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Nachwuchs Montag, 03.06.2019

FCN-Fußballcamps: "Mehr Spaß und weniger Druck"

Fotos: Thomas Riese

Mit den Osterferien starteten die ersten FCN-Fußballcamps dieses Jahres und waren bereits ein voller Erfolg. Schon in den Pfingstferien geht der Fußballspaß für die Kids in die nächste Runde. Im Interview spricht der sportliche Leiter Marijan Tukeric über die Konzeptänderung und die Neuausrichtung der Camps.

fcn.de: Hallo Marijan! Du bist neben der sportlichen Leitung der Fußballschule auch für die Camps zuständig. Kannst du diese einmal vorstellen?

Marijan Tukeric: Die Camps setzen sich aus drei Säulen zusammen: Fußball, Spaß und Disziplin. Dazu gehören unter anderem auch Pünktlichkeit, gesunde Ernährung, Verantwortung und Sozialverhalten. Vor allem der soziale Aspekt ist uns sehr wichtig. Es sind oft noch kleine Kinder dabei, die das erste Mal an so einem Konzept teilnehmen. Sie sollen lernen, was Fairplay und Kommunikation bedeutet. Das sind wichtige Dinge für die Zukunft und erste Schritte in Richtung Schulalltag.

fcn.de: Wie läuft ein Tag im Camp ab?

Marijan Tukeric: Ab circa 9:30 Uhr kommen die Kinder mit ihren Eltern an. Nach der Begrüßung durch die Camp-Leiter werden die Teilnehmer mit Trainingsmaterial ausgestattet. Das reicht vom Trikot bis zu Stutzen, Trinkflaschen und vielem mehr. Bevor es richtig los geht werden alle Trainer vorgestellt und Gruppen zugeteilt. Die Trainer sind dann das gesamte Camp über für ihre Gruppe zuständig und kümmern sich um die Kinder.

fcn.de: Die Kinder werden von gut ausgebildeten Trainern betreut, du selbst hast ja auch schon einige Stationen durchlaufen, bevor du zum Club kamst.

Marijan Tukeric: Richtig. Nach meinem Studium der Sportwissenschaften war ich Trainer beim FC Barcelona und damit zuständig für die Organisation der Fußball-Camps dort. Das war mein erster Zugang zum Fußballbereich, nachdem ich während dem Studium ein Praktikum bei NK Zagreb absolvierte. Danach folgten über fünf Jahre in der Schweiz, in denen ich unter anderem als Assistent Trainer bei FC Rapperswil-Jona und FC United Zürich und als Kids Camp Coach bei Grasshopper Club Zürich tätig war. Zudem besitze ich die UEFA A-Lizenz.

fcn.de: Weshalb sind die Trainer für die Fußball-Camps besonders qualifiziert?

Marijan Tukeric: Wir haben über 50 Trainer, die eine Fortbildung durchlaufen müssen und nicht nur von uns, sondern auch vom DFB ausgebildet werden. Dadurch wissen sie genau, was wir von ihnen erwarten und welche pädagogischen Aspekte wichtig sind. Es geht nicht nur um das fußballerische Know-How, sondern auch um die Kommunikation mit den Kindern, zum Beispiel wie kommuniziert man als Trainer am besten mit Kindern unterschiedlicher Nationen, wie löst man Konflikte etc.. Die Trainer haben alle langfristige Erfahrungen in den verschiedensten Vereinen vorzuweisen.

fcn.de: Der 1. FC Nürnberg veranstaltet die Fußball-Camps in diesem Jahr selbstständig, eine Kooperation mit Coerver Coaching wurde nicht fortgeführt. Was sind Unterschiede im Vergleich zu den Camps der letzten Jahre?

Marijan Tukeric: Wir haben das Konzept sportlich neu ausgerichtet und neue Übungen präsentiert. Natürlich haben die Camps sportlich hohe Ansprüche, wir wollten aber kindgerechter werden, der Spaß soll im Vordergrund stehen. Es gibt verschiedene Varianten, die 3-Tages-Camps sind nicht ganz so leistungsorientiert und spezifisch wie die 5-Tages-Camps, die Camps am Wochenende funktionieren wieder auf anderem Wege mit weniger Trainingsinhalten. Grundsätzlich soll jedes Kind viel spielen und Selbstvertrauen aufbauen. Die Camps sind auf Teamarbeit fokussiert, die Kinder sollen miteinander spielen. Dazu trägt auch das Spielsystem Funino bei, das wir zusammen mit dem Bayerischen Fußballverband vorgestellt haben und mit der CSR-Initiative 1. FC Nino in Nürnberger Grundschulen anwenden. Hierbei spielen die Kids auf einem kleineren Feld drei gegen drei, ein vierter Spieler rotiert systematisch in und aus dem Spiel. Einen Torhüter gibt es nicht, dafür aber immer vier Tore. Zwei zum Angriff und zwei zur Verteidigung. Jedes einzelne Kind hat häufiger den Ball, muss ständig Entscheidungen treffen und mehr laufen und jeder hat gleich viel Einsatzzeit.

fcn.de: Weshalb habt ihr das Konzept der Camps geändert?

Marijan Tukeric: Wir wollen uns in der Region noch besser positionieren. Die Kinder sollen wissen, welcher Verein zu der Stadt gehört, in der sie leben. Sie sollen Farbe bekennen und wir wollen ihr Interesse fördern. Wir sind zwar ein Verein mit großer Geschichte und einer großen Vergangenheit, aber wir können uns nicht mit großen Bundesligisten vergleichen. Für die nächsten drei Jahre haben wir hervorragende Pläne für die FCN-Fußball-Camps und haben uns gut auf dem Markt positioniert, denke ich.

fcn.de: Du hast bereits angesprochen, dass der Spaß im Vordergrund stehen soll. Warum ist es so wichtig, dass die Kids Spaß haben?

Marijan Tukeric: Wenn jemand Spaß hat, ist er motiviert. Und wenn jemand motiviert ist, lernt er etwas. In der heutigen Zeit liegt so viel Druck auf den Kindern, ständig werden Resultate erwartet, sowohl in der Schule als auch von Seiten der Eltern. Darum ist es wichtig, ein Konzept aufzustellen, bei dem Kinder natürlich was lernen, aber bei dem es nicht nur um Resultate geht. Und das funktioniert nur über den Spaßfaktor. Der Druck ist nicht ganz so hoch. Am Ende ist es sowieso so, dass die Kinder, die talentiert und fleißig sind, den Sprung in den Leistungsfußball schaffen. Bei unseren Camps geht es zudem darum, dass die Kinder für den Alltag und beispielsweise die Schule Selbstvertrauen entwickeln und lernen, sich selbst weiterzuentwickeln.

fcn.de: Wie geht es nun weiter mit den FCN-Fußball-Camps?

Marijan Tukeric: Im Moment läuft es sehr gut, wir haben viele Ideen für die Zukunft. Trotzdem wartet noch viel Arbeit auf uns. Viele unserer Partnervereine sind begeistert von den Camps und der Kooperation, jedoch wollen wir im Moment nicht allzu schnell wachsen, damit die Qualität nicht darunter leidet. Wenn wir zu schnell zu groß werden, können wir keinen Kader an qualifizierten Trainern garantieren und das wollen wir nicht. Die Qualität steht an oberster Stelle.

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