Profis Teamcheck Donnerstag, 29.10.2020

Der Braunschweig-Sixpack: Faire Trikotpioniere

Foto: Sportfoto Zink

Am Samstag trifft der Club auswärts auf Eintracht Braunschweig. Passend zum Spiel gibt es für euch in diesem Sixpack sechs interessante Fakten rund um die Löwen aus Niedersachsen.

1. Hirsch statt Löwe?

Heutzutage sind Sponsoren-Logos auf den Trikots Standard, in den 70er Jahren sah die Sache aber noch anders aus. Trikotwerbung war da nämlich noch verboten, wenn es da nicht ein Schlupfloch in den Statuten gegeben hätte. Um mit dem Kräuterlikör "Jägermeister" auf dem Dress werben zu können, musste kurzerhand das Vereinslogo geändert werden – so wurde aus dem roten Löwen im Vereinswappen für 14 Jahre der bekannte Hirschkopf mit Kreuz über dem Geweih.

So hält sich bis heute der Mythos, dass Braunschweig der erste Verein mit Trikotsponsor war. Dies ist aber nicht richtig; schon in der 1967/68 lief Wormatia Worms kurzzeitig mit Sponsor auf, bevor der DFB die Werbung verbot.

2. Fairness-Rekord

Vor allem in früheren Zeiten wurde Fußball ein wenig härter geführt, doch in Braunschweig ließ man sich nur selten etwas zu Schulden kommen. Elf Spielzeiten in Folge blieben die Mannschaften der Eintracht ohne einen einzigen Platzverweis – bis heute ein Rekord.

Die bemerkenswerte Serie fand jedoch ein unrühmliches Ende. Am 30. August 1975 war der Eintracht-Spieler Wolfgang Grzyb so ungehalten über eine Entscheidung des Schiedsrichters, dass er wegen Meckerns vom Platz gestellt wurde.

3. Der heiße Stuhl

Neben diesem beeindruckenden Rekord hält die Eintracht leider auch die „Best“marke bezüglich Trainerwechseln in einer Saison. In der Saison 2006/07 spielte man in der 2. Bundesliga ziemlich früh gegen den Abstieg. Man startete mit Michael Krüger im Amt, der schon Anfang Oktober nach einem schlechten Saisonstart den Hut nehmen musste. Es folgt Interimstrainer Willi Kronhardt, der nach zwei Wochen von Durad Vasic abgelöst wurde. Schon nach einem Monat gab dieser den Posten wieder frei, im November wurde sein Nachfolger Willi Reimann vorgestellt. Der ehemalige Club-Trainer brachte die Mannschaft nicht in ruhige Fahrwasser, so dass zum Ende der Saison Dietmar Demuth als letzte Hoffnung installiert wurde.

Leider konnte auch er das Schlimmste nicht mehr vermeiden. Mit nur vier Siegen und 23 Punkten auf dem Konto folgte der Abstieg in die damalige Regionalliga Nord. Immerhin steht man mit so einem Verlauf nicht allein da, denn seit der Saison 2011/12 teilt man sich den Rekord mit Hertha BSC.

4. 28 Jahre Wartezeit

Eintracht Braunschweig konnte seine größten Erfolge, wie so viele andere Traditionsvereine, in seiner früheren Vereinsgeschichte feiern. Der deutsche Meister von 1967 war ein ständiger Gast in der Bundesliga – bis 1985, wo ein Abstieg den Gang in die 2. Bundesliga besiegelte. Wohl wenige dachten damals, dass man sich bis zum Wiederaufstieg lange gedulden muss.

In den nachfolgenden Jahren schlug sich die Eintracht durch die 2. und 3. Liga, bis es 2013 endlich so weit war: die Mannschaft erreichte unter Trainer Torsten Lieberknecht den zweiten Platz und löste somit das Ticket zur Bundesliga. Das emotionale Wiedersehen war jedoch nicht von langer Dauer. Schon nach einer Saison ging es wieder in die zweite Liga zurück.

