Das neue Achteck nimmt Gestalt an: Vorzugsvariante für den Stadionvollumbau vorgestellt
Mit dem Beschluss zur Vorplanung im Dezember 2025 hat der Stadtrat den Startschuss für die konkrete Planung des neuen Max-Morlock-Stadions gegeben. In den vergangenen Monaten haben das Planungsbüro asp aus Stuttgart, die Stadt Nürnberg, der 1. FC Nürnberg und zahlreiche Fachplaner verschiedene Varianten entwickelt und miteinander verglichen. Nun liegt erstmals eine Vorzugsvariante vor, die als Grundlage für die weiteren Entscheidungen des Stadtrats dienen soll.
Stefan Heim, Finanzvorstand beim 1. FC Nürnberg: „Wir sind der Stadt sehr dankbar, dass unsere Fans aktiv in die Gestaltung ihrer neuen Heimat eingebunden wurden. Gleichzeitig eröffnet die Vorzugsvariante Möglichkeiten für Nutzungen, die weit über den Fußball hinaus einen gesellschaftlichen Mehrwert schaffen. Deshalb sind wir überzeugt, dass dieses Projekt ein großer Gewinn für Nürnberg, die Region und den 1. FC Nürnberg sein wird.“
Die Vorzugsvariante zeigt, dass innerhalb des vorgesehenen Kostenrahmens ein modernes Stadion mit rund 50.000 Zuschauerplätzen entstehen kann. Bei internationalen Spielen stehen mehr als 40.000 Sitzplätze zur Verfügung. Die Laufbahn entfällt, die Tribünen rücken näher an das Spielfeld und schaffen eine deutlich intensivere Fußballatmosphäre. Gleichzeitig verbessert die Planung die Barrierefreiheit, die Aufenthaltsqualität sowie die Möglichkeiten für Veranstaltungen und weitere wirtschaftliche Nutzungen.
FCN soll Betreiber werden
Bereits im Dezember 2025 hatte der Stadtrat beschlossen, das Stadion in ein Kommunalunternehmen zu überführen. Dieses Kommunalunternehmen wiederum soll das Stadion an den Betreiber 1. FC Nürnberg verpachten. Die Stadt bleibt dadurch, wie vorgesehen, Eigentümer des Stadions.
Stefan Heim: „Für uns hat sich nichts geändert. Für den Club war von Anfang an entscheidend, dass er eine wettbewerbsfähige Infrastruktur erhält und über diese an 365 Tagen im Jahr verfügen kann.“ Auf dieser Basis wurde die Eigenkapitalstruktur (z.B. der Stadiongroschen) des Club mit der Stadt konzipiert, die beide weiterhin gemeinsam fortentwickeln.
Nürnbergs Sportbürgermeister Andreas Krieglstein: „Mit der Vorplanung haben wir aus vielen Ideen und Zielsetzungen ein konkretes Zukunftsbild entwickelt. Ein Stadion dieser Größenordnung muss heute mehr leisten, als an Spieltagen Fußball zu ermöglichen. Es muss wirtschaftlich funktionieren, ganzjährig genutzt werden können und den Menschen in Nürnberg dauerhaft einen Mehrwert bieten. Die Empfehlung der Planer zeigt, dass wir innerhalb des vorgesehenen Kostenrahmens ein Stadion bauen können, das den Fans ein besseres Erlebnis bietet, wirtschaftlich zukunftsfähig ist und gleichzeitig seine Identität bewahrt. Das ist ein ganz wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu unserem neuen Achteck.“
Prägende Elemente des heutigen Stadions
Die Vorzugsvariante konzentriert die Investitionen bewusst auf die Funktionen, die für den künftigen Stadionbetrieb am wichtigsten sind. Gleichzeitig greift sie prägende Elemente des heutigen Stadions auf. So bleibt die denkmalgeschützte Stadionwand erhalten. Darüber hinaus soll das Stadion künftig noch stärker zur Heimat des 1. FC Nürnberg werden. Fanräume, ein Vereinsmuseum und Flächen für die Geschäftsstelle schaffen eine enge Verbindung zwischen Verein und Stadion und machen den Club auch außerhalb der Spieltage erlebbar.
Mit der Vorstellung der Vorzugsvariante ist die Vorplanung noch nicht abgeschlossen. Am Mittwoch, 22. Juli 2026, berät der Stadtrat in öffentlicher Sitzung über das vorgeschlagene Bauprogramm. Anschließend wird das Planungsbüro die ausgewählte Variante weiter ausarbeiten und die Kosten detailliert ermitteln. Parallel erstellt die Stadt einen Businessplan, der die wirtschaftlichen Perspektiven des neuen Stadions aufzeigt und eine wichtige Grundlage für die weiteren Finanzierungsentscheidungen bildet.