Erste Hilfe hautnah: "Unverzichtbar für unser Leben"
Beim Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern (Sa., 21.03.26; Anstoß: 13 Uhr) stehen abseits des Sportlichen die Menschen im Mittelpunkt, die anderen das Leben retten, sie schützen und versorgen: Einsatzkräfte der Rettungsdienste und des THW. Die Community-Partner 1. FC Nürnberg und Sparkasse wollen für dieses Engagement danke sagen und zugleich andere motivieren, selbst zu Helfern zu werden. Auf fcn.de erzählen drei Lebensetter aus dem FCN-Umfeld ihre Geschichte.
- Magdalena Brügel – Erste Hilfe für Fans
Durchschnittlich 63 Kräfte aus dem Rettungsdienst sind bei einem Heimspiel des 1. FC Nürnberg im Max-Morlock-Stadion im Einsatz. Eine davon war zuletzt auch Magdalena Brügel. Mit 14 Jahren kam sie übers Schwimmen bereits zur Wasserrettung, dann folgte das Engagement bei der Psychosozialen Notfallversorgung. Seit zweieinhalb Jahren engagiert sie sich ehrenamtlich bei der DLRG Nürnberg.
Hier leistet die Psychologie-Studentin bei Konzerten erste Hilfe, fährt mit bei Krankentransporten und kümmert sich um Fans bei den Heimspielen des FCN – in Summe sind das rund vier Stunden Ehrenamt pro Woche. „Mir macht das total Spaß, ich arbeite in einem tollen Team. Mit meinem Wissen kann ich etwas Gutes tun. Für Besucher bei Konzerten oder im Stadion, aber auch zuhause, wenn meinen Engsten etwas zustoßen würde.“
Bei den Einsätzen im Stadion beginnt der Arbeitstag rund drei Stunden vor Anpfiff mit dem Treffen auf der DLRG-Wache, dem Überprüfen der Ausrüstung und dem Fertigmachen des Einsatzwagens. Nach der Ankunft im Achteck geht’s zur Sicherheitsbesprechung, hier erfolgt die Einteilung der Teams. 30 Minuten vor Anpfiff beziehen die Mannschaften der verschiedenen Rettungsdienste ihre zugeteilte Position im Stadion. Gegen Düsseldorf war das für Magdalena Brügel, ihre Kollegin Lena Förtsch und Kollege Johan Frenzel im Innenraum die Schnittstelle von Nordkurve zur Gegengerade.
„Am häufigsten haben wir im Stadion mit Kreislaufproblemen zu tun. Auch ganz alltägliche Dinge kommen vor. Fans stolpern oder fallen hin, schürfen sich auf. Aber natürlich passieren bei der Vielzahl an Menschen auch ernsthafte medizinische Vorfälle, wie zuletzt etwa ein epileptischer Anfall“, sagt Magdalena Brügel.
Ihre wichtigsten Tipps für alle, die ein Heimspiel besuchen und bemerken, dass es einem Fan im Block nicht gut geht: „Bitte macht Ordner auf die Notsituation aufmerksam und schafft Platz, sodass wir schnellstens bei der betroffenen Person sein können!“
- Luka Lochoshvili – Lebensretter auf dem Platz
Es ist die 90. Spielminute in der Partie Austria Wien gegen den Wolfsberger AC am Sonntagabend, 27. Februar 2022. Luka Lochoshvili steht damals in Diensten des WAC. Gegenspieler Georg Teigl bekommt bei einem Zweikampf das Knie gegen den Kopf geschlagen, fällt zu Boden und bleibt bewusstlos liegen. Unsere Nummer 24 erfasst am schnellsten, dass der Austria-Spieler die Zunge verschluckt hat und sieht auch, dass andere Mitspieler unsicher und panisch reagieren.
Er rennt zu Teigl und greift in den Mund. Teigls Beißreflex funktioniert weiter, Lochoshvili lässt die Hand so lange drin, bis er die Zunge aus der Luftröhre gezogen hat. „Das war medizinisch nicht die korrekte Reaktion, aber ich wollte ihm unbedingt helfen und habe nach seiner Zunge gegriffen. Am Ende bin ich froh darüber, dass ich ihn retten konnte.“ Die von Lochoshvili eingeleiteten Erste-Hilfe-Maßnahmen schlagen an, die Rettungskette funktioniert, Teigl wird ins Krankenhaus eingeliefert und erholt sich anschließend wieder vollständig – auch dank des schnellen Eingreifens unseres georgischen Abwehrspielers.
