Profis Hintergründe Sonntag, 21.11.2021

Club-Gwaaf zum Spieltag: Erst schwach, dann wild, dann ausgelassen

Foto: Sportfoto Zink

Der Club lieferte am Freitag kein gutes Spiel ab, feierte am Ende aber dennoch einen emotionalen Sieg. In Liga zwei wird's damit oben immer ausgelassen.

Schnell gedreht: So schnell kann’s gehen. Zwei Wochen zuvor hatte der Club gegen Werder Bremen bis in die Schlussphase geführt, um in den letzten Minuten noch zwei Tore zu kassieren und letztlich mit leeren Händen dazustehen. Am Freitagabend wiederholte sich die Geschichte nun in Sandhausen – mit gutem Ende für den FCN. Und wohl noch etwas dramatischer. Denn Erik Shuranovs Siegtreffer fiel quasi mit der letzten Aktion des Spiels.

Dementsprechend ausgelassen feierten Mannschaft und die rund 1.000 mitgereisten Club-Fans das goldene Tor. Auch in der Kabine war die Stimmung bestens, lauter Jubel und Musik schallte immer wieder durch die Katakomben. „Freitagabend, Flutlicht, Siegtor in der Nachspielzeit – es gibt für einen Fußballer wohl wenig bessere Dinge“, sagte Robert Klauß. „Es ist einfach ein schönes Erlebnis, das man genießen und mitnehmen muss.“

Gut gewechselt: Über das Ergebnis freute sich der Club-Coach, über das Zustandekommen dagegen weniger. „Wir haben heute kein gutes Spiel gemacht. Bis zur 70. Minute war es nicht gut. Wir hatten zu wenig Tempo im Spiel, haben die Räume nicht gefunden, hatten zu einfache Ballverluste und kein gutes Gegenpressing“, erklärte Klauß.

Dass es am Ende trotzdem zu drei Punkten reichte, hatte aus Klauß‘ Sicht vor allem zwei Gründe: „Chris Mathenia hat uns im Spiel gehalten.“ Und: „Die Einwechselspieler hatten maßgeblichen Anteil daran, dass es in den letzten 20 Minuten besser lief. Wir hatten dadurch mehr Wildheit und Risiko in unserem Spiel.“ Und mit Fabian Nürnberger und Erik Shuranov zwei treffsichere Joker.

Lange her: Auf ein derartiges Erlebnis wie in Sandhausen musste der Club lange warten. Nach einem 0:1-Rückstand hatte der FCN zuletzt vor mehr als dreieinhalb Jahren noch gewonnen. Damals, im April 2018, drehte der Club gegen Heidenheim ein 0:1 noch in einen 3:2-Sieg.

Und noch eine Statistik lieferte die Begegnung am Freitag, die es bei Club-Spielen in dieser Form lange nicht mehr gab. 72 Prozent Ballbesitz hatte die Klauß-Elf am Hardtwald und damit so viel, wie noch nie in dieser Saison. Der bisherige Höchstwert aus dem Darmstadt-Spiel (67 Prozent) wurde also nochmal um ein gutes Stück übertroffen.

Eng zusammen: Der 14. Spieltag hat die obere Tabellenregion in Liga zwei nochmal enger zusammenrücken lassen. Darmstadt 98 eroberte durch einen 4:0-Erfolg die Tabellenspitze, der Club rangiert mit nur zwei Zählern Rückstand auf Platz fünf. Und selbst die siebtplatzierten Schalker liegen nur drei Punkte hinter Rang eins.

Auf den kann sich am Mittwoch wieder der FC St. Pauli schieben. Der Kiezklub empfängt dann den SV Sandhausen zum Nachholspiel – und ist anschließend am Sonntag nächster Gegner des FCN. Der Club startet nach einem trainingsfreien Tag am Dienstag in die Vorbereitung auf die Partie gegen das Team um Ex-Cluberer Guido Burgstaller.

Spieldaten

14. Spieltag, 2. Bundesliga 21/22
1 : 2
SV Sandhausen
66. Immanuel Höhn 1:0
1. FC Nürnberg
83. Fabian Nürnberger 1:1
90. Erik Shuranov 1:2
Stadion
Datum
19.11.2021 18:30 Uhr
Schiedsrichter
Florian Lechner
Zuschauer
noch unbekannt

Aufstellung

SV Sandhausen
Drewes - Diekmeier - Höhn - Zhirov - Okoroji - Zenga (80. Sickinger) - Bachmann - Ajdini - Ritzmaier - Esswein (90. Soukou) - Testroet
Reservebank
Rehnen, Diakhité, Kinsombi, Ouahim, Schwab, Sickinger, Soukou, Benschop, Conteh
Trainer
Alois Schwartz
1. FC Nürnberg
Mathenia - Valentini (76. Fischer) - Schindler - Sörensen - Handwerker - Geis (76. Nürnberger) - Krauß (70. Borkowski) - Tempelmann - Duman (76. Schäffler) - Møller Dæhli - Dovedan (70. Shuranov)
Reservebank
Klaus, Fischer, Suver, Nürnberger, Borkowski, Schäffler, Schleimer, Shuranov
Trainer
Robert Klauß

Ereignisse

40. min Spielstand: 0:0
Aleksandr Zhirov

66. min Spielstand: 1:0
Immanuel Höhn

70. min Spielstand: 1:0
Erik Shuranov kommt für Nikola Dovedan

70. min Spielstand: 1:0
Dennis Borkowski kommt für Tom Krauß

70. min Spielstand: 1:0
Lino Tempelmann

76. min Spielstand: 1:0
Fabian Nürnberger kommt für Johannes Geis

76. min Spielstand: 1:0
Kilian Fischer kommt für Enrico Valentini

76. min Spielstand: 1:0
Manuel Schäffler kommt für Taylan Duman

80. min Spielstand: 1:0
Carlo Sickinger kommt für Erik Zenga

83. min Spielstand: 1:1
Fabian Nürnberger

86. min Spielstand: 1:1
Chima Okoroji

88. min Spielstand: 1:1
Dennis Diekmeier

90. min Spielstand: 1:1
Cebio Soukou kommt für Alexander Esswein

90.(+3) min Spielstand: 1:2
Erik Shuranov

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