Profis Teamcheck Donnerstag, 19.12.2013

Schalke: Erst der Club, dann die "gnadenlose Analyse"

Foto: Picture Alliance

Der nächste Gegner, Schalke 04, im Teamcheck.

Endspiele, nichts als Endspiele – der FC Schalke 04 hat nahezu jede Woche eines, manchmal gar zwei. Wobei, halt, das mit dem FC Schalke 04 stimmt nicht ganz, denn in erster Linie trifft dies auf seinen Trainer Jens Keller zu. Siehe die vergangene Woche: Da hatten, beziehungsweise durften die Königsblauen gegen den FC Basel ein Endspiel um den Einzug ins Achtelfinale der Champions League bestreiten. Jens Keller sollte auf keinen Fall verlieren, gewonnen hat letztendlich der FC Schalke, 2:0 und damit das Hammerlos Real Madrid.

Und der Trainer? Dem wird, 2:0 hin oder her, vorgehalten, dass der Erfolg gegen die Schweizer ein wenig holprig vonstatten ging. Nicht zu vergessen, dass beim entscheidenden Treffer Torschütze Matip klar im Abseits stand. Und auch bei dem 2:0 nach dem besagten 2:0 war der in der Liga von Jens Keller geforderte „Egal wie“-Sieg das eine, das mit der Zufriedenheit hingegen etwas anderes. Gegen Tabellenkellerkind Freiburg knirschte und knackte es im Gelsenkirchener Spiel gewaltig, da musste schon der Gegner mit einem Eigentor mithelfen. Einerlei, betonte Jens Keller, das Wie würde morgen nicht mehr zählen. Und, einmal warm geredet, beklagte er mangelnden Respekt seiner Person wie auch der Leistung der Mannschaft gegenüber.

Jens Keller - seit einem Jahr im Amt und angezweifelt

Am 15. Dezember des vergangenen Jahres hatte Keller als Trainer aus der Schalker Nachwuchsschmiede die Profis übernommen. Eine tolle Chance für den damaligen B-Jugend-Trainer, könnte man meinen – angezweifelt wurde er bereits, ehe er mit seinem neuen Team überhaupt ein Spiel bestritten hatte. „Eine verdammt harte Schule“ hat der als Ex-Profi und ehemaliger VfB Stuttgart-Coach reichlich bundesligaerfahrene Jens Keller das kürzlich umschrieben, was ihm in den vergangenen Monaten auf Schalke widerfahren ist.

Seine Bilanz ist beileibe aller Ehren wert, wenn man berücksichtigt, wie schwierig und heikel seine Mission war und noch ist. So hat er in der vergangenen Saison, wenn auch erst am letzten Spieltag, die „Knappen“ noch auf Platz vier geführt – die damit verbundene Qualifikation für die Champions League meisterte er mit seinem Team ebenso wie die Gruppenphase in der kontinentalen Königsklasse, oder ums kurz auf einen Nenner zu bringen: Real Madrid – so weit zu Kellers Haben-Seite. Unter Soll wird bei ihm geführt: Das Aus im DFB-Pokal zu Hause gegen Hoffenheim und der momentan fünf Punkte betragende Rückstand auf einen Champions League-Platz, Schalkes erklärtes Saisonziel.

Der Mannschaft fehlt Konstanz

Hinzu kommt etwas, das sich nicht in harten Zahlen ausdrücken lässt: Die Art und Weise, wie Kellers Elf auftritt. Spielerischen Glanz verbreitet sie, gemessen an ihrem Potenzial und der damit verbundenen Erwartungshaltung des Umfelds, sehr selten. Daran vermochte auch im Spätsommer die spektakuläre Nachverpflichtung von Kevin-Prince Boateng nichts zu ändern. Überhaupt ist das einzig Beständige auf Schalke die Unbeständigkeit der Mannschaft. Es kommt nicht von ungefähr, dass sie in dieser Saison bereits zweimal einen 2:0-Vorsprung aus der Hand gegeben hat, jeweils beim 3:3 in Frankfurt sowie in Hoffenheim. Der angeblich von Chelsea heftig umworbene Jungstar Julian Draxler ist von diesem Auf und Ab nur „genervt“ und vermutet als Ursache ein „Kopfproblem“.

Gleichzeitig nimmt er aber auch den Trainer in Schutz: „Was kann er dafür, wenn wir immer wieder so grobe individuelle Fehler machen?“ Die Antwort liefert Jens Keller selbst: „Auch dafür stehe ich mit in der Verantwortung.“ Nach der Hinrunde erfolgt laut Heldt eine „gnadenlose Analyse“ – mit dem Trainer. Dass Jens Keller in diese Aufarbeitung am liebsten mit drei Punkten aus dem Nürnberg-Spiel gehen möchte, versteht sich von selbst.

Spieldaten

17. Spieltag, Bundesliga 2013/2014
0 : 0
1. FC Nürnberg
FC Schalke 04
Stadion
Grundig Stadion
Datum
21.12.2013 17:30 Uhr
Schiedsrichter
Florian Meyer
Zuschauer
42687

Aufstellung

1. FC Nürnberg
Schäfer - Chandler - Nilsson - Pinola - Plattenhardt - Hasebe - Frantz - Drmic (85. Mak) - Kiyotake - Hloušek - Ginczek (86. Pekhart)
Reservebank
Rakovsky, ??, Balitsch, Esswein, Feulner, Mak, Pekhart
Trainer
Gertjan Verbeek
FC Schalke 04
Fährmann - Uchida - Matip - Santana - Kolasinac - 18466 - Neustädter - Farfán - Meyer (90. Papadopoulos) - Fuchs (31. Goretzka) - Szalai (70. Obasi)
Reservebank
Hildebrand, Ayhan, Hoogland, Papadopoulos, Clemens, Goretzka, Obasi
Trainer
Peter Hermann

Ereignisse

31. min Spielstand: 0:0
Leon Goretzka kommt für Christian Fuchs

70. min Spielstand: 0:0
Chinedu Obasi kommt für Adam Szalai

85. min Spielstand: 0:0
Robert Mak kommt für Josip Drmic

86. min Spielstand: 0:0
Tomas Pekhart kommt für Daniel Ginczek

90.(+1) min Spielstand: 0:0
Kyriakos Papadopoulos kommt für Max Meyer

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