Profis Sonntag, 09.05.2021

Die Top-10 Club-Montagsspiele: Hattricks, Helden, Wasserschlacht

Foto: Sportfoto Zink

Am 12. Spieltag in der Saison 1993/94 fand das erste reguläre Montagsspiel in der Zweiten Bundesliga statt. Eine Saison später feierte auch der FCN sein "Montagsdebüt" mit einem 0:0 gegen Waldhof Mannheim. Am kommenden Montag beschließt der Club in Hamburg nun das Kapitel Montagsspiele im deutschen Fußball. Aus diesem Anlass blickt fcn.de nochmal zurück auf zehn "besondere" Partien an einem Montagabend.

  • Die Anfänge

Montag, 23.10.1995: FCN – VfB Leipzig 1:0

Die Club-Aufstellung: Curko – Zietsch, Kovac – Wiesinger, Störzenhofecker, Brunner, Baumann, Oechler (76. Przondziono), Straube – Kurth (70. Möckel), Moore (89. Knäbel)

Tore: 1:0 Moore (54.)

Es war das sechste Montagsspiel in der Geschichte des 1. FC Nürnberg und die Ausgangslage vor der Partie sprach nicht unbedingt für den Club. Der VfB rangierte nach elf Spielen auf Platz eins, während der FCN mit elf Punkten auf Rang 13 stand. Die 11.000 Zuschauer im Frankenstadion sahen deshalb eine sehr defensiv aufgestellte Club-Elf. Gleich zwei Liberos schickte Coach Sandhowe auf den Platz. Und die Taktik bewährte sich: Der Club konnte die Null halten und gewann dank des entscheidenden Treffers von Joe-Max Moore, der den Ball nach Kopfballablage von Kurth im Fallen einnetzte, mit 1:0. Die Fans im Frankenstadion lagen sich in den Armen und der FCN holte den ersten Sieg in einem Montagsspiel. Leider musste der Club am Ende der Saison dennoch den Gang in die Regionalliga antreten.

Montag 04.08.1997: FCN – SC Freiburg 4:1

Die Club-Aufstellung: Berg – Halat, Knäbel, Rahner – Baumann, Richter – Wiesinger, Ziemer (78. Grasser), Smejkal (69. Oechler) – Kurth, Driller (69. Falter)

Tore: 0:1 Slimane (14.), 1:1 Ziemer (18.), 2:1 Ziemer (51.), 3:1 Falter (74.), 4:1 Kurth (77.)

Der FCN war nach einem Jahr in der Regionalliga wieder in die Zweite Bundesliga zurückgekehrt. Gleich am zweiten Spieltag empfing man an einem Montagabend den SC Freiburg, der mit einem Sieg in die Saison gestartet war. So waren es auch die Badener, die mit der frühen Führung in der 14. Spielminute den besseren Start in die Partie erwischten. Doch das berüchtigte Freiburger Kurzpassspiel wurde von der Entenmann-Elf immer wieder mit einem aggressiven Pressing unterbunden. Thomas Ziemer brachte mit seinen zwei direkten und sehenswerten Freistoßtreffern die Wende für den Club, der schließlich den auch in der Höhe verdienten ersten Saisonsieg feiern konnte.

Montag 06.10.1997 SpVgg Greuther Fürth – FCN 0:1

Die Club-Aufstellung: Müller – Schneider, Baumann, Rahner – Hassa (33. Bürger), Wiesinger, Ziemer (65. Knäbel), Störzenhofecker, Richter (71. Simunec), - Kurth, Driller

Tore: 0:1 Driller (43.)

Montagabend, Flutlichtspiel, Frankenderby: Es sprach vieles für ein Fußballfest, doch die tabellarische Ausgangslage war eine andere. Beide Mannschaften rangierten in der Abstiegszone auf Platz 16 (FCN) und 17 (Greuther Fürth). Genauso spielte sich das Geschehen auch auf dem Platz ab, viel Kampf, wenig spielerische Qualität. Doch nach dem besten Angriff des Tages erzielte Martin Driller kurz vor der Pause das goldene Tor des Tages und der FCN feierte den einzigen Derbysieg an einem Montagabend. Es war zudem eine Art Initialzündung, denn der Club kämpfte sich Spieltag für Spieltag nach oben und stieg am Ende in die Bundesliga auf. Der Durchmarsch war perfekt.

