Profis Samstag, 29.05.2021

Der große FCN-Saisonrückblick: Teil 1

Foto: Sportfoto Zink

Der Club beendete die Saison nach einem 2:1-Auswärtssieg in Hannover auf Platz elf. Auch wenn nicht immer alles rund lief und vor allem ihr Fans uns am meisten gefehlt habt, wollen wir noch einmal auf die vergangene Spielzeit 2020/21 zurückblicken.

Das Spiel der Saison: Wahnsinn am Böllenfalltor

Am 20. Spieltag reiste der Club nach Darmstadt ans Böllenfalltor. Zu dieser Zeit hatte der FCN 20 Punkte, stand auf Platz 14 in der Tabelle und war dem Relegationsplatz gerade noch zwei Punkte entfernt. Umso wichtiger wäre ein Dreier gegen die Hessen, die nur zwei Punkte mehr auf dem Konto hatten. Borkowski gab in diesem Spiel sein Startelf-Debüt für den Club und es entwickelte sich eine schleppende erste Halbzeit. Bei beiden Teams fehlte in der Offensive die Präzision, das Spiel lief überwiegend im Mittelfeld ab. In der 33. Minute war Klauß dann noch zum Wechseln gezwungen, da sich Kapitän Valentini verletzte. Für ihn kam Sorg in die Partie.

Die zweite Halbzeit begann wie die erste endete: mit vielen Zweikämpfen und Mittelfeldgeplänkel. Doch dann bediente in der 76. Minute Handwerker mit einer perfekten Flanke von links Dovedan, der zunächst an Schuhen scheiterte. Der Abpraller aber landete beim frisch eingewechselten Schleusener, der zur wichtigen 1:0-Führung einschob. Die Lilien warfen nun alles nach vorne, der Club brachte mit Behrens und Margreitter physische Präsenz für die Schlussminuten. Für Behrens war es zudem der 147. Zweitligaeinsatz für den FCN, was ihn zum Club-Rekordspieler in dieser Liga aufsteigen ließ.

Darmstadt kam noch einmal in den Sechzehner, ein unübersichtliches Durcheinander - und plötzlich der Pfiff des Schiedsrichters. Elfmeter und Rote Karte für Sorg, Holland verwandelte zum 1:1-Ausgleich. Der Unparteiische pfiff die Partie noch einmal an, Mathenia schlug denn Ball nach vorne und Rapp köpfte über seinen Schlussmann zum 2:1 für den Club. Robert Klauß sagte nach der Partie: „Der Club kann Extreme, jetzt war ich mal live dabei. Um so etwas zu erleben, spielen wir Fußball.“

Das Tor der Saison: Die nahezu perfekte Woche des Enrico Valentini

Derby gegen Fürth: für jeden Cluberer das wichtigste Spiel des Jahres. So auch für FCN-Kapitän Enrico Valentini. Doch der Club musste durch das frühe 0:1 durch Nielsen erste einmal eine bittere Pille schlucken. Dennoch steckte der FCN nicht auf, kämpfte leidenschaftlich. In der 57. Minute zog Möller-Daehli von links in die Mitte und legte vor dem Sechszehner quer auf den anstürmenden Valentini. Der Club-Kapitän, der nur wenige Tage zuvor zum zweiten Mal Vater wurde, nahm die Kugel aus vollem Lauf und drosch das Spielgerät, wenn auch leicht abgefälscht, links oben in den Winkel. Was für eine Kiste und dann noch die erste in der 2. Bundeliga für unsere Nummer 22! Derby-Debütant Shuranov erzielte in der 77. Minute mit seinem ersten Tor für Rot-Schwarz sogar die zwischenzeitliche Führung. Kurz vor Abpfiff traf Fürth zwar noch zum bitteren Ausgleich, das Derby-Rückspiel galt dennoch für einen Wendepunkt in der abgelaufenen Saison.

Das Pech der Saison: Verletzungen

Sommerneuzugang Köpke hatte sich nur zwei Spieltage zuvor in Form geballert, traf in Braunschweig doppelt. In Osnabrück dann sank er ohne Einwirkung eines Gegenspielers zu Boden. Die bittere Diagnose: Kreuzbandriss und Saisonaus. Auch im nächsten Auswärtsspiel folgte eine Situation mit Nachwehen. Hack warf sich in der achten Spielminute mit vollem Einsatz in die Flanke, köpfte zur 1:0-Führung ein, knickte aber bei der Landung unglücklich weg. Trotz Schmerzen biss sich unsere Nummer 17 noch eine Weile durch, pausierte dann aber einige Spiele und verletzte sich im Training noch zwei weitere Male am Sprunggelenk. Erst zum Ende der Saison konnte "Hacki" sein erfolgreiches Comeback feiern und seinen Beitrag zu einem positiven Saisonausklang leisten.

Mit Felix Lohkemper fiel zudem eine weitere Offensivkraft langfristig aus. In der Rückrunde kamen mit Schäffler und Nürnberger weitere Ausfälle hinzu. Wir wünschen allen Verletzten weiterhin eine gute Reha und freuen uns darauf, in der nächsten Saison wieder zusammen mit euch anzugreifen!

Die Diskussionen der Saison: Videobeweis

Auch in dieser Saison wurde wieder viel diskutiert, auch über den Videobeweis. Bereits am ersten Spieltag in der abgelaufenen Spielzeit in Regensburg stand der Unparteiische im Mittelpunkt. Die Partie war sehr zweikampfbetont und geprägt von teils rüden Foulspielen. Handwerker traf mit einem sehenswerten Rechtsschuss zur 1:0-Führung für den FCN. In der 58. Spielminute war die Aufregung groß. Besuschkow schoss aus kürzester Distanz den Arm von Valentini an, der Schiedsrichter entschied nach Anblick der Videobilder auf Elfmeter. Besuschkow trat gleich selber an und verwandelte zum 1:1-Endstand.

Am vierten Spieltag auf St. Pauli schritt der Unparteiische wieder zum Videobeweis. Krauß spielte nach einem Zweikampf zuerst den Ball, berührte Kyereh noch leicht und dieser kam nach zwei weiteren Schritten im Sechzehner zu Fall. Auch hier zeigte der Spielleiter auf den Punkt. Für größere Aufregung sorgte sicherlich dann die Elfer-Entscheidung in Braunschweig. In der Nachspielzeit klärte Mühl mit einer Grätsche zur Ecke. Der Schiedsrichter sah aber eine regelwidrige Berührung, blieb auch nach Ansicht des Videomaterials bei seiner Entscheidung und Proschwitz verwandelte zum 3:2-Sieg für die Eintracht.

Im Heimspiel gegen die Fortuna gab es in der 16. Minute Handelfmeter für den Club. Klarer sprang der Ball bei einem Zweikampf im Strafraum an die Hand. Der Kölner Keller wies den Spielleiter auf die Situation hin, Schäffler verwandelte sicher zur 1:0-Führung. Etwas später in der Saison, am 28. Spieltag in Würzburg, wurde es dann noch einmal brenzlig. Nach einer etwas zu kurz geratenen Kopfballrückgabe musste Mühl ins Laufduell mit dem Würzburger Stürmer Munsy. Beide Spieler bearbeiteten sich gegenseitig, Mühl zog ein wenig an Munsys Arm. Trotz vehementen Reklamationen der Kickers-Akteure blieb der Schiri bei seiner Entscheidung und zeigte Mühl die gelbe Karte. 


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