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Profis Teamcheck Donnerstag, 27.08.2015

Fortuna Düsseldorf: Das Problem mit den Strafräumen

Foto: Picture Alliance

Am Sonntag empfängt der Club Fortuna Düsseldorf. Die Rheinländer liegen nach vier Spieltagen auf einem Abstiegsplatz. Doch der Schein trügt.

Zahlen sagt man nach, dass sie nicht lügen. Stimmt, und doch sind sie mitunter mit Vorsicht zu genießen. Man nehme die Fortuna. Gäbe es eine saisonübergreifende Zweitliga-Wertung fürs Jahr 2015, wäre sie Schlusslicht. Und ins Bild passt es, dass sie auch in der aktuellen Tabelle auf Rang 17 und damit fast ganz unten zu finden ist.

Ein mageres Pünktchen hat der stolze Traditionsverein vom Rhein geholt, drei Niederlagen in Serie schlagen zu Buche. Nur drei Treffer hat der langjährige Erstligist in der Liga dabei bislang geschossen, beim jüngsten 1:2 gegen Freiburg beendete Bolly eine über fünf Stunden andauernde Torflaute bei Pflichtspielen. Wer ausschließlich auf dieses Zahlenwerk schaut, der muss zu dem Schluss kommen, dass auf den Club eine vermeintlich leichte Aufgabe zukommt.

Nur ein Teil der Realität

Und genau hier offenbart sich das Dilemma der Zahlen. Sie drücken zwar zweifelsohne die Realität aus, aber eben nur einen Teil von ihr, weil sie nichts über deren Zustandekommen aussagen. Bei all den drei Niederlagen der Düsseldorfer ist es nämlich nicht so gewesen, dass sie die schlechtere Mannschaft gestellt hätten. Im Gegenteil: Gegen Paderborn (1:2), in Heidenheim (0:1) wie auch jüngst gegen Freiburg (1:2) lief es für sie nach folgendem Schema ab: eine ordentliche bis gute Leistung geboten, ein Chancenplus herausgespielt, um am Ende doch als Verlierer vom Feld zu gehen.

Mit anderen Worten: Mit ein wenig mehr Fortune hätte die Fortuna auch mit drei Siegen in Reihe nach Nürnberg reisen und damit unterstreichen können, warum sie vor Saisonbeginn auch auf so manchem Aufstiegszettel als Geheimtipp gestanden sind. Dass man bei den Rheinländern das Hätte, Wenn und Könnte bemühen muss, lässt sich selbstredend nicht nur mit fehlendem Glück begründen. Wer sich dreimal in Folge einfach zu vermeidende Gegentore einfängt und vorne beste Einschussgelegenheiten liegen lässt, kann sich schwerlich nur auf den Faktor Pech berufen.

Mitten im Umbruch

Machen die Verantwortlichen bei der Fortuna auch nicht. "Wir haben in der entscheidenden Zone, dem Strafraum, hinten wie vorne nicht immer die notwendige Abstimmung und packen dort deswegen auch nicht entschlossen genug zu", sagt zum Beispiel Trainer Frank Kramer. Ein Umstand, den er allen voran auf den Umbruch zurückführt, den sich die Fortuna  zum Teil selbst verordnet hat und zu dem sie teilweise gezwungen worden ist. Den Offensivallrounder Benschop (zu Hannover 96) und den Innenverteidiger Tah (zu Bayer Leverkusen) hätten sie sicherlich gerne weiter in ihren Reihen gesehen.

Doch zurück zum Umbruch: In den  bisherigen Partien spielten bislang immer mindestens fünf Neuzugänge, so dass gewisse notwendige Automatismen noch gar nicht in Fleisch und Blut übergangen sein können. Hinzukommt, dass drei vom Namen her hochkarätige Neuzugänge mit einem Problem an den Rhein kamen, das nicht von heute auf morgen aus der Welt zu schaffen ist. Abwehrspieler Karim Haggui (31), der offensive Mittelfeldspieler Sercan Sararer (25, beide vom VfB Stuttgart) wie auch der Stürmer Didier Ya Konan (31, Hannover 96) hatten in der vergangenen Saison kaum gespielt, und Wettkampfpraxis ist nun einmal durch nichts zu ersetzen. Dass dieses Trio somit noch nicht eine Top-Leistung nach der anderen abrufen kann, liegt auf der Hand.