  • Die Spektakel

Montag 19.10.1999 FCN – Karlsruher SC 4:3

Die Club-Aufstellung: Köpke – Grasser (83. Täuber), Nikl, van Eck – Leitl (46. Günther), Störzenhofecker, Stoilov (46. Möckel), Krzynowek – Feinbier – Hobsch, Beljakov

Tore: 1:0 Hobsch (21.), 1:1 Braun (31.), 1:2 Krieg (41.), 2:2 Beljakov (51.), 3:2 Hobsch (73.), 3:3 Krieg (88.), 4:3  Hobsch (90.)

Es war der Abend des Bernd Hobsch. In der 21. Minute drückte er nach einer Kopfballablage von van Eck den Ball zur Führung über die Linie. Das Spiel nahm von da an Fahrt auf und mit zwei schnellen Angriffen der Karlsruher lag der Club wieder hinten. Doch auch der FCN antwortete mit einem Doppelschlag. Es blieb weiterhin hochemotional, Club-Coach Rausch wurde auf die Tribüne verwiesen und so passte es, dass das Spiel in der Schlussphase mit zwei Elfmetern entschieden wurde. Hobsch verwandelte eiskalt zu seinem dritten Treffer und die Club-Bank wie auch ein Großteil der 13.000 Zuschauer lagen sich in den Armen.

Montag 08.12.2008 FCN – Hansa Rostock 4:0

Die Club-Aufstellung: Schäfer – Judt, Maroh, Pinola, Bieler – Mnari – Kluge, Mintal (84. Charisteas), Frantz (64. Engelhardt) – Eigler, Boakye (73. Masmanidis)

Tore: 1:0 Mintal (9.), 2:0 Frantz (31.), 3:0 Kluge (45.), 4:0 Mintal (77.)

Es herrschten eisige Temperaturen, als der Club am 16. Spieltag zuhause auf Hansa Rostock traf. Die Hanseaten kamen mit drei Niederlagen in Folge im Gepäck nach Nürnberg, während der Club seit vier Spielen ungeschlagen war. Der FCN legte los wie die Feuerwehr, kam nahezu im Minutentakt zu Torchancen. Eine davon nutzte Mintal und überwand den Hansa-Keeper mit einem Linksschuss. Die Gäste blieben in der Offensive harmlos, der Club sorgte mit zwei weiteren Toren vor der Halbzeit schon früh für die Vorentscheidung. Marek Mintal rundete eine nahezu perfekte Leistung mit seinem zweiten Tor und einer Vorlage zum 4:0-Endstand ab. Der Club beendete die Saison auf Platz drei, setzte sich in der Relegation überlegen gegen Energie Cottbus durch und feierte den direkten Wiederaufstieg in die Bundesliga.

Montag 27.07.2015 SC Freiburg – FCN 6:3

Die Club-Aufstellung: Kirschbaum – Möhwald, Petrak, Hovland, Bulthuis – Stark – Gislason, Behrens, Schöpf, Blum – Burgstaller

Tore: 1:0 Petersen (8.), 2:0 Petersen (11.), 3:0 Petersen (13.), 4:0 Frantz (41.), 4:1 Möhwald (44.), 4:2 Behrens (46.), 4:3 Schöpf (56.), 5:3 Phillip (61.), 6:3 Schuster (90.+1)

Gleich am ersten Spieltag in der Saison 2014/15 reiste der FCN zum Bundesligaabsteiger SC Freiburg in den Schwarzwald. Das Spiel war noch keine Viertelstunde alt und schon hatte Petersen mit einem lupenreinen Hattrick innerhalb von sechs Minuten auf 3:0 für die Gastgeber gestellt. Mit dem 4:0 durch Frantz schien die Sache schon durch. Der FCN kam mit drei Toren in kurzer Zeit noch einmal ran, doch spätestens mit der Roten Karte gegen Bulthuis und dem 6:3 war die erste Saisonniederlage in einem Wahnsinnsspiel besiegelt. Die Saison wurde fast so dramatisch beendet, wie sie begonnen hatte, denn erst in der Relegation verhinderte Eintracht Frankfurt den Aufstieg in die Bundesliga.

Montag 16.10.2017 SV Darmstadt – FCN 3:4

Die Club-Aufstellung: Kirschbaum – Kammerbauer (46. Leibold), Löwen, Mühl, Ewerton, Valentini – Behrens, Erras – Möhwald (89. Brecko) – Teuchert (87. Werner), Ishak

Tore: 1:0 Stark (6.), 1:1 Teuchert (23.), 1:2 Ishak (51.), 1:3 Teuchert (58.), 2:3 Platte (72.), 2:4 Leibold (74.), 3:4 Löwen (87., ET)

