Profis Donnerstag, 25.02.2021

FCN vs. EBS: Ein Duell voller Tore, Verrücktheiten und Vorentscheidungen

Foto: Sportfoto Zink

Nach dem Abstieg der Braunschweiger in die Drittklassigkeit im Jahre 1987 dauerte es ganze 26 Jahre, bis der 1. FC Nürnberg wieder auf die Eintracht aus Braunschweig traf. Doch seither ist das traditionsreiche Duell zwischen den beiden Mannschaften so etwas wie eine Garantie für Tore, Kuriositäten und richtungsweisenden Entscheidungen. Wir nehmen euch noch einmal auf die fünf ereignisreichsten Partien der letzten Jahre mit.

Raphael Schäfer pariert zwei Elfmeter

Es war eines dieser sogenannten Sechs-Punkte-Spiele, welches an diesem Samstag, dem 22.02.2014, im Max-Morlock-Stadion stattgefunden hat. Der FCN lag zu diesem Zeitpunkt mit 20 Punkten auf dem 14. Tabellenplatz und hatte ein Drei-Punkte-Polster auf den Relegationsrang. Eintracht Braunschweig war am Ende der Tabelle vorzufinden und könnte mit einem Sieg noch einmal ein Wörtchen mitreden im Abstiegskampf, da die Niedersachsen dann auf 18 Zähler gekommen wären. Und es lief sogleich alles gegen den FCN, als Schiedsrichter Siebert Per Nilsson nach einem Foulspiel vom Platz stellte. Zwei Minuten später stellte Domi Kumbela auf 0:1 für die Gäste.

Perfekt, ein Mann weniger und 0:1 hinten und in der 41. Minuten bekam eben jener Kumbela noch einen Elfer zugesprochen. Doch dieser Moment sollte die Partie komplett auf den Kopf stellen. Schäfer parierte gegen Kumbela und der Club schlug mit einem Doppelschlag nach der Pause zurück. 2:1 für den FCN! Doch es kam wie es kommen musste und Braunschweig bekam den zweiten Elfmeter zugesprochen. Diesmal lief Ermin Bicakcic an und Schäfer hielt auch dieses Ding. Wahnsinn! Fünf Minuten später hatte der Club die Chance, aus elf Metern zu erhöhen, doch auch Kyiotake vergab. Egal, der Club verteidigte mit Mann und Maus gegen elf anstürmende Braunschweiger, die dank eines überragenden Schäfers verzweifelten und brachte das Resultat über die Zeit. Wie sagte der damalige Trainer Verbeek einmal so schön: „Ich hoffe, dass ich 90 Jahre alt werde. Dann kann ich sagen, ich hätte 100 werden können. Aber ich habe in Nürnberg gearbeitet.“

FCN kassiert Klatsche in Braunschweig

Bereits am dritten Spieltag in der Saison 2016/17 stand der FCN schon etwas unter Druck. Die ersten zwei Spiele der Saison konnten nicht gewonnen werden und somit wollte man in Braunschweig den ersten Saisonsieg sowie den ersten Sieg seit 48 Jahren an der Hamburger Straße holen. Die Partie begann vielversprechend und Burgstaller köpfte im Liegen zur 1:0-Führung ein. Doch die FCN-Defensive bekam immer mehr Probleme mit den wuseligen Braunschweigern und so hielt die Führung nur bis kurz vor der Pause. Innerhalb von zwei Minuten kehrten die Blau-Gelben das Spiel und es stand 1:2.

Auch nach der Pause lief beim Club nicht mehr viel zusammen: Vorne wollte der Ball nicht rein, hinten dafür schon -  1:6 das Endresultat. Das war ein Nackenschlag für die Rot-Schwarze Seele. Am Ende der Saison rangierte der Club doch noch auf Platz 12, während Braunschweig den Aufstieg in der Relegation gegen den VfL Wolfsburg verpasste. Somit hatte der Club in der nächsten Saison die Möglichkeit auf eine Revanche.

