Freitag, 29.07.2011

"Der Club ist der haushohe Favorit"

Vor der erste Runde im DFB-Pokal sprach fcn.de mit Bielefelds Trainer Markus von Ahlen.

Foto: Getty

fcn.de: Hallo Herr von Ahlen. Seit dem 01.07.2011 sind Sie neuer Trainer bei Arminia Bielefeld. Was sind Ihrer Meinung nach die größten Veränderungen oder auch Herausforderungen, die Sie in Ihrer neuen Funktion als Profitrainer, im Vergleich zu Ihrem vorherigen Job als Jugendtrainer, zukünftig bewerkstelligen müssen?

Markus von Ahlen: Ich glaube gar nicht, dass sich die inhaltliche Arbeit mit einer Seniorenmannschaft so sehr von der mit einem Jugendteam unterscheidet. Das Drum-Herum dagegen ist im Profibereich natürlich schon wesentlich mehr geworden, zum Bespiel Interview-Anfragen wie diese kommen nun vermehrt (lacht). Übrigens hat meine Arbeit für Arminia bereits lange vor dem 1. Juli begonnen.

fcn.de: Angesichts der begrenzten (finanziellen) Mittel war es sicher nicht ganz einfach, Spieler davon zu überzeugen, auf die „Alm“ zu wechseln. Wie haben Sie das trotzdem geschafft?

Markus von Ahlen: Fakt ist, dass wir es geschafft haben. Viele unserer Neuzugänge hatten uns ja bereits ihre Zusage gegeben, obwohl zu diesem Zeitpunkt noch nicht feststand, dass wir überhaupt die Lizenz für die dritte Liga bekommen. Arminia ist ein Club, der eine ganze Menge zu bieten hat: tolle Mitarbeiter, eine erstklassige Infrastruktur mit einem erstklassigen Stadion und absolut erstklassigen Fans.

fcn.de: Wie schwer ist es jetzt, mit den vielen Neuzugängen eine funktionierende Mannschaft zu formen?

Markus von Ahlen: Es dauert, bis man ein eingespieltes Team hat. Wir haben die Vorbereitung sehr intensiv genutzt, aber natürlich ist am ersten Spieltag noch nicht alles perfekt. Ich denke, dass man unserer neuen Mannschaft, die dazu ja auch eine sehr junge ist, noch etwas Zeit geben muss, bis alle Abläufe so passen, wie wir uns das vorstellen.

fcn.de: In den Medien ist oft vom „Bielefelder Weg“ die Rede, bei dem langfristig möglichst viele Spieler aus den eigenen Nachwuchsmannschaften in die erste Mannschaft gebracht werden sollen. Sowohl die A-Jugend als auch die Amateurmannschaft sind in dieser Saison aber ebenfalls abgestiegen. Wie schwierig ist es da, die guten Talente zu halten?

Markus von Ahlen: Fakt ist, dass wir es trotz der des dreifachen Abstieges geschafft haben, viele Talente zu halten. Auch hier haben wir viel Überzeugungsarbeit geleistet. Ich denke, dass das Konzept des Bielefelder Weges sehr gut und absolut tragfähig ist. Das ist die Zukunft des Clubs.

fcn.de: Wie sieht das langfristige Ziel für Arminia aus?

Markus von Ahlen: Langfristig muss ein Club wie Arminia immer das Ziel haben, wieder in der Bundesliga zu spielen.

fcn.de: Welches Ziel geben Sie für Arminia in der 3. Liga aus?

Markus von Ahlen: Ganz bewusst keinen Tabellenplatz. Wir wollen in dieser Saison den freien Fall stoppen, möglichst frühzeitig den Klassenerhalt schaffen und überdies einen Fußball anbieten, der die Leute wieder gerne in unser Stadion gehen lässt. Wir möchten ein Team aufbauen, mit dem sich die Fans in ganz Ostwestfalen wieder identifizieren können.

fcn.de: Wagen Sie eine Prognose: Wie geht das DFB-Pokal-Spiel gegen den 1. FC Nürnberg aus?

Markus von Ahlen: Ich tippe kein Ergebnis. Der Club ist der haushohe Favorit, den wir aber möglichst stark ärgern wollen. Wenn wir am Ende die Sensation schaffen sollten, werden wir uns sicher nicht dagegen wehren.


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