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Teamcheck Freitag, 08.02.2013

Eintracht Frankfurt: Alles andere als Zufall

Die Hessen spielen in dieser Saison oben mit – und das zurecht. Ein Blick auf den Club-Gegner.

Foto: Picture Alliance

Abschlusstabelle Mai 2012: Die Frankfurter Eintracht steht mit 68 Zählern und einem Torverhältnis von 76:33 auf Rang zwei. Alexander Meier mimt mit 17 Treffern in 32 Spielen die hessische Torkanone. Zeitsprung in den Februar 2013: Die Kicker aus der Main-Metropole weilen nach 20 Spieltagen mit 36 Punkten und einem Torverhältnis von 38:31 auf Platz vier. Wiederum ist es Meier, der mit zwölf Toren zu den besten Torjägern der Liga zählt.

Was auf den ersten Blick wie die Etablierung im oberen Drittel der Fußball-Bundesliga aussieht, ist in Wirklichkeit eine tolle Entwicklung binnen kürzester Zeit. Denn: Die Bilanz aus dem Mai 2012 war die eines Zweitligisten. Im Februar 2013 ist die Eintracht nun aber wieder erstklassig. An das Jahr in der 2. Liga denkt man in Frankfurt derweil nicht mehr gerne zurück.

Frankfurter Aderlass "um zwei bis drei Jahre"

Dass die Hessen dieses eine Jahr im tieferen Stockwerk überhaupt verbringen mussten, sorgt in Fankreisen und bei Offiziellen immer noch für dezentes Kopfschütteln. 26 Punkte staubte die Truppe von Coach Michael Skibbe, dem damaligen Trainer, in der Hinrunde 2010/11 ab und träumte fortan von einem bis dato durchaus möglichen internationalen Startplatz. Nach der Winterpause ging es dann allerdings dahin. In den ersten acht Spielen des neuen Jahres schossen die Frankfurter nicht einmal ein Tor, in der gesamten Rückrunde reichte es nur zu einem Sieg (2:1 gegen den am Ende ebenfalls abgestiegenen FC St. Pauli).

Auch Fußballlehrer Christoph Daum, der gegen Ende und schon in äußerst bedenklicher Lage verpflichtet wurde, konnte nichts mehr retten. Der anfangs abgeschriebene und nicht für möglich gehaltene Abstieg wurde letztendlich doch zum größten Posten der Frankfurter Buchhaltung. "Man fällt in seinen Planungen auf der Zeitschiene zurück - nicht nur ein Jahr, sondern um zwei bis drei Jahre", verkündete Dr. Thomas Pröckl, damaliger Finanzvorstand von Eintracht Frankfurt, im Mai 2012 gegenüber der Frankfurter Rundschau. Geschätzte elf Millionen Euro hatte dieses eine Jahr 2. Liga, das mit Armin Veh als Trainer gestartet wurde, gekostet – doppelt so viel wie zunächst angenommen.

Mit dem Dreigestirn dem Mittelmaß entfliehen

"Wir wollen keine graue Maus sein", gab dagegen Sportdirektor Bruno Hübner im April 2012 bereits wieder fokussiert gegenüber der Frankfurter Rundschau an. Der direkte Wiederaufstieg war da schon kurz vor dem Eintüten. Sein erstes Ziel hatte Hübner also erfüllt, Vorstandschef Heribert Bruchhagen konnte zufrieden sein. Seine zweite Herausforderung meisterte Hübner dann auch: Er stellte den Kader so zusammen, dass er – das zeigt die aktuelle Saison – auch höheren Bundesliga-Ansprüchen genügt. Aufgabe Nummer drei hat Hübner allerdings noch vor sich: Er muss mit Trainer Armin Veh verlängern.

Klubboss Heribert Bruchhagen sieht dieser Personalie entspannt entgegen. Gegenüber dem Kicker verlautbarte er, dass es keinen Grund gäbe, "weshalb Armin Veh gehen sollte. Bis auf die begrenzten finanziellen Möglichkeiten ist er ein König mit viel Land". Das alte Ziel soll mit Veh zum neuen werden: die Etablierung in der höchsten deutschen Spielklasse. Klappe Bundesliga, die zweite.

Ein Aufsteiger, der keiner ist

Derzeit befindet sich die Eintracht auf dem besten Weg dazu. Der Kader scheint ausgewogen besetzt mit erfahrenen, hungrigen und hoffnungsvollen Spielern, die Trainer Veh folgen und seine offensive Spielphilosophie gekonnt umsetzen. So lieferten die Hessen in dieser Spielzeit schon reihenweise packende Partien ab und ließen auch das eine oder andere vermeintliche Top-Team alt aussehen.

Und so ist der vierte Platz, auf dem die Eintracht derzeit rangiert, alles andere als Zufall oder das Produkt glücklicher Umstände. Auch der Start ins neue Jahr mit sechs Punkten aus drei Spielen klappte. Neuzugang Srdjan Lakic, aus Wolfsburg gekommen, traf bei seinem ersten Einsatz gegen den HSV gleich doppelt. Heribert Bruchhagen ließ gegenüber dem Kicker durchblicken, wohin die Reise am Ende aus Frankfurter Sicht hoffentlich geht: "Wir schielen auf einen Tabellenplatz, der zur Teilnahme an einem europäischen Wettbewerb berechtigt."

Spieldaten

21. Spieltag, 1. Bundesliga 2012/2013
0 : 0
Eintracht Frankfurt
1. FC Nürnberg
Stadion
Commerzbank Arena
Datum
09.02.2013 14:30 Uhr
Schiedsrichter
Christian Dingert
Zuschauer
45500

Aufstellung

Eintracht Frankfurt
Trapp - Jung - Zambrano - Anderson - Oczipka - 18466 - Rode - Aigner (89. Kittel) - 18466 - Inui (71. Matmour) - Lakic
Reservebank
18466, Celozzi, 18466, Kittel, Lanig, Occean, Matmour
Trainer
Armin Veh
1. FC Nürnberg
Schäfer - Chandler - Nilsson - Klose - Pinola - Simons - Kiyotake - Feulner - Balitsch (86. Ildiz) - Frantz (75. Mak) - Pekhart (78. Polter)
Reservebank
Rakovsky, ??, Plattenhardt, Ildiz, Kanazaki, Mak, Polter
Trainer
unbekannt

Ereignisse

49. min Spielstand: 0:0
Per Nilsson

59. min Spielstand: 0:0
Srdjan Lakic

65. min Spielstand: 0:0
Tomas Pekhart

69. min Spielstand: 0:0
Bamba Anderson

71. min Spielstand: 0:0
Karim Matmour kommt für Takashi Inui

75. min Spielstand: 0:0
Robert Mak kommt für Mike Frantz

78. min Spielstand: 0:0
Sebastian Polter kommt für Tomas Pekhart

85. min Spielstand: 0:0
Hanno Balitsch

86. min Spielstand: 0:0
Muhammed Ildiz kommt für Hanno Balitsch

89. min Spielstand: 0:0
Sonny Kittel kommt für Stefan Aigner