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Profis Teamcheck Dienstag, 23.09.2014

Heidenheim: Sechs Jahre, drei Aufstiege, ein Trainer

Vor dem Spiel gegen den 1. FC Heidenheim 1846 beleuchtet fcn.de die Geschichte und blickt auf eine zentrale Person.

Foto: Picture Alliance

Heidenheim? Viele Menschen in Deutschland können wohl (noch) nicht viel mit diesem Namen anfangen und würden ahnungslos mit den Schultern zucken, würde man sie nach einem Aushängeschild der Stadt an der Brenz fragen. Tatsächlich gibt es keine bundesweit bekannte Sehenswürdigkeit, keinen Prominenten. Nein, Heidenheim kennen wohl nur wenige Personen in Deutschland.

Und dennoch lohnt sich eine Reise in die Stadt im östlichen Baden-Württemberg, hat der Fußball dort doch in den vergangenen Jahren eine sehr positive Entwicklung genommen. Denn, gemessen an der Größe der Stadt und am Umfeld hat der 1. FC Heidenheim 1846 e.V. bereits in den vergangenen Jahren viel erreicht. Die Spielzeit 2014/15 ist die Premierensaison in der zweiten Bundesliga und damit der bislang größte Erfolg der Vereinsgeschichte.

Frank Schmidt – der Aufsteigertrainer

Dieser Erfolg ist eng mit den Namen Frank Schmidt verbunden. Der Trainer, der selbst unweit des Stadions geboren wurde, hievte den Verein von der fünften in die zweite Liga. Dabei galt er bei Amtsantritt im Herbst 2007 noch als Interimslösung. Doch schnell überzeugte der ehemalige Fußball-Profi, der von 1991-1994 als Jugendspieler beim 1. FC Nürnberg aktiv war, seinen Vorgesetzten Holger Sanwald, der mittlerweile seit 20 Jahren die Geschicke des Vereins leitet.

2008 gelang der Aufstieg in die Regionalliga, ein Jahr später folgte der Durchmarsch in die dritte Liga, in der vergangenen Spielzeit nun sogar vor RB Leipzig als Drittligameister der Aufstieg in die zweite Bundesliga. Schmidt setzt in Heidenheim auf deutsche Spieler, die sich mit dem Verein identifizieren und die vornehmlich aus dem südlichen Raum der Republik stammen. So steht mit dem Franzosen Smail Morabit nur ein Ausländer im aktuellen Kader.

Zwei Spieler stiegen dreimal mit dem 1. FC Heidenheim auf

Der sportliche Erfolg gibt ihnen bislang recht, das Konzept geht auch in der zweiten Bundesliga auf. Nach sechs Spieltagen stehen acht Punkte zu Buche. Aus der Zeit in der Oberliga Baden-Württemberg sind neben dem Coach nur noch zwei Spieler im aktuellen Kader, die jedoch auch im bisherigen Saisonverlauf zum Einsatz kamen. Kapitän Marc Schnatterer bestritt bislang alle sechs Spiele und erzielte dabei zwei Tore, Alper Bagceci wirkte in drei Spielen des Aufsteigers mit.

Der Aufstieg in die zweite Bundesliga weckte natürlich Begehrlichkeiten. Im Fokus anderer Fußball-Vereine stand vor allem Trainer Schmidt. Doch dieser verlängerte noch vor Beginn der aktuellen Spielzeit seinen Vertrag vorzeitig bis 2020. Ein Zeichen von Schmidt, aber auch vom Verein, der den Weg mit dem Übungsleiter langfristig weitergehen möchte.

Alle beteiligen sich am Projekt 1. FCH

Doch nicht nur Schmidt und Sanwald arbeiten akribisch am Erfolg. Getragen wurde und wird der Verein, der erst 2007 mit der Ausgliederung der Fußballabteilung als 1. FC Heidenheim 1846 gegründet wurde, seit jeher von regionalen Unternehmen. Es gibt nicht den einen, großen, alleinigen Mäzen, wie es bei anderen Fußballvereinen der Fall ist. Vielmehr wird auf zahlreiche mittelständische Firmen gesetzt, wohl auch weil es nicht das eine Aushängeschild gibt.

Doch das stört in der Stadt mit rund 46.000 Einwohnern niemanden. Im Gegenteil: jeder trägt seinen Teil dazu bei, dass der Fußball-Standort Heidenheim in den vergangenen Jahren den Weg nach oben gefunden hat. Dabei kommen die Fans und die Tradition nicht zu kurz. So wurde beispielsweise beim Stadionumbau der alte Kiosk integriert und somit der Charme vergangener Tage ein Stück weit erhalten. In Heidenheim wissen sie, dass es nur geht, wenn alle an einem Strang ziehen. Und genau das tun sie. Deshalb wird die Zahl der achselzuckenden Menschen in (Fußball-)Deutschland wohl in nächster Zeit stetig abnehmen.

Spieldaten

7. Spieltag, 2. Bundesliga 2014/2015
3 : 0
1. FC Heidenheim
3. Marc Schnatterer 1:0
9. Kevin Kraus 2:0
60. Patrick Mayer (Elfmeter) 3:0
1. FC Nürnberg
Stadion
Voith-Arena
Datum
24.09.2014 16:30 Uhr
Schiedsrichter
René Rohde
Zuschauer
13000

Aufstellung

1. FC Heidenheim
Zimmermann - Strauß (62. Malura), Göhlert, Kraus, Heise - Griesbeck, Titsch-Rivero, Leipertz, Schnatterer (78. Reinhardt) - Mayer (60. Bagceci), Niederlechner
Reservebank
Sattelmaier, Beermann, Malura, Bagceci, Reinhardt, Riese, Morabit
Trainer
Frank Schmidt
1. FC Nürnberg
Schäfer - Celustka, Petrak, Stark, Bihr - Mössmer, Polak, Koch (54. Mlapa), Schöpf, Candeias - Sylvestr (61. Füllkrug)
Reservebank
Rakovsky, Hovland, Pachonik, Pinola, Evseev, Füllkrug, Mlapa
Trainer
unbekannt

Ereignisse

3. min Spielstand: 1:0
Marc Schnatterer

9. min Spielstand: 2:0
Kevin Kraus

43. min Spielstand: 2:0
Ondrej Petrak

45. min Spielstand: 2:0
Niklas Stark

52. min Spielstand: 2:0
Jan Polak

54. min Spielstand: 2:0
Peniel Kokou Mlapa kommt für Robert Koch

60. min Spielstand: 3:0
Patrick Mayer

60. min Spielstand: 3:0
Raphael Schäfer

60. min Spielstand: 3:0
Alper Bagceci kommt für Patrick Mayer

61. min Spielstand: 3:0
Niclas Füllkrug kommt für Jakub Sylvestr

62. min Spielstand: 3:0
Dennis Malura kommt für Robert Strauß

71. min Spielstand: 3:0
Jan Polak

78. min Spielstand: 3:0
Julius Reinhardt kommt für Marc Schnatterer

81. min Spielstand: 3:0
Tim Göhlert

86. min Spielstand: 3:0
Jürgen Mössmer

90. min Spielstand: 3:0
Manuel Bihr