5. Cricket in der Wiege des Fußballs

Drei Vereine aus Braunschweig konnten sich im Jahr 1900 Gründungsmitglied des DFB nennen, weswegen die Stadt auch den Beinamen „Wiege des deutschen Fußballs“ bekam. Neben dem FC Brunsviga 1896 Braunschweig und dem FC Germania Braunschweig, fand sich auch der „FuCC Eintracht 1895 Braunschweig“ in den Gründungspapieren.

Zur damaligen Zeit genoss Cricket in Deutschland eine gewisse Popularität, weswegen die Eintracht als „Fußball- und Cricket Club“ im Dezember 1895 gegründet wurde. Der Hype hielt nicht lange, so dass man sich schon 1906 vom Cricket im Vereinsnamen verabschiedete.

6. Olympiasieger

Nicht nur Fußball wird im Turn- und Sportverein Eintracht gespielt. Für die knapp 5.000 Mitglieder stehen ebenfalls insgesamt 15 Sportarten zur Verfügung, unter anderem Basketball, Hockey, Schach und Steel-Dart. Gerade im Hockey müssen sich die Braunschweiger keineswegs verstecken.

Deutlich unterstrichen wurde dies bei den Olympischen Sommerspielen 2004 in Athen. Hier konnte die deutsche Hockeynationalmannschaft der Frauen die Goldmedaille erringen. Einen großen Anteil am Erfolg hat hierbei Eintracht Braunschweig, denn fünf Spielerinnen kamen aus den Braunschweiger Reihen.

Spieldaten

6. Spieltag, 2. Bundesliga 20/21
3 : 2
Eintracht Braunschweig
21. Danilo Wiebe 1:0
52. Martin Kobylanski 2:2
90. Nick Proschwitz (Elfmeter) 3:2
1. FC Nürnberg
31. Pascal Köpke 1:1
42. Pascal Köpke 1:2
Stadion
Datum
31.10.2020 13:00 Uhr
Schiedsrichter
Sven Waschitzki
Zuschauer
2788

Aufstellung

Eintracht Braunschweig
Dornebusch - Ziegele - Wydra - Nikolaou - Wiebe - Ben Balla - Kroos - Schlüter - Kobylanski (84. Kammerbauer) - Kaufmann (72. Bär) - Proschwitz
Reservebank
Fejzic, Burmeister, Kessel, Schultz, Bär, Kammerbauer, Schwenk, Kupusovic, Otto
Trainer
Daniel Meyer
1. FC Nürnberg
Mathenia - Valentini - Mühl - Sörensen - Handwerker - Krauß - Nürnberger (72. Singh) - Köpke (86. Schleusener) - Geis (86. Behrens) - Hack (79. Lohkemper) - Schäffler
Reservebank
Früchtl, Knothe, Krätschmer, Behrens, Dovedan, Rhein, Singh, Lohkemper, Schleusener
Trainer
Robert Klauß

Ereignisse

21. min Spielstand: 1:0
Danilo Wiebe

31. min Spielstand: 1:1
Pascal Köpke

36. min Spielstand: 1:1
Yassin Ben Balla

42. min Spielstand: 1:2
Pascal Köpke

52. min Spielstand: 2:2
Martin Kobylanski

63. min Spielstand: 2:2
Tom Krauß

72. min Spielstand: 2:2
Marcel Bär kommt für Fabio Kaufmann

72. min Spielstand: 2:2
Sarpreet Singh kommt für Fabian Nürnberger

79. min Spielstand: 2:2
Felix Lohkemper kommt für Robin Hack

84. min Spielstand: 2:2
Patrick Kammerbauer kommt für Martin Kobylanski

86. min Spielstand: 2:2
Hanno Behrens kommt für Johannes Geis

86. min Spielstand: 2:2

Daniel Meyer (Braunschweig)

86. min Spielstand: 2:2
Fabian Schleusener kommt für Pascal Köpke

90.(+3) min Spielstand: 3:2
Nick Proschwitz