Anhang gibt Rückendeckung

Wobei es auch nicht so ist, dass sie bislang total enttäuschten. Gegen Freiburg lieferte Haggui eine ordentliche Leistung im Abwehrzentrum ab und Sararer war als zentraler offensiver Mittelfeldspieler gar der auffälligste und beste Fortune, obwohl er die große Gelegenheit zum möglichen 2:1 ausließ. Dass es dann praktisch im Gegenzug 1:2 hieß, hat den Ärger des starken Technikers verstärkt. Doch großer Ärger hin, magere Ausbeute her, Fortschritte sind klar zu erkennen.

Oder um es mit den Worten des Trainers zu sagen: "Zwischen den Strafräumen machen wir schon sehr viel richtig." Deswegen hätte es eigentlich auch gar nicht des Plädoyers bedurft, das Manager Rachid Azzouzi nach dem Freiburg-Spiel an das Umfeld richtete: "Der Verein hat den langen und schweren Weg des Umbruchs gewählt, da sollte man nicht schon jetzt alles infrage stellen." Passiert auch nicht, der Fortuna-Anhang hat am vergangenen Spieltag die Leistung der Mannschaft anerkannt und sie trotz des 1:2 mit viel Beifall bedacht. "Beeindruckend" nennt dies der Trainer, um sogleich anzufügen, dass sie "mit ihren Fans aber lieber Siege feiern würden".

Spieldaten

5. Spieltag, 2. Bundesliga 2015/2016
1 : 0
1. FC Nürnberg
67. Hanno Behrens 1:0
Fortuna Düsseldorf
Stadion
Grundig-Stadion
Datum
30.08.2015 12:30 Uhr
Schiedsrichter
Martin Petersen
Zuschauer
28000

Aufstellung

1. FC Nürnberg
Kirschbaum - Brecko, Hovland, Margreitter (57. Bulthuis), Leibold - ??, Polak (46. Behrens), Gíslason, Kerk (59. Schöpf), Burgstaller - Blum
Reservebank
Rakovsky, Bulthuis, Behrens, Füllkrug, Schöpf, Hercher, Kutschke
Trainer
René Weiler
Fortuna Düsseldorf
18466 - Schauerte, 18466, Strohdiek, Bellinghausen - Koch, Sobottka (72. Demirbay), Bolly (41. Bebou, Pohjanpalo76. ), Sararer - van Duinen, Ya Konan
Reservebank
Unnerstall, Akpoguma, Schmitz, Demirbay, Fink, Bebou, Pohjanpalo
Trainer
Frank Kramer

Ereignisse

12. min Spielstand: 0:0
Christian Strohdiek

21. min Spielstand: 0:0
18466

36. min Spielstand: 0:0


41. min Spielstand: 0:0
Ihlas Bebou kommt für Mathis Bolly

45. min Spielstand: 0:0
Jan Polak

46. min Spielstand: 0:0
Hanno Behrens kommt für Jan Polak

57. min Spielstand: 0:0
Dave Bulthuis kommt für Georg Margreitter

59. min Spielstand: 0:0
Alessandro Schöpf kommt für Sebastian Kerk

67. min Spielstand: 1:0
Hanno Behrens

72. min Spielstand: 1:0
Kerem Demirbay kommt für Marcel Sobottka

76. min Spielstand: 1:0
Joel Pohjanpalo kommt für Ihlas Bebou

90. min Spielstand: 1:0
Rúrik Gíslason

90.(+1) min Spielstand: 1:0
Didier Ya Konan

90.(+5) min Spielstand: 1:0
Julian Koch