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Mittwoch, 20.10.2010

Dolmetscher und Trainer

Vor dem Spiel gegen den VfL Wolfsburg sprach fcn.de mit Wölfe-Co-Trainer Pierre Littbarski.

Der Weltmeister von 1990 ist in seinem Leben weit herumgekommen: Als Aktiver spielte er beim FC Köln und beim Racing Club de Paris in Frankreich, wechselte 1993 zu JEF United Chiba in die neu gegründete japanische J-League, wo er 1997 bei Brummell Sendai seine Karriere beendete. Als Trainer machte er seinen Weg über Japan, Australien, den Iran und die Schweiz, ehe er seit 2010 Co-Trainer beim VfL Wolfsburg anheuerte. Mit 64,3 Prozent haben die Wölfe den höchsten Anteil ausländischer Kicker in der Bundesliga – genau der richtige Arbeitsplatz für den weltoffenen „Litti“.

fcn.de: Hallo Herr Littbarski. Sie waren mit dem Club-Torhüter Andy Köpke im Kader der 1990er-WM-Mannschaft. Verbindet Sie sonst noch etwas mit dem 1. FC Nürnberg? 

Pierre Littbarski: Nicht sehr viel mehr. Andy Köpke war bei der WM mein Zimmernachbar. Er ist ein typischer Torhüter und positiv verrückt. Er war damals seinem Verein Nürnberg sehr verbunden. Auch Trainer Dieter Hecking kenne ich aus seiner Zeit in Lübeck ganz gut.

fcn.de: Nach Trainerstationen in Japan, Australien, dem Iran und der Schweiz sind Sie seit dieser Saison wieder in Deutschland. Wie fühlt es sich an, in die Bundesliga zurückzukehren?

Pierre Littbarski: Die Bundesliga hat sich absolut verändert. Wir haben heute kaum noch gewachsene Mannschaften. Gerade die Kommunikation ist schwieriger geworden, es gibt viele Ausländer im Fußball. Da müssen wir Trainer immer sehr schnell reagieren, verschiedene Charaktere und verschiedene Sprachen unter einen Hut zu bringen.

fcn.de: Steve McClaren ist der erste englische Trainer in der Fußball-Bundesliga. Wie läuft die Zusammenarbeit?

Pierre Littbarski: Sehr gut. Meine Aufgabe im Trainerteam ist es, dass auf dem Platz alles funktioniert und alle sich verstehen. Ich bin Dolmetscher und Trainer. Mit dem Trainer sprechen wir englisch.

fcn.de: Wolfsburg hat vor der Saison viel investiert. Trotzdem sind die Ergebnisse noch etwas holprig. Was ist Ihrer Meinung nach für Wolfsburg diese Saison noch möglich?

Pierre Littbarski: Sobald wir es schaffen, konstant zu spielen, werden wir in der Tabelle weiter oben mitspielen. Wir dürfen wie im Spiel gegen Leverkusen keine Punkte mehr verschenken. Wir haben sehr gute Fußballer in unserer Mannschaft und sind zu viel mehr in der Lage.

fcn.de: Zum Beispiel Grafite, Edin Dzeko und Diego. Wie wichtig sind diese für das Spiel der „Wölfe“?

Pierre Littbarski: Es sind sehr gute Einzelspieler, die Spiele entscheiden können. Und sie verhelfen uns, taktisch variabel zu spielen.

fcn.de: Letzte Saison gab es einen furiosen 3:2-Auswärtssieg und eine bittere 0:2-Heimniederlage für den Club. Wie denken Sie, wird das Spiel am Samstag laufen?

Pierre Littbarski: Es geht wieder um drei Punkte, und beide Teams werden aufgrund der Tabellensituation angespannt ins Spiel gehen. Das Ziel beider Mannschaften ist, aus den unteren Regionen rauszukommen. In unserer Scouting-Besprechung haben wir gesehen, dass Nürnberg eine schwierige Mannschaft ist. Der Club hat gute Einzelspieler, die eine Partie alleine entscheiden können. Auch die Nürnberger Defensive hat viele Mannschaften vor Probleme gestellt.