„Ich habe einfach versucht, schnell zu reagieren und ihm zu helfen“, sagt er heute. Im Februar 2023 wurde Luca Lochoshvili für seine Reaktion mit dem FIFA-Fairplay-Award ausgezeichnet. „Ich wollte in dieser Situation mutig sein und nicht tatenlos zusehen. Gott sei Dank hat das geklappt.“ Seitdem blickt Luka Lochoshvili mit anderen Augen und viel Respekt auf alle, die für das Leben anderer im Einsatz sind. „Sie sind unverzichtbar für unser Leben und ich möchte mich für ihren Dienst bedanken!“
- Marcus Sperber – ein Rot-Schwarzer in Blau
Stromausfall in Berlin, 20 Tonnen aufgesammeltes Gemüse nach LKW-Unfall, Schneechaos und Glätteunfälle in der Region Nürnberg – das sind nur drei Beispiele für Einsätze des Technisches Hilfswerkes (THW), Ortsverband Lauf, in den letzten sechs Wochen. Die „blaue Feuerwehr“ ist eine Bundesbehörde, die Katastrophenschutzorganisation der Bundesrepublik Deutschland. Unterteilt in Ortsverbände rücken die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer dann mit ihrer technisch hochwertigen Ausrüstung an, wenn es darum geht, Folgen von Katastrophen und größere Schäden nach zum Beispiel Unfällen zu beheben.
Marcus Sperber (52) ist Ortsbeauftragter des Ortsverbandes Lauf im Nürnberger Land. Er kümmert sich darum, dass die Organisation funktioniert und sich der Ortsverband mit seinen rund 150 Helferinnen und Helfern kontinuierlich weiterentwickelt. „Pro Woche komme ich etwa auf zehn bis 15 Stunden für meine ehrenamtliche Aufgabe, bei Einsätzen werden es deutlich mehr. Und am Jahresende kommt man so schnell auf 700 bis 1.000 Stunden ehrenamtliche Arbeit“, sagt Sperber.
Stunden, die er gerne für andere im Einsatz ist und die seit vielen Jahren fester Bestandteil seines Lebens sind. 1993 begann er beim THW, leistete hier den Wehrersatzdienst ab und durchlief anschließend die notwendige Ausbildung für den richtigen Umgang mit den schweren Geräten. Diese waren zum Beispiel auch bei der Flutkatastrophe im Ahrtal im Einsatz, eine Hilfsaktion, die Marcus Sperber heute noch genauso bewegt wie ein Flugzeugabsturz am Moritzberg. Einsätze, die ohne die gute Kameradschaft und den Teamgeist nicht zu stemmen wären. „Beim THW treffen Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen aufeinander. Aber wenn es ums Helfen geht, packt jeder mit an – egal, woher er kommt oder was er beruflich macht.“
Teamfähigkeit ist deshalb für Sperber auch eine der wichtigsten Eigenschaften, die man für ein Engagement beim THW mitbringen sollte: „Eigentlich braucht man sonst nur Eigenmotivation, Spaß an der Technik und daran, anderen zu helfen. Alles andere bekommt man bei uns beigebracht.“ Und das schon sehr früh. In Lauf gibt es eine starke Jugendgruppe mit rund 40 Jugendlichen.
Stichwort Nachwuchs: Marcus Sperber ist „nebenbei“ nicht nur Geschäftsführender Gesellschafter in seinem Familienbetrieb, sondern auch Club-Mitglied mit großem Herz für den FCN-Fußballnachwuchs. Gemeinsam mit anderen Mitstreitern gründete er 2021 den Förderverein „Freunde fördern Fußball“, die den ClubNachwuchs vielfältig unterstützen.
Von daher ist der Spieltag gegen Kaiserslautern für ihn als Cluberer und THWler ein besonderer. „Dass der FCN und die Sparkasse dem Ehrenamt diese große Präsentations-Plattform bieten, ist großartig und sehr wichtig. Ich kann nur jeden ermutigen, sich einzubringen. Denn, wenn man selbst einmal die 110 oder 112 wählt, ist man auch sehr dankbar, wenn jemand kommt und hilft.“