Business Mittwoch, 28.01.2026

"Gemeinsam sind wir stark": neues Gewaltpräventionsprojekt von Frederik und Luca-Stiftung und FCN

Wachsende Gewalt unter Jugendlichen ist ein zunehmendes Problem an Deutschlands Schulen. Der 1. FC Nürnberg und die Frederik und Luca-Stiftung wollen dagegen etwas tun. Mit „Gemeinsam sind wir stark“ haben sie ein Gewaltpräventionsprojekt ins Leben gerufen und gehen damit in aktuell drei regionale Grundschulen. Das Ziel: Kinder spielerisch über Bewegung für Gewalt im Alltag sensibilisieren, ihnen konfliktentschärfende Maßnahmen erlernen und darüber Selbstbewusstsein stärken sowie Zivilcourage fördern.

Am 26. Januar jährte sich zum siebten Mal der tragische Tod von Luca Ballmann und Frederik Wilke. Die 16-Jährigen wollen am S-Bahnhof Frankenstadion einen Streit unter Jugendlichen schlichten, werden von zwei 17-Jährigen ins Gleisbett gestoßen und von einem einfahrenden Zug überrollt. Im Oktober 2019 gründen die Familien die Frederik und Luca-Stiftung, die Maßnahmen für ein friedliches und gewaltfreies Miteinander unterstützt.

Auch der 1. FC Nürnberg, in dessen unmittelbarer Nähe sich die sinnlose Gewalttat ereignete, trauert um die beiden Fußball-Fans, beim Heimspiel Anfang Februar 2019 gegen den SV Werder Bremen wird im Max-Morlock-Stadion der Jugendlichen mit einer Schweigeminute und einem Spruchband gedacht. Auf dem Spielfeld im Club-Trikot dabei: Enrico Valentini. Der Club knüpft Kontakt zu den Familien Ballmann und Wilke, über mögliche Wege einer Zusammenarbeit ist man immer wieder intensiv im Austausch.

Wissenschaftlich erarbeitetes und evaluiertes Konzept

„Gemeinsam sind wir stark“ heißt nun das Projekt: Mit der Frederik und Luca-Stiftung sowie mit wissenschaftlicher Unterstützung der Universität Bayreuth, Konzeptentwicklung durch Timm Blaschke von Academy Karlsruhe und mit Hilfe vom Bayerischen Karate-Bund halten speziell dafür ausgebildete FCN-Trainer*innen Gewaltpräventionskurse für Kinder in Grundschulen ab. Übliche Gewaltpräventionsprojekte haben zwischen sechs und 12 Einheiten, „Gemeinsam sind wir stark“ hat bis zu 16 Einheiten.

Das Ziel: In spielerischer Verbindung mit Bewegung sollen die Kinder für Gewaltsituationen im Alltag sensibilisiert werden, konfliktentschärfende Maßnahmen erlernen und dadurch ihr Selbstbewusstsein gestärkt und das Zeigen von Zivilcourage gefördert werden. Die Wirkung: Seit September 2024 erprobt der 1. FC Nürnberg das Projekt an der Holzgartenschule und Konrad-Groß-Schule, seit September 2025 zusätzlich an der Scharrerschule. Die Wirkungsmessung von Barbara Lohrum an der Universität Bayreuth zeigt, „dass die Kinder starke soziale Kompetenzen entwickeln konnten, dass sich das Klassenklima gestärkt hat und tatsächlich auch, dass sich die Impulskontrolle im Moment eines Konflikts verbessert hat und die Kinder auch im Nachgang viel besser reflektieren können, warum ihr Verhalten in Konfliktsituationen nicht das richtige war.“ Das Projekt hilft also und soll auf weitere Schulen in Nürnberg ausgeweitet werden.

Enrico Valentini: „Es gibt eine Grenze und das ist Gewalt“

„Ich bin unsagbar stolz auf das, was da entstanden ist. Georg Ballmann ist eine inspirierende Person, unser Bewegungsteam aus Community & Membership macht einen fantastischen Job und man sieht strahlende Kinder, die geschult werden, Gewalt zu vermeiden“, sagt Niels Rossow, Vorstand Strategie und Marketing des 1. FC Nürnberg, bei der Vorstellung des Projekts und der Begleitung einer Übungsstunde in der Konrad-Groß-Schule. „Wir waren schon länger dran, gemeinsam etwas zu entwickeln. Aber wir waren nie richtig überzeugt, dass wir das passende Konzept haben. Dann sind wir dem Bayerischen Karate-Bund zusammengekommen und haben mit dieser Unterstützung ein eigenes Gewaltpräventionskonzept erarbeitet. Dieses setzen wir jetzt in der Testphase in den ersten drei Schulen um und wollen es natürlich noch auf viele Schulen ausweiten“, ergänzt Georg Ballmann, Papa von Luca und Vorsitzender der Frederik und Luca-Stiftung.

Nahezu alle Projektbeteiligte waren gekommen, um eindrucksvoll zu zeigen, wieviel Herzblut, Engagement und Bedeutung in der gemeinsamen Initiative stecken: Neben Georg Ballmann, Niels Rossow und Barbara Lohrum auch Katharina Fritsch, Leiterin Community & Membership beim FCN mit ihrem Team, Wolfgang Weigert, Präsident des Bayerischen Karate-Bundes, Sebastian Lutz und Johanna Hufnagel von DAX-Sports aus Nürnberg-Langwasser, die Schlagpolster als wichtige Ausrüstung vergünstigt zur Verfügung gestellt haben sowie Enrico Valentini, der die Übungen der FCN-Trainer Patrick Hekiert und Dominik Piskol mit den 20 Zweitklässlern fleißig mitmachte. „Auch wenn die Teams auf dem Platz Gegner sind, gibt es eine Grenze. Und das ist Gewalt. Im Sport wie im Leben“, betont Enrico Valentini.

Mit Fans und Partnern 2026: Spenden sammeln für Frederik und Luca-Stiftung

Der 1. FC Nürnberg wird „Gemeinsam sind wir stark“ zusammen mit Fans und Partnern über verschiedene Aktionen im Jahr 2026 besonders in den Fokus seines Engagements stellen. Im Mittelpunkt soll das Sammeln von Spenden für die Frederik und Luca-Stiftung stehen.

 


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