Nachwuchs Freitag, 20.01.2017

Fünf Jungs aus der U21: Los niños in Spanien

Foto: Sportfoto Zink

Im spanischen Alicante sind gleich fünf Nachwuchsspieler aus der U21 mit von der Partie. fcn.de wirft ein Auge auf die los niños.

  • Der Beförderte

Der Trip nach Alicante bedeutet für Dominic Baumann, sich abermals in einer neuen Rolle zurechtfinden zu müssen. Ein Jahr nach seinem Sprung in das Profi-Team von Dynamo Dresden wechselte der Stürmer 2015 von der Elbe an die Pegnitz und fand sich abermals in einem Nachwuchsteam wieder. Im Spannungsfeld zwischen Anspruch und Wirklichkeit kam der 21-Jährige in der Club-U21 auf "nur" 24 Einsätze und zwei Tore in der vergangenen Regionalliga-Saison.

Doch Aufgeben galt für Baumann nicht, der sich im Training weiter rein hing und zu dieser Saison zum Kapitän des Teams von Neu-Trainer Michael Köllner ernannt wurde. Über die Zahlen seines Premierenjahres kann der Spielführer ein halbes Jahr später nur noch lächeln: in jedem der bislang absolvierten 21 Ligapartien kam der Sachse zum Einsatz und erzielte dabei von insgesamt 48 Toren 13 selbst und bereitete weitere zwölf vor. Statt dirigieren in der U21 heißt es bei den Profis zwar vorerst wieder Wasserkisten schleppen, aber: "Das machen wir noch gern. Man ordnet sich unter, das ist kein Problem", versichert Baumann.

  • Das Eigengewächs

Mit "wir" meint der U21-Kapitän auch seinen Hintermann Steffen Eder, der aufgrund der Knieverletzung von Dave Bulthuis kurzfristig für das Trainingslager in Spanien nachnominiert wurde. Doch es ist mehr, als der Ausfall des Niederländers, der den erst 19-Jährigen zum Mitspielen bei den Profis befähigt. Bereits im Sommer stand der Innenverteidiger kurz vor dem Sprung in die Lizenzmannschaft, ehe ihn Verletzungen zurückwarfen.

Seit nunmehr knapp fünf Jahren streift sich Eder das Club-Trikot über den Kopf und kann sich somit stolz als das unumstrittene Eigengewächs der jungen Riege nennen. Dabei hatte der Oberbayer nach seiner Zeit in der U19 das eine oder andere Angebot vorgelegt bekommen, das ihn allerdings nicht vom Valznerweiher loseisen konnte. Der Entschluss, auch sein sechstes Jahr beim Club zu begehen, gibt ihm, betrachtet man seine aktuelle Statistik, Recht. Bis auf vier Spiele, die er zum Teil gesperrt fehlte, kam auch Eder regelmäßig zu Einsätzen im Regionalligateam der U21 und glänzte dabei neben drei eigenen Treffern mit Übersicht und präzisen Bällen bei der Spieleröffnung.

  • Der Neueste im Bunde

Seit sechs Monaten ist auch Abdelhamid Sabiri Teil der Club-Familie und somit neuester Spieler in diesem Kosmos. Doch nicht nur deshalb werden die Verantwortlichen des NachwuchsLeistungsZentrum den Transfer der Deutsch-Marokkaners im vergangenen Juli nicht so schnell vergessen können. Die Verhandlungen mit Ex-Verein Sportfreunde Siegen gestalteten sich schwierig, war Sabiri doch mit 18 Toren und zwölf Vorlagen ein entscheidendes Puzzlestück bei der Rückkehr in die Regionalliga West. Doch der Club schaffte es schließlich, sich gegen zahlreiche Konkurrenten durchzusetzen und sowohl die Sportfreunde als auch Sabiri vom 1. FC Nürnberg zu überzeugen.

Die Anstrengungen zahlten sich bereits aus. Vornehmlich auf der Zehn eingesetzt gestaltet der 20-Jährige trotz entfallener Sommerpause die Geschicke der U21 und verzeichnet dabei zur Winterpause zwölf Tore sowie sechs Assists. "Ich wollte mich in den zwei Jahren meines Vertrages einfach so weit wie möglich weiterentwickeln und mein Bestes geben. Dass es jetzt schon so weit ist, oben mittrainieren zu dürfen, ist ein schönes Gefühl", zeigte sich Sabiri, der seine fußballerischen Anfänge bei der TuS Koblenz und dem SV Darmstadt hatte, dennoch überrascht über die Einladung nach Spanien.

  • Der Retter

Ohne ihn wäre die Vorbereitung auf die kommende Zweitliga-Rückrunde definitiv schwieriger. Denn Thorsten Kirschbaum ist zwar viel zuzutrauen, doch teilen kann sich die Nummer eins zwischen den Pfosten des 1. FC Nürnberg (noch) nicht. Ohne den erkrankten Raphael Schäfer und den verletzten Patrick Rakovsky wären Trainingsspiele und Übungen auf zwei Tore kaum zu realisieren. Somit wird U21-Keeper Ramon Castellucci in Spanien nicht nur die Ehre zu Teil, mit den Profis zu trainieren, sondern auch eine auf Anhieb wichtige Rolle.

Dabei könnte der gemeine Grantler behaupten, dass es für Castellucci nicht einmal im Regionalliga-Team glatt läuft. Vor kurzem wurde dem 19-Jährigen dort Johannes Kreidl als direkter Konkurrent zur Seite gestellt, der sich aufgrund seiner Interpretation des Torwartspiels grundsätzlich von Castellucci unterscheidet. Doch die Verpflichtung des 1,94m großen Ex-Hamburgers dürfe nicht als Misstrauen in den elf Zentimeter kleineren Castellucci interpretiert werden, wie sein U21-Trainer betont. "In der ganzen Hinrunde war Ramon in der äußerst luxuriösen Situation, ohne Konkurrenz unangefochten gesetzt zu sein. Mit dem Transfer von Johannes wollten wir das einfach ändern", erklärt Köllner, der von den Stärken seiner bisherigen Nummer eins überzeugt ist: "Er ist stark im Eins-gegen-Eins, steht zum Teil sehr hoch und interpretiert seine Position sehr aktiv. Deshalb darf er sich jetzt auch den Profis präsentieren und wird sicherlich von der Zusammenarbeit mit Michael Fuchs profitieren."

  • Die Universalwaffe

Unaufgeregt, ohne die großen Ausreißer nach oben oder unten, emsig und stets verlässlich geht Dennis Lippert seinem Beruf nach, den er auf verschiedenen Positionen ausüben kann. Vornehmlich auf seiner Stammposition hinten links, aber auch offensiv auf beiden Flügeln, im zentralen Mittelfeld und in der Innenverteidigung im Einsatz, kommt der gebürtige Weidener auf zwei Torvorlagen in 19 Regionalligaspielen für die U21.

"Dennis ist ein Uhrwerk, das immer funktioniert. Trotz seiner Größe hat er ein gutes Kopfballspiel, ist schnell und vor allem hat er ein großes Herz", beschreibt Köllner seinen Außenverteidiger, dem er, sollte sich sein Selbstbewusstsein weiterentwickeln, weitere Schritte nach oben zutraut. Ein erster ist für Lippert, ebenso wie für Baumann, Eder, Sabiri und Castellucci mit der Teilnahme am Trainingslager bereits getan.