsam wich dem hohen Adrenalingehalt im Körper das Glücksgefühl nach dem in dieser Art einmaligen Erfolg. Raphael Schäfer hatte nach dem Spiel vollkommen recht, als er von "Werbung für den Fußball" sprach. In dieser Partie steckte so ziemlich alles, was den Fußball ausmacht. Platzverweis, verschossene Elfmeter, Tore, Spannung, Dramatik und natürlich auch das glückliche Ende.

Gut neun Monate später treffen die beiden Traditionsmannschaften nun wieder aufeinander, dieses Mal allerdings in Braunschweig. Ein solch kurioses Spiel ist wohl eher unwahrscheinlich, und manch einer wird sagen, dass er nicht ganz so viel Nervenkitzel braucht: Aber gegen einen ähnlichen Ausgang hätte wohl kein Club-Fan etwas einzuwenden.

Spieldaten

15. Spieltag, 2. Bundesliga 2014/2015
1 : 0
Eintracht Braunschweig
38. Havard Nielsen 1:0
1. FC Nürnberg
Stadion
Eintracht Stadion
Datum
01.12.2014 19:15 Uhr
Schiedsrichter
Guido Winkmann
Zuschauer
21515

Aufstellung

Eintracht Braunschweig
Gikiewicz - Sauer - Correia - Reichel - Hedenstad - Boland - Theuerkauf - Korte (81. Pfitzner) - Zuck - Nielsen (90. Kruppke) - Ryu (71. Bakenga)
Reservebank
Petkovic, Baghdadi, Dogan, Khelifi, Pfitzner, Bakenga, Kruppke
Trainer
Torsten Lieberknecht
1. FC Nürnberg
Rakovsky - Celustka - Mössmer - Hovland - Bulthuis - Polak - Koch (87. Stark) - Candeias (77. Dittgen) - Schöpf - Füllkrug (61. Ramirez) - Sylvestr
Reservebank
Schäfer, Bihr, Pachonik, Ramirez, Stark, Dittgen
Trainer
René Weiler

Ereignisse

38. min Spielstand: 1:0
Havard Nielsen

60. min Spielstand: 1:0
Robert Koch

61. min Spielstand: 1:0
Cristian Ramirez kommt für Niclas Füllkrug

71. min Spielstand: 1:0
Mushaga Bakenga kommt für Seung-Woo Ryu

77. min Spielstand: 1:0
Maximilian Dittgen kommt für Daniel Candeias

78. min Spielstand: 1:0
Ondrej Celustka

81. min Spielstand: 1:0
Marc Pfitzner kommt für Raffael Korte

87. min Spielstand: 1:0
Niklas Stark kommt für Robert Koch

90. min Spielstand: 1:0
Dennis Kruppke kommt für Havard Nielsen