Der Club gewinnt Regenschlacht an der Hamburger Straße

Ende November ging es also für den Club wieder nach Braunschweig, wo es in der letzten Saison diese schmerzliche Niederlage gab. Das Wetter verhieß nichts Gutes, denn schon Stunden vor Anpfiff regnete es wie in Strömen. Für den FCN ergab sich dank des 3:3 von Union Berlin die Möglichkeit, an den Köpenickern vorbeizuziehen und auf Platz drei zu springen. Außerdem gab es bei diesem Spiel die Premiere für das schwarze Ausweichtrikot des Club. Die Partie entwickelte sich wie so oft gegen Braunschweig zu einem offenen Schlagabtausch auf wirklich patschnassem Rasen. Hanno Behrens köpfte nach einer Ecke die 1:0-Führung für den FCN. Diese dauerte aber nur 97 Sekunden an, ehe Khelifi den Ausgleich markierte.

Nach 64 Minuten netzte dann Abdullahi zum 2:1 für die Gastgeber und einige Club-Fans fragten sich: „Können wir in Braunschweig wirklich nicht mehr gewinnen?“ Doch die Mannschaft von Michael Köllner gab sich nicht geschlagen und so glich Mikael Ishak mit dem 1000. Club-Tor in der 2. Bundesliga zum 2:2 aus. Jetzt spielte in Braunschweig nur noch Nürnberg und das sollte belohnt werden. Ondrej Petraks Flanke verwertete wieder Ishak zum umjubelten 3:2. Der 1. FC Nürnberg gewann zum ersten Mal seit 49 Jahren wieder in Braunschweig und schob sich mit dem Sieg an Union vorbei auf Platz drei.

Das Tor zu Bundesliga ist ganz weit auf

Der FCN spielte eine überzeugende Saison und konnte mit einem Heimsieg über die Eintracht seinen zweiten Tabellenlatz manifestieren. Es war an diesem Abend alles angerichtet im Max-Morlock-Stadion. Flutlicht, über 45.000 Zuschauer und eine schon bundesligareife Stimmung herrschten im Stadion. Bis zum Führungstreffer mussten sich die Club-Fans aber knapp 45 Minuten gedulden, doch dann war es so weit. Ondrej Petrak brachte den FCN mit seinem einzigen Saisontreffer per Schlenzer mit 1:0 in Führung. Nach der Pause tankte sich Kevin Möhwald mit einem ungebändigten Willen durch den Sechzehner der Braunschweiger und erzielte das 2:0. Das Nürnberger Achteck bebte. Der Club brachte die Führung sicher ins Ziel und hatte bei zwei ausstehenden Spielen fünf Punkte Abstand auf den Relegationsplatz. Die Rückkehr in die Bundesliga war nahezu perfekt. Dies wurde nach dem Spiel auch ausgiebig mit Valentini und Behrens auf dem Vorsängerpodest der Nordkurve gefeiert.

FCN verliert nach umstrittenem Elfmeter

Auch das Hinspiel in dieser Saison war torreich und dramatisch zugleich. In der 21. Spielminute eröffnete Danilo Wiebe mit einem Sonntagsschuss den Score und brachte die Eintracht aus Braunschweig in Führung. Die Führung kam durchaus überraschend, denn der Club war spielerisch deutlich überlegen und schlug noch vor dem Pausenpfiff zurück. Robin Hack servierte mit einem Traumpass unsere Nummer 20, Pascal Köpke, der zum verdienten Ausgleich traf. Kurz vor der Pause war es dann wieder Köpke, der nach einer Flanke von Valentini goldrichtig stand und zum 2:1 für den Club einschob.

Doch nach der Pause erzielte der starke Kobylanski den Ausgleich und vieles deutete auf ein Unentschieden hin. In der 93. Minute zeigte der Schiedsrichter nach einem Zweikampf zwischen Schlüter und Mühl aber auf den Punkt. Der VAR schaltete sich ein und es begannen lange Minuten des Wartens, doch der Unparteiische blieb bei seiner Entscheidung und so verwandelte Proschwitz zum höchst umstrittenen 2:3-Endstand.


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