"Club-Gwaaf zum Spieltag": Dominant, souverän und mit "leuchtenden Augen"
Der Club verabschiedet sich ungeschlagen und als Tabellenzweiter in die Länderspielpause. Der Rückblick aufs KSC-Spiel...
Dominanz: Die Erinnerungen an die jüngsten Auswärtsspiele beim KSC waren nicht allzu gut aus Nürnberger Sicht. Die letzten fünf Gastspiele im Wildpark hatte der Club allesamt verloren und war nicht nur deshalb mit einer Portion Demut nach Baden gereist. Doch die Bilanz vergangener Tage, das wurde mit Anpfiff sofort deutlich, war für die Elf von Miroslav Klose überhaupt keine Belastung, sondern offenbar eher Zusatz-Motivation.
Der Club übernahm direkt das Kommando, diktierte das Geschehen, kontrollierte Ball und Gegner und lieferte eine starke erste Halbzeit ab. „Wir waren sehr dominant, hatten eine gutes Positionsspiel, haben den Gegner laufen lassen und waren auch nach Ballverlust sehr konsequent“, lobte Klose nach der Partie. „Das war unser Ziel und ist uns in der ersten Halbzeit sehr gut gelungen.“ Zwischenzeitlich hatten Markhiyev und Co. gar über 80 Prozent Ballbesitz, nach 45 Minuten immerhin noch über 70 und zudem das verdiente 1:0 im Rücken.
Souveränität: Ähnlich dominant kam der Club aus der Kabine. Mitte der zweiten Halbzeit wurden dann auch die Gastgeber mutiger und offensiver, so dass sich bis zum Ende ein intensives Spiel entwickelte – mit dem besseren und verdienten Ausgang für den Club. „Ich muss meiner Mannschaft ein Riesenkompliment machen. Sie hat nach der Pause fantastisch umgeschaltet. Es sind immer zwei, drei Spieler dem Ball nachgejagt. Das war schon imponierend für mich, weil es nicht immer so war. Es war ein sehr souveränes Spiel von uns“, bilanzierte der FCN-Coach.
So stand am Ende der erste Auswärtssieg in Karlsruhe seit über fünf Jahren und der fünfte Dreier im sechsten Saisonspiel. Mit 16 von 18 Punkten startete der Club nahezu perfekt in die neue Saison – und so gut wie noch nie in eine Spielzeit. Das freut natürlich auch den Trainer, der unterstreicht: „Es steckt viel Arbeit von meinem Trainerteam und den Spielern dahinter. Die Chemie in der Mannschaft ist richtig gut.“
Brillanz: Das Highlight schlechthin war sicherlich der Treffer zum 1:0 in seiner gesamten Entstehung. Fynn Otto fand mit einem tollen Pass ins Mittelfeld Javier Fernandez, der elegant auf Piet Scobel weiterleitete. Der Angreifer brauchte wiederum nur einen Kontakt zum Rückpass auf Fernandez, dessen perfekt getimtes Zuspiel dann Mohamed Zoma vollendete. „Die Spieler wissen, wo der andere steht“, erklärte Klose. „Es waren Timing und Geschwindigkeit da und der letzte Ball war perfekt gespielt. Das Tor schaue ich mir sicher noch ein paar Mal an.“
Für Zoma war es bereits der sechste Saisontreffer. Der Angreifer war und ist nicht nur deshalb in aller Munde. Am Freitagabend wurde der Rechtsfuß erstmals in die italienische Nationalmannschaft berufen – sehr zum Stolz aller Cluberer. „Wir alle haben einen Teil dazu beigetragen und ganz viel er selbst. Mo hat wirklich seinen Weg beschritten, die notwendigen Schritte gemacht. Er wollte sich immer verbessern und das ist jetzt der Lohn dafür“, sagte Klose, der vor dem Spiel schon „leuchtende Augen“ bei seinem Schützling ausgemacht hatte und nun hofft, „dass er mit dem einen oder anderen Länderspieleinsatz zurückkommt“.
Ausblick: Insgesamt vier Länderspiele stehen für Zoma mit Italiens Nationalmannschaft auf dem Programm. Erstmals dauert die Länderspielpause in dieser Saison drei Wochen. Das nächste Heimspiel für den FCN steht erst am Samstag, 10. Oktober, gegen den VfL Wolfsburg an (Tickets).
Die Pause nutzt der Club einerseits zu einem Testspiel gegen Drittligist Ingolstadt am Freitag, 2. Oktober (Tickets), andererseits auch, um die Akkus wieder etwas aufzuladen. Am Montag um 15.30 Uhr findet eine öffentliche Einheit statt. Von Donnerstag bis einschließlich Sonntag gönnt das Trainerteam der Mannschaft dann vier freie Tage.
Weitere Artikel zur Partie
- Karlsruher SC
- –
- 1. FC Nürnberg
- 30. Mohamed Ali Zoma 0:1
- Stadion
- Datum
- 19.09.2026 13:00 Uhr
- Schiedsrichter
- Timo Gansloweit
- Zuschauer
- 31067
- Karlsruher SC
- Bernat - Pinto Pedrosa - Kobald (71. Heliton) - Franke
- Ofli
- Zor (86. Väänänen) - Egloff (46. Tremoulet) - Bergh (70. Eichinger
) - Wanitzek - Ben Farhat (46. Ponente-Ramirez) - Fukuda - Reservebank
- Himmelmann, Heliton, Scholl, Tremoulet, Civeja, Väänänen, Eichinger
, Meyer, Ponente-Ramirez - Trainer
- Maximilian Senft
- 1. FC Nürnberg
- Reichert - Janisch - Kalogeropoulos - Otto (79. Mandic) - Porstner - Markhiyev
- Fernandez - Becker (70. Lubach) - Justvan (70. Bøving) - Scobel (90. Haugen) - Zoma (90. Ghrieb) - Reservebank
- Lisewski, Ceresoli, Heß, Mandic, Bøving, Lubach, Soldic, Ghrieb, Haugen
- Trainer
- Miroslav Klose