Derby-Nachbericht: "Wir sind jetzt alle Derbyhelden"
Das 277. Frankenderby hatte es in sich - und am Ende einen Derbysieg für den FCN parat. Unser Rückblick...
Erinnerungen aufgefrischt: 277 Mal gab es dieses Duell nun bereits. Mehr Tradition geht nicht. Als „die Mutter aller Derbys“ bezeichnete nicht nur Fürth-Coach Heiko Vogel das Aufeinandertreffen zwischen der Spielvereinigung und dem Club im Vorfeld. Keine Partie wurde in Fußball-Deutschland häufiger ausgetragen. Und trotzdem - oder gerade deshalb - ist das Duell jedes Mal aufs Neue das Highlight schlechthin.
Eine Zusatzmotivation ist deshalb überhaupt nicht nötig. Miro Klose verriet hinterher aber: „Wir hatten die Bilder von den Siegen vor zwei Jahren im Kopf und wollten diese unbedingt auffrischen.“ Damals hatte der Club zwei furiose Siege (4:0 und 3:0) gelandet – und legte nun nach. Der Club-Coach ist damit in Derbys weiter unbesiegt (3 Siege, 2 Remis) und war hinterher dementsprechend happy: „So ein Ergebnis, auswärts, bei einem Derby – es gibt nichts Schöneres.“
Feuer gemacht: Dass die 277. Ausgabe des Frankenderbys auch für den neutralen Beobachter zum echten Highlight wurde, lag daran, dass sich beide Mannschaften von Beginn an nichts schenkten und vor allem offensiv für viele Akzente sorgten. Vor allem in Durchgang eins erwies sich das Kleeblatt als unangenehmer Gegner. „Wir haben uns schon schwer getan“, gestand Julian Justvan und verriet: „In der Halbzeit wurde uns in der Kabine noch einmal Feuer gemacht.“
Die Erklärung dafür lieferte Klose nach der Partie in der PK: „Jan Reichert hat in der Pause den Mund aufgemacht, die Jungs richtig zusammengestaucht und ihnen klargemacht, was er in der zweiten Halbzeit erwartet. Und das haben die Jungs dann sehr gut umgesetzt.“ Der FCN-Kapitän ging dann auch mit positivem Beispiel voran und sorgte mit seinem gehaltenen Elfmeter gegen Felix Klaus für einen der spielentscheidenden Momente.
Gemeinsam gefeiert: In den Mittelpunkt stellen wollte sich Reichert dafür aber nach Spielende nicht. „Ich würde nicht sagen, dass ich deshalb der Derbyheld bin. Klar ist es schön, damit der Mannschaft geholfen zu haben. Aber wir sind jetzt alle Derbyhelden.“ Dementsprechend ausgelassen war die Stimmung nach Spielende auch. „Die Jungs haben sich das verdient, hier so zu feiern“, so Klose.
Schließlich war es für eine ganze Reihe von Club-Profis der erste Derbysieg – und für einige andere sicher nochmal etwas spezieller. Denn mit Reichert, Tim Janisch, Eric Porstner und Piet Scobel standen gleich vier Akteure in der Startelf, die das Derby schon aus NLZ-Zeiten kennen. Mit Marc Kornwachs feierte zudem ein FCN-Eigengewächs just im Derby sein Profi-Debüt. Reichert brachte die Gemütslage deshalb treffend auf den Punkt: „Das ist das, wofür wir und die Fans leben.“
Ausblick: „Diesen Zusammenhalt nehmen wir in die nächsten Spiele mit“, so der Club-Kapitän. Der Start in die neue Saison ist jedenfalls geglückt. Erstmals seit neun Jahren startete der FCN mit zwei Siegen in eine Spielzeit. Die Liga macht nun aber erstmal Pause. Am kommenden Wochenende steht die erste Hauptrunde im DFB-Pokal an. Für das Team von Trainer Miro Klose geht es dann am Samstag um 15.30 Uhr zu Drittligist Viktoria Köln. In Liga zwei sind Reichert und Co. am Samstag, 29. August, wieder im Einsatz. Gegner im Max-Morlock-Stadion ist dann um 20.30 Uhr Arminia Bielefeld. Tickets gibt’s hier.
Weitere Artikel zur Partie
- SpVgg Greuther Fürth
- 22. Felix Klaus (Elfmeter) 1:0
41. Dennis Srbeny 2:1
- 1. FC Nürnberg
- 26. Piet Scobel (Kopfball) 1:1
45. Julian Justvan 2:2
54. Julian Justvan 2:3
74. Piet Scobel 2:4
- Stadion
- Datum
- 15.08.2026 13:00 Uhr
- Schiedsrichter
- Tom Bauer
- Zuschauer
- 16000
- SpVgg Greuther Fürth
- Hellstern - Dehm (77. Reich) - Heuer - Keresztes - Itter - Bansé (77. Sillah) - Will - Appelkamp - Pohlmann (77. Wallentowitz) - Klaus - Srbeny (67. Keller
) - Reservebank
- Prüfrock, Dal, König, Krautkrämer, Reich, Arifi, Keller
, Wallentowitz, Sillah - Trainer
- Heiko Vogel
- 1. FC Nürnberg
- Reichert - Janisch (55. Masouras) - Kalogeropoulos - Otto - Porstner
- Markhiyev - Fernandez
(75. Ghrieb
) - Becker (75. Lubach) - Justvan
(88. Kornwachs Barjuan) - Scobel (88. Grimaldi) - Zoma - Reservebank
- Lisewski, Heß, Mandic, Masouras, Kornwachs Barjuan, Lubach, Ghrieb
, Grimaldi, Moustfa - Trainer
- Miroslav Klose