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Profis Dienstag, 13.08.2019

Florian Meier: "Auf alle Szenarien vorbereitet sein"

Foto: Sportfoto Zink

Seit rund drei Monaten ist Florian Meier der neue Kaderplaner beim FCN. Im Interview spricht der 36-Jährige über seinen Einstand beim Club und gibt Einblicke in seinen Job.

fcn.de: Du bist seit rund drei Monaten beim Club. Wie fällt dein erstes Fazit aus?

Florian Meier: Ich bin hier im Verein sehr herzlich aufgenommen worden, es herrscht ein gutes Arbeitsklima zwischen den Mitarbeitern. Es wird sich viel ausgetauscht, auch mit den Kollegen anderer Abteilungen. Es ist ein gutes Miteinander. Auch in der Stadt habe ich mich schnell eingelebt. Meine Freundin hat festgestellt, dass ich schon sehr heimisch hier geworden bin. (lacht)

fcn.de: Und beruflich?

Florian Meier: Die ersten drei Monaten waren schon sehr intensiv. Jeder hat mitbekommen, dass sich im Kader einiges getan hat, deshalb war es durchgehend viel Arbeit.

fcn.de: Als Kaderplaner bist du für die Zusammenstellung der Mannschaft mitverantwortlich. Diese Job-Bezeichnung gibt es im deutschen Fußball noch nicht so lange. Kannst du kurz umreißen, wie deine Aufgaben aussehen?

Florian Meier: Es geht darum, für das aktuelle oder künftige Transferfenster geeignete Kandidaten zu finden. Dafür bin ich viel unterwegs, um Spieler zu sichten und Spiele zu beobachten. Gleichzeitig besteht meine Aufgabe auch darin, die Dinge für unseren Sportvorstand Robert Palikuca vorzubereiten und ihm zuzuarbeiten, sprich: die ersten Gespräche aufnehmen, den Austausch mit Spielern, Beratern und Umfeld zu pflegen.

fcn.de: Wie findet man denn die angesprochenen geeigneten Kandidaten?

Florian Meier: Robert und ich sind da ja nicht alleine. Wir haben unsere Scoutingabteilung um Kevin Cruickshank und Andre Martek, mit denen wir uns täglich austauschen und verschiedene Kandidaten diskutieren. Manchmal kommt auch ein Kandidat auf den Markt, durch einen Tipp aus dem Netzwerk oder Recherchen, mit dem man eigentlich gar nicht gerechnet hatte. Und dann erstellt man eine Prioritätenliste mit Spielern, die für uns in Frage kommen. Grundsätzlich ist unsere Aufgabe, auf alle Szenarien vorbereitet zu sein.

fcn.de: Und dazu zählt wahrscheinlich nicht nur die Verstärkung des Kaders durch externe Neuzugänge?

Florian Meier: Genau, unsere eigenen Spieler sind natürlich auch ganz zentral. Da gilt es viel mit den Spielern, Beratern und dem Umfeld zu kommunizieren, sich Rückmeldungen zu holen und gleichzeitig Feedback zu geben. Das ist enorm wichtig.

fcn.de: Welche Eigenschaften muss ein Kaderplaner mitbringen, was ist wichtig für diesen Job?

Florian Meier: Man muss natürlich einen gewissen Fußballsachverstand mitbringen, Dinge erkennen und eine Fantasie entwickeln können. Es reicht nicht nur, zu sehen, ob einer ein guter Spieler ist. Man muss auch erkennen, ob er gut in die Mannschaft, ins System, zum Trainer passt. Die Charakterfrage ist ganz wichtig. Man muss bereit sein, sich viele Spiele anzugucken – auf Video und vor Ort – und interessante Spieler immer wieder beobachten. Denn Eindrücke können natürlich auch täuschen. Deshalb ist auch der Blick über den Tellerrand in ausländische Ligen ganz wichtig, um Dinge besser einordnen zu können und sich zu reflektieren. Und ganz wichtig für diesen Job ist letztlich auch ein gutes Netzwerk, um schneller und direkter an Spieler ranzukommen, die für uns interessant sind.

fcn.de: Von außen betrachtet klingt das alles sehr spannend. Ist es für dich auch so, hast du aktuell einen Traumjob?

Florian Meier: Durch meinen Vater (Ex-Profi und -Trainer Norbert Meier, Anm. d. Red) bin ich mit dem Profifußball aufgewachsen und habe dann auch selbst in Gladbach die komplette Nachwuchsabteilung durchlaufen. Wenn man sein ganzes Leben so nah dran war am Profi-Fußball, dann ist es schon ein Traumjob. Natürlich wird man extrem an den Ergebnissen gemessen. Aber ich empfinde es als Privileg und weiß es sehr zu schätzen, in diesem Bereich arbeiten zu dürfen. Und bislang habe ich es nicht bereut, den Schritt gemacht zu haben.