Profis Teamcheck Samstag, 10.04.2021

Gegner-Check Würzburger Kickers: Trainerwechsel und Lebenszeichen

Foto: Sportfoto Zink

Das nächste Auswärtsspiel führt den Club am Sonntag (Anpfiff 13.30 Uhr) nach Würzburg zum Frankenduell. Hier kommt die gewohnte Analyse unseres Gegners.

Der Verein

Seit 113 Jahren besteht der Verein FC Würzburger Kickers bereits. Die Vereinsgeschichte der Mainfranken startete mit einem 5:0-Derbysieg gegen den 1. Würzburger Fußballverein von 1904. Durch den Ersten Weltkrieg verlor der Verein dann rund ein Drittel seiner Mitglieder, kämpfte sich aber wieder zurück und spielte zeitweise in der höchsten Spielklasse. Auch der Zweite Weltkrieg hinterließ bei dem Klub seine Spuren und so waren sie zu einem Stadionumzug gezwungen. Nach dem Krieg stiegen die Kickers in die höchste bayrische Spielklasse auf und bezogen mit dem Stadion am Dallenberg eine neue Heimat. Durch den Aufstieg in die Zweite Bundesliga Süd im Jahre 1977 erreichte die Fußball-Mannschaft ihren bis dato größten Erfolg. Doch die Mainfranken konnten sich nicht in der Liga etablieren und so verbrachte man die folgenden Jahre in der Bayernliga.

Anfang der 2000er Jahre war der Verein bis in die Bezirksliga abgestiegen. Durch zwei Aufstiege in Folge kehrte man in die Landesliga zurück. Man vollzog einen sportlichen Umbruch und konzentrierte sich auf die Förderung junger Talente. Mit dem Aufstieg in die Regionalliga 2012 zeigte der Umbruch schon die ersten Wirkungen. Drei Jahre später gelang dann der ganz große Wurf. Nachdem der Drittliga-Aufstieg perfekt war, spielten die Kickers unter Bernd Hollerbach eine sensationelle Rückrunde, was den Durchmarsch in die zweite Fußball-Bundesliga bedeutete. Obwohl die Mainfranken die Klasse nicht halten konnten, schien die Rückkehr in den Profifußball gelungen. In der vergangenen Saison stieg man erneut in die zweithöchste Spielklasse auf. Die Heimspiele werden mittlerweile in der FLYERALARM Arena am Dallenberg ausgetragen. Nach der Trennung von Bernhard Trares vor zwei Wochen coacht das Duo Santelli/ Schuppan das Team interimsmäßig an der Seitenlinie.

Die Form

Die Würzburger Kickers rangieren mit 19 Punkten am Tabellenende. Mit 54 Gegentoren stellt man die schwächste Defensive der Liga. In den letzten fünf Spielen holten die Mainfranken vier Punkte. Im Duell gegen den Tabellennachbarn aus Sandhausen am vergangenen Wochenende setzte es für die Kickers eine bittere 0:1-Niederlage. In der zweiten Halbzeit übte die Santelli-Elf viel Druck aus, doch der Ausgleich wollte nicht gelingen. Am Donnerstag mussten sie dann zum Nachholspiel nach Hannover und konnten mit einem 2:1-Auswärtssieg ein Lebenszeichen senden. Die 96er gingen in der 47. Minute mit 1:0 in Führung, doch Ronstadt und van la Parra drehten die Partie zugunsten der Würzburger.

Der Spielstil

Ex-Trainer Bernhard Trares bevorzugt in den letzten Spielen ein 4-4-2 mit Raute. Das neue Trainerduo Santelli/ Schuppan stellten ihr Team in den letzten zwei Spielen im 4-3-3 auf. Für die Offensive bedeutet dies zum einen einfach mehr Personal. Denn beim Spiel gegen Hannover wurde im Spielaufbau auf spielerische Lösungen gesetzt, meist über die Außenpositionen oder mit einem direkten Pass auf den Mittelstürmer, der dann den Ball abklatschen ließ. Häufig orientierte sich das Angriffsspiel dann auf die linke Seite, wo sich Außenverteidiger Feltscher mit dem linken Stürmer durchkombinierte, um dann auf Pieringer und Munsy in die Mitte zu flanken.

