Nachwuchs Donnerstag, 09.11.2017

Das Streben nach oben

Foto: Sportfoto Zink

Vier Spieltage vor der Winterpause kann die U21 ein positives Zwischenfazit ziehen. Warum sich das Team darauf aber nicht ausruht, was er von seinen Spielern genau erwartet und welchen Stellenwert die U21 für den Club hat, verriet U21-Coach Reiner Geyer im Interview mit fcn.de.

fcn.de: Nach anfänglichen Schwierigkeiten hat sich die U21 gefangen, zuletzt sogar sieben Spiele in Folge nicht verloren, bis die Niederlage in Schweinfurt folgte. Wie beurteilst du den bisherigen Saisonverlauf?

Reiner Geyer: Wir haben uns auf jeden Fall stabilisiert. Jetzt geht's darum, eine Konstanz reinzukriegen. Die jungen Spieler sollen sich so entwickeln, dass sie stets ihre Leistung abrufen. Wenn man das mit dem Anfang der Saison vergleicht, die viele Hochs und Tiefs hatte, sind wir da auf einem guten Weg.

fcn.de: Neben der spielerischen Entwicklung kann man mit dem vierten Tabellenplatz auch ganz zufrieden sein, oder?

Reiner Geyer: Zufriedenheit ist etwas ganz Kurzfristiges. Wir neigen eher dazu, etwas unzufrieden zu sein, um uns in den einzelnen Dingen zu entwickeln. Der Tabellenplatz ist da das eine. Das andere ist, dass wir die Motivation in allen Bereichen hochhalten, um uns kontinuierlich zu verbessern. Wir arbeiten mit dem Motto ‚Nach oben streben‘, sei es in eine andere Liga oder in die Profi-Mannschaft.

fcn.de: Gibt es ein bestimmtes Spiel, an das du dich am ehesten erinnerst, weil dich dein Team dort beispielsweise am meisten beeindruckt hat?

Reiner Geyer: Ich ertappe mich oft dabei, dass ich von den Jungs ziemlich beeindruckt bin, sei es im Spiel oder im Training. Der Derbysieg war natürlich ein besonderer Sieg. Ich will mich aber nicht auf ein Spiel fokussieren. Ich bin beeindruckt, wie fokussiert die Jungs arbeiten und sich peu á peu entwickeln.

fcn.de: Welche Spieler stechen denn in ihrer Entwicklung hervor?

Reiner Geyer: Das ist eine schwer zu beantwortende Frage, weil das gegenüber dem ein oder anderen Spieler, den ich jetzt nicht erwähne, unfair wäre. Ich sehe nämlich tatsächlich bei allen Spielern den Willen und den Weg, dass sie sich entwickeln und besser werden.

fcn.de: Inzwischen geht es auf die Winterpause zu. Habt ihr euch bis dahin eine bestimmte Punkteausbeute als Ziel gesetzt?

Reiner Geyer: Wir haben darüber gesprochen, aber konnten uns damit nicht identifizieren. Wir haben uns eher darauf fokussiert, wie unser Weg ist, wie wir auf dem Platz als Mannschaft agieren wollen und was unser Anspruch ist. Das geht dann schon in die Richtung, wie eben schon angesprochen, dass jeder einzelne mit einer Konstanz auf dem Platz steht und die Dinge immer wieder abruft – das gilt auch für die letzten vier Spiele.

fcn.de: Die Entwicklung junger Spieler steht bei der U21 also an erster Stelle, richtig?

Reiner Geyer: Richtig, aber das ist auch die Aufgabe eines jeden Trainers, die Entwicklung hört ja nie auf. Das beginnt unten bei den Kleinen, von denen wir so viele wie möglich in die nächste Jahrgangsstufe bekommen wollen. Dadurch wollen wir als 1. FC Nürnberg auch attraktiv für die Spieler aus dem Umkreis und dem überregionalen Raum sein, die für uns interessant sind. Der letzte Step ist dann in der U21, wo man sich voll auf den Profifußball konzentriert, um eines Tages an der Profi-Tür zu klopfen.

fcn.de: In den letzten Jahren haben mehrere Spieler den Sprung von der U21 zu den Profis geschafft. Welchen Anteil hat die U21 daran oder anders gefragt: Welchen Stellenwert hat so eine U21 für einen Profiverein?

Reiner Geyer: Es gibt natürlich Einzelfälle, die mit 18 oder 19 Jahren in der ersten Mannschaft auflaufen und sich dort sogar etablieren. Aber der ein oder andere braucht nochmal ein oder zwei Jahre, um sich zum Profispieler zu entwickeln. Von daher ist die U21 eine wichtige Mannschaft hinsichtlich Entwicklung und Vorbereitung hin zum Profifußball. Einen Anteil daran, dass mehrere den Sprung geschafft haben, haben viele. Das geht ja schon bei der Scouting-Abteilung los, die die Spieler im jungen Alter dem Club empfiehlt. In der weiteren Ausbildung haben dann die Jugendtrainer und Athletik-Coaches Einfluss auf die Entwicklung, auch die Betreuung im Internat ist wichtig. Von daher haben alle ihren Anteil daran.