Berkay Yilmaz: "Der Club wird immer in meinem Herzen bleiben"
Nach zwei Jahren beim 1. FC Nürnberg verabschiedet sich Berkay Yilmaz vom Club und kehrt zum SC Freiburg zurück. Im Interview spricht der 20-Jährige über seine Entwicklung in Nürnberg, schwierige Phasen, die Bedeutung seiner Familie – und warum die Zeit beim Club für ihn die bislang schönste seiner Karriere war.
Berkay, vor zwei Jahren bist du zum ersten Mal aufs Clubgelände gekommen. Was waren damals deine ersten Gedanken?
Ich wusste schon vorher, dass Nürnberg ein großer Verein ist. Ich hatte mit der U17 schon einmal hier gespielt, damals noch gegen Can Uzun, und deshalb einen ersten Eindruck bekommen. Aber als ich dann wirklich hier angekommen bin, habe ich direkt die Energie des Vereins und der Fans gespürt. Das hat mich sofort überzeugt. Was mir auch direkt aufgefallen ist, dass hier alles so eng mit dem Nachwuchs verbunden ist. Gerade als junger Spieler schaut man immer zu den Profis auf und hofft selbst irgendwann dort anzukommen. Dieses Gefühl hatte ich damals auch.
Mit welchem Ziel bist du damals nach Nürnberg gewechselt?
Ganz klar: Ich wollte möglichst viel spielen, mich weiterentwickeln und der Mannschaft helfen. Auch wenn es am Anfang schwierig war, habe ich nie an mir gezweifelt. Das Trainerteam und die Verantwortlichen – damals noch Olaf Rebbe und natürlich auch Joti Chatzialexiou – haben immer an mich geglaubt und mir gesagt, dass meine Zeit kommen wird. Ich war von Anfang an überzeugt, dass ich der Mannschaft helfen kann, wenn ich meine Chance bekomme. Deshalb habe ich immer alles gegeben.
Mit dir kam damals die ganze Familie nach Nürnberg. Wie wichtig war das für dich?
Das war mir extrem wichtig. Ich hatte vorher drei Jahre alleine in Freiburg gelebt – mit Schule, Training und allem Drumherum. Das war nicht einfach. Deshalb habe ich mir gesagt: Wenn ich die Möglichkeit habe, nehme ich meine Eltern auf jeden Fall mit. Mein Umfeld bedeutet mir unglaublich viel. Meine Eltern haben mich seit meiner Kindheit zu jedem Training gefahren und waren immer für mich da. Deshalb war es für mich selbstverständlich, dass sie diesen Weg mitgehen.
Wie waren denn die zwei Jahre in Nürnberg für deine Eltern?
Meine Eltern haben sich hier in Nürnberg ebenfalls sehr wohlgefühlt. Der Verein hat uns unglaublich herzlich aufgenommen. Egal ob die Verantwortlichen oder Mitarbeiter – wir konnten uns immer melden, wenn etwas war. Das macht den Club für mich besonders: Es geht nicht nur um den Spieler, sondern auch um den Menschen und die Familie dahinter.
Du bist hier nicht nur sportlich, sondern sicher auch persönlich gereift. Was hast du als Person dazugelernt?
Vor allem mit Rückschlägen umzugehen. Als ich am Anfang trotz guter Trainingsleistungen in die U23 geschickt wurde, war das schon hart. Aber genau daraus habe ich viel gelernt. Man darf dann nicht den Kopf hängen lassen, sondern muss weiterarbeiten. Außerdem bin ich viel selbstständiger geworden. Als Profi gehört mehr dazu als nur Fußball: Termine, Fanclubs, Interviews oder der Umgang mit Fans. Man übernimmt Verantwortung und wächst als Persönlichkeit. Ich habe auch viel von erfahrenen Spielern gelernt. Diese Erfahrungen versuche ich jetzt wiederum an jüngere Spieler weiterzugeben.
Was war deine prägendste Erfahrung in den vergangenen zwei Jahren?
Die schwierigen Momente am Anfang haben mich sicherlich geprägt. Aber natürlich auch die beiden Derbysiege – solche Spiele vergisst man nie. Ebenso die Phase danach, als wir viele Spiele gewonnen haben und einen richtigen Lauf hatten. Auch die schwierige Saisonphase mit dem schlechten Start war wichtig für meine Entwicklung. Da musste auch ich als ‚Leistungsträger‘ ein Stück weit vorangehen und Verantwortung übernehmen.
Wenn dich künftig jemand fragt, wie deine Zeit beim Club war: Was wirst du erzählen?
Dass es bisher die schönste Zeit meiner Fußballkarriere war. Ich werde sagen, dass Nürnberg in die Bundesliga gehört und dass ich jedem Spieler empfehlen würde, hierherzukommen. Die Liebe, die man hier von den Fans und der Stadt bekommt, ist etwas Besonderes. Egal wo man unterwegs ist – man spürt überall, wie wichtig der Club für die Menschen ist. Ich werde den Verein immer im Herzen tragen und weiterhin verfolgen.
Jetzt geht es zurück nach Freiburg. Mit welchen Gefühlen gehst du dorthin?
Natürlich beginnt man wieder ein Stück weit von vorne. Aber ich komme jetzt mit deutlich mehr Erfahrung zurück. Als ich nach Nürnberg gewechselt bin, hatte ich hauptsächlich Jugend- und Drittligaspiele. Jetzt komme ich mit fast 60 Zweitligaeinsätzen zurück. Trotzdem heißt es wieder: Konkurrenzkampf annehmen und alles geben. Mein Ziel ist es, mich auch in Freiburg durchzusetzen und der Mannschaft mit meinen Qualitäten zu helfen.
Zum Abschluss: Welche Botschaft möchtest du an die Club-Fans richten?
Danke für die vergangenen zwei Jahre. Danke für die Liebe und den Support, den ihr mir gegeben habt. Für mich gehört der Club mit diesen Fans und dieser Stadt in die Bundesliga. Der Verein wird immer in meinem Herzen bleiben, weil er mir eine große Tür geöffnet hat. Dafür werde ich immer dankbar sein. Und ich werde definitiv wieder nach Nürnberg kommen und Spiele im Stadion anschauen. Der Club wird für mich immer etwas Besonderes bleiben.