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Profis Teamcheck Donnerstag, 20.11.2014

FCI: Mit Vollgas auf der Überholspur

Foto: Picture Alliance

Der FC Ingolstadt hat zuletzt eine rasante Entwicklung hingelegt und führt derzeit die Tabelle der 2. Liga an. Der kommende Gegner im Teamcheck.

Geschwindigkeit, nichts als Geschwindigkeit - beim FC Ingolstadt dreht sich alles um dieses Thema. Das fängt mit der Entwicklung des Vereins an, den es vor gut zehn Jahren noch gar nicht gab. Was es stattdessen gab: Mit dem MTV und dem ESV zwei traditionsreiche Klubs, die seit langem Profifußball nur noch vom Fernsehen her kannten und im mittleren bis oberen Amateurbereich ums finanzielle Überleben zu kämpfen hatten.

Beide wollten unabhängig voneinander den Unternehmer Peter Jackwerth als Sponsor gewinnen - blitzten ab und erhielten doch zugleich auf gewisse Weise den Zuschlag. Ihr Vorstoß sorgte dafür, dass der fußballbegeisterte, einst in der Jugend des VfB Stuttgart kickende Jackwerth Blut geleckt hatte. Die Idee, den Ingolstädter Fußball aus dessen  Mauerblümchen-Dasein zu führen, ließ den Unternehmer nicht mehr los. Um diese umzusetzen wählte er aber nicht einen der beiden Klubs aus, sondern setzte bewusst auf eine ganz neue Lösung, die dann aber wiederum eng mit dem MTV und dem ESV verbunden war.

Neues Stadion und Funktionsgebäude

Man nehme von Ersterem die Spielrechte, von Letzterem die Fußballabteilung - und fertig war Ende Februar 2004 der neue reine Fußballklub FC Ingolstadt 04. Zu jenem Zeitpunkt war dieser damals exakt 28 Mitglieder stark und bestritt wenige Monate später in der Bayernliga seine erste Saison überhaupt. Am Sonntag, 23.11.14, ist eben dieser Klub beim Club zu Gast - als Tabellenführer der 2. Liga. Wenn das mal nicht eine rasante Entwicklung ist.

Was dabei das Ganze in noch bemerkenswertem Licht erscheinen lässt: Auch die Infrastruktur konnte bei diesem Tempo Schritt halten. 2010 weihte der FCI sein neues Stadion ein, in diesem Mai einen Steinwurf davon entfernt ein schmuckes Funktionsgebäude mit einem Jugendinternat als Nebengebäude und fünf Trainingsplätzen, zwei davon in der Version "Plastikwiese". Nicht schlecht für einen Verein, der in einer zugigen Arena Marke Bezirksanlagen-Niveau begonnen hatte und noch in den ersten Monaten in diesem Jahr einen regen "Trainings-Tourismus" betreiben musste. Kreuz und quer durchs Stadtgebiet hatten nämlich von den Bambinis bis zu den Profis alle FCI-Teams zu fahren, um trainieren zu können.

Nicht als Aufstiegskandidat gehandelt

Dass sich der junge Klub mit seinen traditionellen Wurzeln derart schnell auf der Überholspur eingefädelt hat, entlockt jedoch in Fußball-Deutschland nicht allen ein respektvolles "Aber hallo" - oftmals heißt es nur lapidar "na und", schließlich hat die in Ingolstadt ansässige Audi AG auf dem Beifahrersitz Platz genommen. Und mit so einem potenten Hauptsponsor an der Seite fällt sie nun einmal leicht, die Vollgas-Fahrt.

Eine Sichtweise, die den Ingolstädter Machern ein Dorn im Auge ist. Ihre Argumente: Alles nur auf Unterstützung der Weltfirma mit den vier Ringen zu reduzieren, würde dem riesigen Engagement aller am Projekt FCI Beteiligten nicht gerecht werden. Zudem sei dem Klub nichts geschenkt worden, als Beleg führen sie an, dass die Oberbayern mit ihrem Lizenzspieler-Etat von rund 8,5 Millionen Euro im Mittelfeld der Liga liegen. Als weiteren Beweis führen sie an, dass ihren Namen keiner nannte, als vor der Saison in der Liga die Aufstiegstipps abgefragt wurden.

