Profis Teamcheck Freitag, 19.02.2021

Gegnercheck Karlsruher SC: In 2021 noch unbesiegt

Foto: Sportfoto Zink

Am 22. Spieltag der zweiten Fußball-Bundesliga trifft der Club auswärts auf den Karlsruher Sport-Club. Anpfiff der Partie ist am Sonntag um 13:30 Uhr. Vom Ursprung des Vereins bis zum aktuellen Spielstil unseres kommenden Gegners erfahrt ihr mehr im Gegnercheck.

  • Der Verein

Der KSC entstand aus einer Fusion zwischen dem FC Phoenix und des VfB Mühlburg. Den Anfang des Fußballs in Karlsruhe stellte eine Fraktion aus dem Turnerbund dar, die sich gegen Turnen als Trendsportart Nummer eins setzte und eigenhändig den FC Phoenix gründete. Dem FC Phoenix gelang im Jahre 1909 mit dem Gewinn der deutschen Meisterschaft auch der bisher größte Erfolg der Vereinsgeschichte. 1921 verpachtete das Land Baden dem Verein ein Gelände am Karlsruher Hardtwald, worauf die Vereinsanlagen am Wildpark entstanden. Parallel zum FC Phoenix entwickelte sich in einem anderen Stadtteil aber noch ein zweiter Verein. Der VfB Mühlburg entstand aus einer Fusion mehrerer kleiner Vereine. In der Nachkriegszeit entwickelte sich auch der sportliche Erfolg der beiden Vereine in eine unterschiedliche Richtung. Während der FC Phoenix den Abstieg in die Landesliga verzeichnen musste, spielte der VfB Mühlburg in der höchsten deutschen Spielklasse. Der VfB brauchte aber ein neues Stadiongelände und so berieten beide Vereine am selben Tag gleichzeitig über eine Fusion, denn der FC Phoenix hatte mit dem Wildparkstadion die passende Infrastruktur. Die Vertreter des FC Phoenix nahmen die Fusion mit einer Mehrheit der Stimmen sofort an, doch beim VfB Mühlburg wurde sie zunächst abgelehnt. Da dies aber der einzige Ausweg für eine erfolgreiche Zukunft war, wurde drei Wochen später an einer außerordentlichen Versammlung doch noch der Fusion zugestimmt und so entstand im Jahre 1952 der KSC.

1955 und 1956 wurde man zweimal Pokalsieger und zeigte sehr gute Leistungen in der Oberliga, wodurch die Badener 1963 zu den Gründungsmitgliedern der Bundesliga gehörten. In der Saison 1967/68 stieg der KSC ab und spielte sieben Jahre lang in der zweithöchsten Spielklasse. Der nächste Aufenthalt im deutschen Oberhaus dauerte nur ein Jahr an, doch von 1986-1998 spielte man wieder in der höchsten Liga. Im Jahre 2001 fiel der Karlsruher SC sogar in die 3. Liga zurück. Man arbeitete sich aber noch einmal von 2008-2010 für zwei Jahre in die Bundesliga hoch, war damit aber letztmals erstklassig. Seit 2018 wird das alte Wildparkstadion um das Spielfeld herum komplett abgerissen und durch ein neues Stadion ersetzt. Trainer des KSC ist seit Sommer 2020 Christian Eichner.

  • Die Form

Der Karlsruher Sport-Club ist seit acht Spieltagen ungeschlagen. Daraus resultieren sechs Siege und zwei Unentschieden für die Badener. Gerade die knappen Siege gegen die Top-Teams aus Kiel, Bochum und Fürth haben für große Aufmerksamkeit gesorgt. Durch diese Serie kletterte der KSC von Platz 14 auf Platz fünf in der Tabelle und hält noch Kontakt zu den Aufstiegsplätzen.

  • Der Spielstil

Die Grundformation der Karlsruher ist in der Regel ein 4-1-4-1. Im Offensivspiel von Christian Eichener zeigt sich ein ganz klares Muster. Die Mannschaft des KSC bespielt die Außenbahnen immer und immer wieder. Mit nahezu 20 Flanken pro Spiel und knapp 70 Prozent aller Einleitungen über die Außen, die zu KSC-Toren führen, sprechen die Werte für sich. Daher erklärt sich auch die Grundformation mit der Spielweise in der Offensive. Mit zwei Spielern auf der jeweiligen linken oder rechten Seite versuchen die Badener eine Überzahl auf den Außenbahnen zu schaffen, um dann die Flanke in den Sechzehner zu bringen.

