Profis Teamcheck Sonntag, 18.04.2021

Gegner-Check Erzgebirge Aue: Vorne zielstrebig, hinten im Kollektiv

Foto: DFL

Das Spiel gegen Kiel entfiel, somit ist der Club am Dienstag in Aue (Anpfiff um 18.30 Uhr) zum zweiten Mal in Folge auswärts gefordert. Im Gegner-Check stellen wir euch unseren kommenden Gegner genauer vor.

  • Der Verein

Den Namen FC Erzgebirge Aue trägt der Verein erst seit 1993. Der erste Fußballverein aus Aue gründete sich jedoch bereits 1908 unter dem Namen FC Aue 1908. Die Fußballer aus Aue erzielten in den Anfangsjahren erste Erfolge in der sogenannten Gauliga. Auf den Vereinsnamen konnten sich die Sachsen jedoch nie richtig festlegen, dennoch trug sich 1921 der SV Alemannia Aue in das Vereinsregister ein. Sieben Jahre später wurde auch das Städtische Stadion fertig und war die neue Heimat des Vereines. Nach der Fusion mit dem VfB Aue wollte der Verein seine sportlichen Erfolge weiter voranbringen, doch durch den Zweiten Weltkrieg kam der Spielbetrieb zum Erliegen.

Nach Wiederaufnahme des Ligabetriebes folgten die erfolgreichsten Zeiten damals unter dem Namen SC Wismut Karl-Marx-Stadt. Drei Meisterschaften und ein Pokalsieg gewannen die Sachsen zwischen 1955 bis 1959. Das Bergunternehmen Wismut übernahm zu diesen Zeiten auch die Trägerschaft des Vereins, wodurch die Bergbautradition entstand. 1966 spielte man gegen Hansa Rostock in Lila-Weißen Trikots. Daher erhielten die Sachsen den weitverbreiteten Spitznamen „die Veilchen“. Das Bergbauunternehmen Wismut stieg 1993 aus dem Verein aus und es folgte die erneute Neuausrichtung unter dem heutigen Namen. 2016 stiegen die Veilchen zum dritten Mal nach 2003 und 2010 in die Zweite Bundesliga auf. Von 2015 bis 2018 wurde das Erzgebirgsstadion in ein reines Fußballstadion umgebaut, denn im ursprünglichen Städtischen Stadion hatte es unter anderem noch eine 400m-Laufbahn. Seit Sommer 2019 betreut Dirk Schuster die Mannschaft als Cheftrainer.

  • Die Form

Die Sachsen rangieren derzeit auf dem 10. Tabellenplatz. Dieses Wochenende wurde auch ihr Spiel gegen den Karlsruher SC aufgrund der Quarantäne der Badener verschoben. Aus den vergangenen fünf Spielen holte die Schuster-Elf fünf Punkte. Gegen Hannover und Regensburg trennte man sich jeweils Unentschieden, gegen Sandhausen feierten die Lila-Weißen einen 2:0-Sieg und gegen Darmstadt und St. Pauli setzte es eine Niederlage. Die Heimniederlage gegen St. Pauli war die erste Niederlage im Erzgebirgsstadion seit Mitte Januar. In der laufenden Saison präsentiert sich Aue sehr heimstark, holte 25 Punkte und verlor kein Heimspiel gegen die Top-Fünf aus der Liga.

  • Der Spielstil

In der ersten Hälfte der Saison hat sich Dirk Schuster noch nicht auf eine fixe Grundformation festgelegt. Doch mittlerweile scheint er sie gefunden zu haben, denn in den letzten fünf Spielen stellte er seine Mannschaft immer im 4-2-3-1 auf. In der Offensive agieren die Veilchen sehr zielstrebig. Pascal Testroet ist ihr Zielspieler im Angriff, den sie oft mit einem langen Ball anspielen. In dieser Zeit schalten die drei offensiven Mittelfeldspieler um und rücken nach. Gerade das Duo Testroet/Krüger gibt in der Offensive der Sachsen den Ton an. Zusammen kommen die beiden auf 37 Scorerpunkte in dieser Saison. Auch die Statistiken belegen den schnellen, zielstrebigen Offensiv-Fußball der Schuster Elf. Aue hat im Schnitt nur 45 Prozent Ballbesitz (Platz 15 in Liga zwei) und erzielte in dieser Saison bereits acht Konter-Tore (Platz zwei).