Gegen den Ball formierte sich die Mannschaft zu einem 4-1-4-1. Somit ließen sich die beiden Flügelstürmer etwas fallen, um die Seiten zu doppeln. Die Würzburger Mannschaft steht sehr tief in der eigenen Hälfte. Einer der zentralen Mittelfeldspieler versucht mit dem Mittelstürmer Druck auf den ballführenden Innenverteidiger auszuüben und ihn zu einem langen Ball zu zwingen. Zwischenzeitlich stellte Santelli auch mal auf ein 4-4-2 gegen den Ball um, wo die beiden Stürmer dann das Anlaufen übernahmen. Das Ganze findet aber erst auf Höhe der Mittellinie statt, sodass die Mannschaft genug Spieler hinter dem Ball hat, um die schwächste Defensive der Liga zu unterstützen.

Der Spieler im Fokus

Rolf Feltscher kam im Januar von LA Galaxy zu den Würzburger Kickers. Der 30-Jährige ist eigentlich Rechtsverteidiger, doch bekleidet bei den Mainfranken die Position des Linksverteidigers. Von 15 möglichen Spielen stand er 13 Mal in der Startelf und war auf Anhieb eine Verstärkung für die Kickers. In der Defensive verkörpert er einen durchaus robusten Spielstil und gewinnt rund 60 Prozent seiner Zweikämpfe. Wertvoll für das Würzburger Spiel sind aber vor allem seine offensiven Qualitäten. Er schaltet sich immer wieder in das Angriffsspiel mit ein und bringt mit seinem rechten Fuß scharfe Flanken in den Sechzehner.

Was beide Vereine verbindet

Die Herkunft. Würzburg liegt noch im sogenannten Unterfranken und ist nach Luftlinie nur 91,43 Kilometer von Nürnberg entfernt. Das Aufeinandertreffen beider Mannschaften wird daher auch in den Medien als „kleines Frankenderby“ betitelt.

Spieldaten

28. Spieltag, 2. Bundesliga 20/21
1 : 1
FC Würzburger Kickers
78. Lars Dietz (Kopfball) 1:1
1. FC Nürnberg
5. Eric Shuranov (Kopfball) 0:1
Stadion
Datum
11.04.2021 13:30 Uhr
Schiedsrichter
Tobias Reichel
Zuschauer
noch unbekannt

Aufstellung

FC Würzburger Kickers
Bonmann - Ronstadt - Strohdiek - Kraulich - Feick (69. Feltscher) - Lotric (46. Pieringer) - Dietz - Sontheimer - Kopacz (62. van la Parra) - Munsy - Baumann (89. Nikolov)
Reservebank
Giefer, Franco Teixeira, Feltscher, Hägele, Hasek, Meisel, van la Parra, Nikolov, Pieringer
Trainer
Ralf Santelli
1. FC Nürnberg
Mathenia - Valentini - Mühl (50. Margreitter) - Sörensen - Handwerker - Geis - Krauß - Schleusener (85. Dovedan) - Møller Dæhli - Shuranov (62. Borkowski) - Schäffler
Reservebank
Früchtl, Krätschmer, Margreitter, Rosenlöcher, Behrens, Dovedan, Latteier, Borkowski
Trainer
Robert Klauß

Ereignisse

5. min Spielstand: 0:1
Eric Shuranov

19. min Spielstand: 0:1
Lukas Mühl

32. min Spielstand: 0:1
Enrico Valentini

42. min Spielstand: 0:1
Patrick Sontheimer

43. min Spielstand: 0:1
Tom Krauß

46. min Spielstand: 0:1
Marvin Pieringer kommt für Mitja Lotric

48. min Spielstand: 0:1
Manuel Schäffler

50. min Spielstand: 0:1
Georg Margreitter kommt für Lukas Mühl

62. min Spielstand: 0:1
Dennis Borkowski kommt für Eric Shuranov

62. min Spielstand: 0:1
Rajiv van la Parra kommt für David Kopacz

69. min Spielstand: 0:1
Rolf Feltscher kommt für Arne Feick

78. min Spielstand: 1:1
Lars Dietz

82. min Spielstand: 1:1
Ridge Munsy

85. min Spielstand: 1:1
Nikola Dovedan kommt für Fabian Schleusener

89. min Spielstand: 1:1
Vladimir Nikolov kommt für Dominic Baumann

90.(+2) min Spielstand: 1:1
Vladimir Nikolov

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