FCN und Staatstheater Nürnberg bringen "Heulen mit den Wölfen" auf die Bühne
Am Sonntag, 19.04.26, wird „Heulen mit den Wölfen“ im Staatstheater Nürnberg uraufgeführt. Der Theaterabend von Ron Zimmering und Maren Zimmermann über die identitätsstiftende und gleichermaßen ausschließende Wirkung von Fußball wird in Kooperation mit dem 1. FC Nürnberg sowie mit freundlicher Erlaubnis des Verlags starfruit publications gezeigt. In den Kammerspielen werden Nürnberger Bürgerinnen und Bürger neben Mitgliedern des Schauspielensembles auf der Bühne stehen und auch eigene Erfahrungen mit dem Volkssport teilen.
1933 erhält Franz Anton Salomon einen Brief vom 1. FC Nürnberg, in dem ihm mitgeteilt wird, dass er aufgrund seines jüdischen Glaubens aus dem Verein ausgeschlossen wird. Dieses Dokument trug Salomon auf seiner mehrjährigen Flucht bis in die USA bei sich. Seine Geschichte ist eine von 142 Biografien jüdischer Mitglieder, denen die Publikation „Heulen mit den Wölfen“ von Bernd Siegler und dem Club als Herausgeber gewidmet ist. Erschienen ist das Buch 2022 im Verlag starfruit publications.
Das Buch bildet den historischen Ausgangspunkt für eine Auseinandersetzung bis in die Gegenwart. Ron Zimmering und Maren Zimmermann haben für ihren Theaterabend ein Kaleidoskop an Fragestellungen entwickelt: Warum ist mein Verein mein Verein? Weshalb wirkt Fußball identitätsstiftend und damit immer auch ausschließend? Kann Fußball politisch neutral sein? Soll er das überhaupt?
Zehn Fans, Fußballerinnen, Expertinnen, Vereinsmitglieder und 1. FCN-Kenner*innen bringen in dieser Inszenierung zusammen mit drei Mitgliedern des Schauspielensembles das Runde ins Eckige, in diesem Fall nämlich: auf die Bühne!
Informationen:
Tickets und weitere Informationen: www.staatstheater-nuernberg.de
Tel.: +49 (0)911 66069 6000
Premiere: Sonntag, 19. April 2026 um 18 Uhr, Kammerspiele
Regie: Ron Zimmering / Autorin: Maren Zimmermann / Dramaturgie: Sabrina Bohl / Bühne: Ute Radler / Kostüme: Benjamin Burgunder / Musik: Taco van Hettinga / Video: Rina Zimmering
Es spielen: Paul Arzten, Markus Denk, Charlotte Fouquet, Anna Grünbauer, Richard Kowalewski, Ursula Langemeier-Braun, Annemarie Oyelade, Justus Pfankuch, Christoph Reinhart, Stephan Schäfer, Valentina Schüler, Joseph Sommer-Opitz, Christian Stuhlfauth
Weitere Termine: So., 26.04.2026, 18 Uhr; Do., 30.04.2026, 19.30 Uhr; So., 03.05.2026, 18 Uhr; Mi., 13.05.2026, 19.30 Uhr; Sa., 30.05.2026, 19.30 Uhr; Do., 18.06.2026, 19.30 Uhr; Sa., 27.06.2026, 19.30 Uhr;
Zur Person:
Ron Zimmering ist Schauspieler, Regisseur und Initiator verschiedener Veranstaltungsformate. Seine Arbeit zeichnet sich durch die Verbindung klassischer Stoffe mit dokumentarischen und biografischen Elementen aus. Er studierte Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig und war vier Jahre Ensemblemitglied des Saarländischen Staatstheaters. Später absolvierte er ein Regiestudium an der Theaterakademie Hamburg. Er inszeniert u.a. am Deutschen Schauspielhaus Hamburg, an der Hamburger Staatsoper, an der Deutschen Oper am Rhein, am Theater Heidelberg und am Humboldt Forum Berlin.
Maren Zimmermann studierte Germanistik und Musikwissenschaft an der Philipps-Universität Marburg. Ihre ersten Festengagements als Schauspieldramaturgin führten nach Erfurt und Karlsruhe. Von 2000 bis 2011 war sie am Staatstheater Nürnberg engagiert, wo sie u.a. mit Georg Schmiedleitner, Stefan Otteni und Christoph Mehler arbeitete. Zudem war sie als Gastdramaturgin an den Schauspielbühnen Stuttgart und als Co-Regisseurin für die Gala zur Verleihung des Deutschen Fußball-Kulturpreises der Deutsche Akademie für Fußball-Kultur tätig. 2017 erschien bei starfruit publications „Ganz Nürnberg war in einem Rausch“, über den Pokalsieg des 1. FC Nürnberg im Jahr 2007 (zusammen mit Katharina Fritsch), das zum Fußballbuch des Jahres nominiert wurde. Und 2024 hatte am Schauspiel Hannover „Unsere Elf - Eine etwas andere Nationalhymne“, basierend auf Interviews mit ehemaligen Fußball-Nationalspieler*innen, von Tuğsal Moğul und Maren Zimmermann seine vielbeachtete Uraufführung.