In der Defensive zeigte die Mannschaft aus dem Erzgebirge öfters Mal einige Anfälligkeiten. Auffällig ist, dass Aue seinen Gegnern die meisten Großchancen in der Liga gestattet. Daher stehen sie in der Defensive eher tief in der eigenen Hälfte, um Eins-gegen-Eins-Duelle zu vermeiden. Mit 47 Prozent gewonnenen Zweikämpfen stellt man die drittschlechteste Zweikampfquote der Liga. Die Mannschaft von Dirk Schuster verteidigt daher gerne im Kollektiv mit vielen Spielern hinter dem Ball. Das hat aber auch zur Folge, dass die Gegner automatisch offensiver stehen. Und dies bringt wiederum viel Platz zum Kontern.

  • Der Spieler im Fokus

Martin Männel hütet seit Sommer 2008 das Tor des FC Erzgebirge Aue. Beim Spiel gegen den VfL Bochum absolvierte er das 419. Pflichtspiel für die Veilchen und wurde damit alleiniger Rekordspieler des Vereins. Am vergangenen Spieltag feierte er mit seinem 300. Spiel in der Zweiten Bundesliga ein weiteres Jubiläum. Männel parierte in dieser Saison über 90 Prozent der Schüsse, die auf sein Tor kamen und ist für die Defensive ein sicherer Rückhalt. Zudem ist der 33-Jährige für seine starke Elfmeterquote bekannt. In dieser Saison parierte er vier von neun Strafstößen der Gegner.

  • Was beide Vereine verbindet

Letzte Woche machte der Club auf die Typisierung für Stammzellenspender aufmerksam. Auch der FC Erzgebirge Aue beteiligte sich an der Aktion. Für das Spiel können Fans beider Lager Tickets zur Unterstützung des kleinen Eriks erwerben, der an Leukämie erkrankt ist. Gemeinsam gegen Blutkrebs! Hier könnt ihr euch selber Spenden-Tickets für Erik sichern.

Spieldaten

30. Spieltag, 2. Bundesliga 20/21
0 : 1
FC Erzgebirge Aue
1. FC Nürnberg
85. Robin Hack 0:1
Stadion
Datum
20.04.2021 18:30 Uhr
Schiedsrichter
Manuel Gräfe
Zuschauer
noch unbekannt

Aufstellung

FC Erzgebirge Aue
Männel - Breitkreuz - Gonther - Bussmann - Strauß - Gnjatic - Fandrich (87. Jonjic) - Hochscheidt (55. Zolinski) - Nazarov (74. Baumgart) - Krüger - Testroet
Reservebank
Klewin, Jeck, Samson, Baumgart, Härtel, Jonjic, Majetschak, Rizzuto, Zolinski
Trainer
Dirk Schuster
1. FC Nürnberg
Mathenia - Valentini - Margreitter - Sörensen - Handwerker - Geis - Krauß - Nürnberger (78. Hack) - Møller Dæhli (88. Mühl) - Shuranov (88. Behrens) - Borkowski (66. Dovedan)
Reservebank
Früchtl, Mühl, Rosenlöcher, Hack, Behrens, Dovedan, Latteier, Schleusener
Trainer
Robert Klauß

Ereignisse

41. min Spielstand: 0:0
Tom Krauß

55. min Spielstand: 0:0
Ben Zolinski kommt für Jan Hochscheidt

66. min Spielstand: 0:0
Nikola Dovedan kommt für Dennis Borkowski

72. min Spielstand: 0:0
Eric Shuranov

74. min Spielstand: 0:0
Tom Baumgart kommt für Dimitrij Nazarov

78. min Spielstand: 0:0
Robin Hack kommt für Fabian Nürnberger

85. min Spielstand: 0:1
Robin Hack

87. min Spielstand: 0:1
Antonio Jonjic kommt für Clemens Fandrich

88. min Spielstand: 0:1
Lukas Mühl kommt für Mats Møller Dæhli

88. min Spielstand: 0:1
Hanno Behrens kommt für Eric Shuranov

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