Profis Donnerstag, 06.08.2015

"Frank Wiblishauser: "Öfter mal am Rande des Wahnsinns"

Foto: Picture Alliance

Insgesamt fünf Jahre lange spielte Frank Wiblishauser für den 1. FC Nürnberg. Vor fünf Jahren beendete der Verteidiger seine Karriere. fcn.de sprach mit ihm über seine aktuelle Tätigkeit und Erinnerungen an den Club.

fcn.de: Herr Wiblishauser, was machen Sie heute?

Frank Wiblishauser: Ich arbeite als Heilpraktiker in eigener Praxis in Memmingen. Die Arbeit mit und für Menschen macht mir großen Spaß. Mir geht es gut.

fcn.de: Wie kam es zum Heilpraktiker?

Frank Wiblishauser: Mich hat als Spieler starker Heuschnupfen geplagt, sammelte so früh gute Erfahrungen mit Heilpraktikern, die mir dabei geholfen hatten. Und gegen Ende meiner Laufbahn, auch nach der schweren Verletzung und wenn die 30 überschritten ist, dann macht man sich ja schon Gedanken, wie es weitergehen kann. Und ich dachte eben, das könnte was sein.

fcn.de: In der Saison 2001/02 erwischte es Sie im Club-Trikot ganz hart. Diagnose Schien- und Wadenbruch.

Frank Wiblishauser: Es hat wirklich sehr lange gedauert, um wieder auf die Beine zu kommen. Da war ich öfter mal am Rande des Wahnsinns. Aber ich habe mich immer wieder motivieren können und wollte unbedingt noch ein Spiel machen nach dieser Verletzung. Und das hat ja auch geklappt.

fcn.de: Erinnern Sie sich an besondere Spiele mit dem Club?

Frank Wiblishauser: Da sind vor allem zwei Partien. Mein erstes Bundesligaspiel mit dem 1. FCN in Dortmund, vor der imposanten Südtribüne. Das war schon beeindruckend. Und dann natürlich das Heimspiel gegen Cottbus, Anfang Februar 2002, das für mich so schmerzhaft endete.

fcn.de: In Ihrer ersten Saison in Nürnberg sind Sie sofort aufgestiegen.

Frank Wiblishauser: Ja, Klaus Augenthaler war Trainer und hatte David Jarolim, Nisse Johansson und mich aus München geholt. Wir hatten damals ein sehr gutes Zusammengehörigkeitsgefühl in der Mannschaft und es lief für uns wie geschmiert. Für mich war es ein perfekter Einstieg ins Profigeschäft. Ich bin Augenthaler immer noch dankbar, dass er mir damals diesen Sprung ermöglicht hat. Ich denke gerne an das letzte Saisonspiel gegen St. Pauli, die Feier im Stadion und danach ging die Party noch in der Stadt sehr lange weiter.

fcn.de: Beim Club war nach der Saison 2005 Schluss und Sie zogen weiter nach St. Gallen.

Frank Wiblishauser: Die Zeit in St. Gallen war schön und lehrreich. Übrigens war der jetzige Club-Trainer René Weiler damals dort sportlicher Leiter und zeitweise auch Interimstrainer. Er hatte schon damals eine klare Vorstellung davon, was er wollte und setzte das dann auch in die Tat um.

fcn.de: Was verbinden Sie noch mit dem Club?

Frank Wiblishauser: Ich kenne noch viele Mitarbeiter auf der Geschäftsstelle, Martin Bader war damals schon da, Wolfgang Wolf auch. Es war insgesamt eine wunderschöne Zeit, wenn auch in meinem Fall mit einigen Schmerzen verbunden.


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