Noch ungeschlagen 

Und in der Tat, der FCI-Kader ist nicht mit vermeintlichen Stars gespickt. Seine Trümpfe lauten indes: eingespielt zu sein, einen tollen Zusammenhalt und eine große Fitness zu haben. Nicht zu vergessen Trainer Ralph Hasenhüttl, der vor gut einem Jahr kam, als der FCI mitten im Abstiegskampf steckte. Was der Österreicher seitdem aus dem nur punktuell veränderten Team herausgeholt hat, nötigt auch in Fachkreisen allerhöchsten Respekt ab.

Erst führte er den FCI in der vergangenen Saison souverän zum Ligaerhalt und nun eben ganz nach oben in Liga 2. Saisonübergreifend sind die Oberbayern seit 17 Spielen ungeschlagen, auswärts gar seit 19 Partien, mit neun Gegentoren weisen sie mit RB Leipzig bislang in dieser Saison die beste Defensive aus.

Testspiel in der Vorbereitung

Beeindruckende Zahlen, die laut Hasenhüttl, dem durch die schweren Verletzungen von Danny da Costa (Schienbeinbruch) und Stefan Lex (Syndesmoseriss) die komplette rechte Seite weggebrochen ist, vor allem auf einem Umstand basieren: Und zwar auf "Speed" - schnelle Spieler, schnelles Umschalten, schnelle, weil frühe Ballgewinne, lauten die Basics in Hasenhüttls Spielidee. Mit dem aggressiven Pressing der Oberbayern kam der Club in einem Vorbereitungsspiel (1:2) im Sommer erst nach der Pause zurecht. Das am eigenen Leib erfahrene Wissen um die Stärke des Gegners könnte am Sonntag ein Vorteil für den 1. FCN sein.

Spieldaten

14. Spieltag, 2. Bundesliga 2014/2015
2 : 1
1. FC Nürnberg
16. Robert Koch (Kopfball) 1:0
25. Jakub Sylvestr 2:0
FC Ingolstadt 04
71. Moritz Hartmann 2:1
Stadion
Grundig Stadion
Datum
23.11.2014 12:30 Uhr
Schiedsrichter
Tobias Sippel
Zuschauer
32065

Aufstellung

1. FC Nürnberg
Rakovsky - Celustka - Mössmer - Hovland - Pinola - Polak - Koch - Candeias (68. Bihr) - Schöpf (90. Pachonik) - Füllkrug - Sylvestr (85. Bulthuis)
Reservebank
Schäfer, Bulthuis, Pachonik, Ramirez, Stark, Dittgen, Bihr
Trainer
René Weiler
FC Ingolstadt 04
Özcan - Engel - Matip - 18466 - Soares (90. Pekhart) - de Oliveira Bernardo (88. Wannenwetsch) - Groß - Morales - Hartmann - Leckie - Hinterseer (61. Lappe)
Reservebank
Weis, Bauer, Levels, Lappe, Jainta, Wannenwetsch, Pekhart
Trainer
Ralph Hasenhüttl

Ereignisse

16. min Spielstand: 1:0
Robert Koch

25. min Spielstand: 2:0
Jakub Sylvestr

32. min Spielstand: 2:0
Alfredo Morales

53. min Spielstand: 2:0
Jan Polak

61. min Spielstand: 2:0
Karl-Heinz Lappe kommt für Lukas Hinterseer

63. min Spielstand: 2:0
Javier Pinola

66. min Spielstand: 2:0
Raphael Schäfer

68. min Spielstand: 2:0
Manuel Bihr kommt für Daniel Candeias

71. min Spielstand: 2:1
Moritz Hartmann

85. min Spielstand: 2:1
Dave Bulthuis kommt für Jakub Sylvestr

88. min Spielstand: 2:1
Stefan Wannenwetsch kommt für Roger de Oliveira Bernardo

90. min Spielstand: 2:1
Tomas Pekhart kommt für Danilo Soares

90. min Spielstand: 2:1
Tobias Pachonik kommt für Alessandro Schöpf