Dramatische Spiele am Böllenfalltor kennen die Club-Fans nicht nur aus dieser Saison. Auch an jenem Montagabend ging es in Darmstadt hoch her. Der Bundesligaabsteiger und der FCN (Platz 3) lieferten sich schon in der ersten Halbzeit einen offensiven Schlagabtausch. Der 1:1-Pausenstand hätte auch durchaus 3:3 lauten können. Der Club kam treffsicherer aus der Kabine, erhöhte durch Teucherts zweites Tor an diesem Abend in der 58. Minute auf 1:3. Doch die Darmstädter gaben sich nicht auf. Den Anschlusstreffer von Platte beantwortete Leibold zwei Minuten später mit dem 2:4. Durch das Eigentor von Löwen wurde es in der Schlussphase noch einmal brenzlig, doch die Köllner-Elf brachte die drei Punkte ins Ziel. Eine weitere Partie an einem Montagabend vergoldete die FCN-Saison schließlich, siehe weiter unten…

Montag 03.12.2018 FCN – Bayer Leverkusen 1:1

Die Club-Aufstellung: Bredlow – Goden, Margreitter, Mühl, Leibold – Petrak (46. Erras) – Kerk (76. Palacios), Behrens, Misidjan – Kubo (58. Zrelak), Ishak

Tore: 0:1 Havertz (30.), 1:1 Margreitter (56.)

Schon einige Stunden vor Anpfiff setzte strömender Regen über dem Max-Morlock-Stadion ein und die beiden Mannschaften lieferten sich eine richtige Wasserschlacht an diesem 13. Spieltag in der Fußball-Bundesliga. Während die Gäste aus Leverkusen irgendwie versuchten, einige spielerische Angriffe auf den Platz zu bringen, warf sich die Köllner-Elf leidenschaftlich in jeden Ball. In der 29. Minute landete die Kugel dann aber nach einem Durcheinander im Sechzehner vor den Füßen von Kai Havertz, der mit einem Lupfer die Führung erzielte. Nach dem Seitenwechsel bekam die Werks-Elf eine Ecke des Club nicht geklärt und Margreitter machte mit einem Linksschuss den Ausgleich, der zudem auch den Endstand bedeutete. Übrigens trotze der FCN in der gleichen Saison ebenfalls an einem Montagabend dem BVB einen Punkt im Achteck ab.

 

  • Die Entscheidungen

Montag 03.05.2004 Arminia Bielefeld – FCN 1:3

Die Club-Aufstellung: Schäfer – Stehle (64. Paulus), Sanneh, Wolf, Wiblishauser – Nikl, Larsen (72. Stefulj), Mintal (46. Slovak) – Müller, Vittek, Krzynowek

Tore: 0:1 Vittek (5.), 0:2 Müller (27.), 1:2 Gabriel (45.), 1:3 Krzynowek (55.)

Die Ausgangslage vor dem Spiel war spannend. Mit einem Sieg hätte die Arminia (Platz zwei) mit dem Club (Platz eins) gleichziehen können und somit ebenfalls einen großen Schritt Richtung Aufstieg machen können. Die Anfangsphase war hektisch, doch der Club war überlegen und ging früh mit 2:0 in Führung. Nachdem die Arminen kurz vor der Halbzeit verkürzten, stellte Krzynowek den alten Abstand wieder her. Durch einen Dreifach-Wechsel bekamen die Ostwestfalen Überhand, liefen pausenlos auf Schäfer zu, aber der Club-Keeper verhinderte mit seinen Paraden ein weiteres Tor. Mit dem Sieg machte der FCN den Aufstieg nahezu perfekt, hatte bei noch drei zu spielenden Spielen neun Punkte Abstand auf Platz 4 und die 26 Tore bessere Tordifferenz.

Montag 30.04.2018 FCN – Eintracht Braunschweig 2:0

Die Club-Aufstellung: Bredlow – Valentini, Margreitter, Mühl, Leibold – Möhwald (90. Brecko), Petrak, Behrens – Löwen, Ishak (87. Salli), Werner (74. Zrelak)

Tore: 1:0 Petrak (45.), 2:0 Möhwald (48.)

Der FCN lag nach 31 Spielen auf Rang zwei und konnte mit einem Sieg den Abstand auf Platz drei auf fünf Punkte vergrößern. Das merkte man der Köllner-Elf auch an, der FCN hatte 68 Prozent Ballbesitz in Durchgang eins und der achte Torschuss von Petrak fand endlich seinen Weg ins Netz. Spätestens nach dem Solo von Möhwald und seinem Treffer zum 2:0 brachen im Max-Morlock-Stadion alle Dämme. Der Club spielte die Führung gekonnt runter und war somit mit einem Bein in der Bundesliga, was eine Woche später in mit einem 2:0-Auswärtssieg in Sandhausen zur Realität wurde.


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