Club-Gwaaf zum Derby: Zwischen Wehmut und Dankbarkeit
Gänsehaut zu Spielbeginn, eine ereignisarme erste Halbzeit, eine packende zweite Hälfte und schlussendlich ein etwas ernüchterndes Endergebnis. Wir blicken noch einmal auf die Ereignisse im 275. Frankenderby zurück.
Zu akzeptierende Wehmut: Es ist bei Derbys die Frage aller Fragen: Wie geht man in solchen Spielen mit einem Unentschieden um? Für FCN-Cheftrainer Miroslav Klose war es schlussendlich ein „verdientes Endergebnis“, dennoch war die Enttäuschung über das 2:2-Remis im FCN-Lager deutlich spürbar. „Ich bin schon enttäuscht. Wenn wir in unserem Stadion zwei Mal in Führung gehen, dann hofft man, dass es für den Sieg reicht. Aber wir haben es dem Gegner zweimal zu einfach gemacht, direkt danach die Tore zu erzielen“, lässt Jan Reichert nach dem Spiel in seine Gefühlswelt blicken.
Doch am Ende muss man sich auch bei der Nummer eins des Club bedanken: „Jan hält uns hinten raus den Punkt fest“, so Fabio Gruber, der dabei von der „Weltklasse-Parade“ des FCN-Schlussmanns in der 83. Minute spricht. Es war also wieder ein emotionsgeladenes Derby mit zweifachem, frenetischem Torjubel inklusive. Dennoch überwiegt am Tag danach etwas die Wehmut: „Das ist das, was mich traurig macht. Wir müssen lernen, nach so einem Moment trotzdem fokussiert zu bleiben und weiterhin alles in die Waagschale zu werfen, um das Tor zu verteidigen“, spricht Reichert die Gründe an, weshalb es nicht für den dritten Derbysieg in Folge gereicht hat.
„Überragend“: In solchen Spielen geht es trotz allem um ein bisschen mehr als „nur“ drei Punkte. Dessen waren sich Mannschaft und Trainerteam bewusst, und dementsprechend wurde bereits eine Stunde vor Anpfiff, bis hin zur atemberaubenden Choreographie der Nordkurve Nürnberg, durchgehend eingeheizt: „Die Fans hätten ein positives Ergebnis verdient gehabt“, so Gruber, der damit auch die Stimmung über die kompletten 90 Minuten ansprach.
Auch Jan Reichert fasste sich, angesprochen auf die Unterstützung der Club-Fans, kurz - da es dazu nicht viel mehr zu sagen gibt: „Da reicht ein Wort: überragend. Wir können einfach nur stolz auf unsere Fans sein und sind sehr froh darüber, solch eine Unterstützung im Rücken zu haben.“ Auch Adriano Grimaldi ärgerte sich insbesondere mit Blick auf die Fans über das 2:2-Unentschieden: „Deswegen bleibt auch die Enttäuschung hängen. Wir haben ein volles Stadion, eine sensationelle Kulisse und gehen zweimal in Führung.“
Drei Debüts und ein Comeback: Für unsere Nummer 33 war es gerade im Frankenderby das erste Mal der Fall, dass er von Beginn an ran durfte: „Im Laufe der Woche habe ich mit dem Coach gesprochen und da hat es sich herauskristallisiert. Schlussendlich muss ich aber immer Gas geben, um mich für die Startelf zu empfehlen“, zeigt sich der 34-Jährige hungrig nach mehr. 84 Minuten lang bearbeitete er die Fürther Defensive, ehe Miro Klose noch einmal frischen Wind brachte und für ein weiteres Debüt sowie ein Comeback sorgte: Piet Scobel schnupperte seine ersten Minuten im Max-Morlock-Stadion und Noah Maboulou, der unter der Woche mit seinem Treffer bei der U23 gegen Bayern München II bereits ein gelungenes Comeback gefeiert hatte, meldete sich nach überstandener Verletzung ebenfalls wieder im Profi-Kader zurück.
Luka Lochoshvili sagte in der Woche vor seinem ersten Frankenderby: „Ich mag große Spiele und den Druck.“ Seinen Worten ließ er auch Taten folgen und köpfte die Klose-Elf in der 48. Minute zur zwischenzeitlichen 1:0-Führung – und erzielte damit seinen ersten Treffer für Rot und Schwarz. Wenngleich die Enttäuschung überwiegt, gilt es, solche Momente aus dem Derby mitzunehmen, um in den letzten beiden Hinrunden-Partien auf Schalke und gegen Hannover das Punktekonto weiter auszubauen.
Weitere Artikel zur Partie
- 1. FC Nürnberg
- 48. Luka Lochoshvili (Kopfball) 1:0
57. Mohamed Ali Zoma 2:1
- SpVgg Greuther Fürth
- 53. Felix Klaus 1:1
61. Aaron Keller 2:2
- Stadion
- Datum
- 07.12.2025 13:30 Uhr
- Schiedsrichter
- Lars Erbst
- Zuschauer
- 47150
- 1. FC Nürnberg
- Reichert - Gruber - ?? - Lochoshvili - Markhiyev - Janisch
(60. Drexler) - Becker
- Yilmaz - Justvan (85. Maboulou) - Grimaldi (85. Scobel) - Zoma - Reservebank
- Mathenia, Drexler, Karafiat, Porstner, Baack, Diop, Maboulou, Scobel, ??
- Trainer
- Miroslav Klose
- SpVgg Greuther Fürth
- Schlieck
- Dehm
- Ziereis - Münz - Itter - Klaus - Dietz - Green - Keller - Futkeu
(76. Srbeny) - Hrgota (85. Sillah) - Reservebank
- Boevink, Reich, Consbruch
, Engel, Olesen, Cabrera, Higl, Sillah, Srbeny - Trainer
- Heiko Vogel