In der Box wartet mit Phillipp Hofmann einer der besten Stürmer der Liga. Doch der KSC ist mittlerweile nicht mehr so abhängig von seinem Torjäger. Mit neun von 36 erzielten Treffern schoss der 27-Jährige bislangb 25 Prozent aller Karlsruher Tore. Letzte Saison waren es noch knapp unter 40 Prozent. Hofmann dient zwar oft als Zielspieler der Flanken, doch er lässt diese auch häufig klatschen, um die zwei nachgerückten zentralen Mittelfeldspieler zu bedienen. So kommen die häufig dahinter spielenden Wanitzek, Gondorf und Choi zusammen auf bisher elf Tore in dieser Saison.

Der KSC stellt die viertbeste Offensive der Liga. In der Defensive steht die Eichner Elf dagegen auf Platz neun. Durch das offensive Mitwirken der Außenverteidiger sind die Badener in schnellen Umschaltsituationen durchaus verwundbar. Wenn sie sich aber in der Rückwärtsbewegung einmal gestaffelt haben, steht die Hintermannschaft sehr solide. Im Tor haben die Karlsruher mit Marius Gersbeck zudem den Keeper, der ligaweit bis jetzt die meisten Großchancen vereitelte.

  • Der Spieler im Fokus

Benjamin Goller wechselte im Sommer vom SV Werder Bremen an den Wildpark. Mittlerweile gehört er für Christian Eichner zum unumstrittenen Stammpersonal und stand in dieser Saison seit dem 12. Spieltag, mit einer Ausnahme am 18. Spieltag, immer in der Startelf. Der 22-Jährige sorgt auf der rechten Außenposition mit Topwerten von 34 km/h für ordentlich Tempo. Und dieses Tempo weiß der Ex-Schalker einzusetzen, denn er ist aktuell der drittbeste Scorer im Team. Seine sechs Scorerpunkte erzielte er alle an den vergangenen neun Spieltagen und ist damit wesentlich an der Serie von acht unbesiegten Partien in Folge beteiligt.

  • Was beide Vereine verbindet…

Enrico Valentini spielte vom Sommer 2014 drei Jahre lang für den KSC, bevor er nach Nürnberg zurückkehrte. Auch Robin Hack hat eine Karlsruher Vergangenheit und spielte bis zu seinem Wechsel zur TSG Hoffenheim in der KSC-Jugend. Auf der anderen Seite ist Philip Heise nach seiner Leihe in der letzten Saison noch bestens bekannt.

Spieldaten

22. Spieltag, 2. Bundesliga 20/21
0 : 1
Karlsruher SC
1. FC Nürnberg
90. Mats Møller Dæhli 0:1
Stadion
Datum
21.02.2021 13:30 Uhr
Schiedsrichter
Bastian Dankert
Zuschauer
noch unbekannt

Aufstellung

Karlsruher SC
Gersbeck - Thiede - Bormuth - Kobald - Heise - Wanitzek - Kyoung-Rok - Gondorf - Goller (78. Batmaz) - Hofmann (86. Gueye) - Lorenz (71. Amaechi)
Reservebank
Kuster, 18466, Rabold, Wimmer, Amaechi, Fröde, Groiß, Batmaz, Gueye
Trainer
18466
1. FC Nürnberg
Mathenia - Valentini - Mühl - Margreitter - Handwerker (90. Behrens) - Geis - Dovedan (90. Schleusener) - Nürnberger - Møller Dæhli - Schäffler - Borkowski (77. Krauß)
Reservebank
Früchtl, Krätschmer, Rosenlöcher, Sorg, Behrens, Krauß, Latteier, Schleusener, Shuranov
Trainer
Robert Klauß

Ereignisse

54. min Spielstand: 0:0
Enrico Valentini

60. min Spielstand: 0:0
Fabian Nürnberger

61. min Spielstand: 0:0
Choi Kyoung-Rok

71. min Spielstand: 0:0
Xavier Amaechi kommt für Marc Lorenz

77. min Spielstand: 0:0
Tom Krauß kommt für Dennis Borkowski

78. min Spielstand: 0:0
Malik Batmaz kommt für Benjamin Goller

86. min Spielstand: 0:0
Babacar Gueye kommt für Philipp Hofmann

90. min Spielstand: 0:1
Mats Møller Dæhli

90.(+1) min Spielstand: 0:1
Fabian Schleusener kommt für Nikola Dovedan

90.(+3) min Spielstand: 0:1
Hanno Behrens kommt für Tim Handwerker

]]>