Profis Donnerstag, 19.01.2023

Asger Sörensen im Interview: "Es wird ein komisches Gefühl"

Foto: Sportfoto Zink

Im Sommer verließ Asger Sörensen den Club Richtung Prag. Am Samstag steht im letzten FCN-Testspiel der Wintervorbereitung das Wiedersehen mit unserem ehemaligen Innenverteidiger an. Im Vorfeld der Partie hat sich fcn.de mit dem Dänen unterhalten.

fcn.de: Hi Asger, wie geht es dir und wo erreichen wir dich gerade?

Asger Sörensen: Mir geht es gut, aber ich bin noch etwas müde, da wir am Dienstagabend erst sehr spät vom Trainingslager nach Prag zurückgekehrt sind. Ich bin jetzt seit sechs Monaten in Prag, habe mich sehr schnell eingelebt und fühle mich sehr wohl.

fcn.de: Was gefällt dir an Prag? Was führt dazu, dass du dich wohl fühlst?

Asger Sörensen: Wir haben eine super Mannschaft und es sind gute Leute im Verein. Der Verein ist auch sehr groß und hat die Ambition, europäisch zu spielen. Das gefällt mir. Die Stadt ist wunderschön und man spürt, dass es eine Hauptstadt ist. Es gibt viele Möglichkeiten, etwas zu unternehmen. In dem Stadtteil, wo ich wohne, gibt es viele Cafés und einen großen Park zum Spazieren. Wenn wir einen freien Tag haben, genieße ich das sehr, hier Zeit mit meiner Freundin zu verbringen.

fcn.de: Nach der Hinrunde steht ihr auf Platz drei der Tabelle. Wie zufrieden seid ihr mit eurem bisherigen Abschneiden?

Asger Sörensen: Wir sind nicht ganz zufrieden. Die letzten acht von neun Spielen haben wir gewonnen, was eine Ausbeute ist, die sich sehen lassen kann. Am Anfang haben wir zwar gut gespielt, doch hatten eine Serie von fünf Unentschieden hintereinander. Das hat uns Punkte gekostet. Aber so ist Fußball. Du machst ein gutes Spiel, der Gegner trifft mit seinem einzigen Schuss und dann lautet das Endresultat 1:1. Man muss auch sagen, dass wir zehn Neuzugänge und ein komplett neues Trainerteam hatten. Deshalb mussten wir uns alle erst einmal finden, was eine gewisse Zeit in Anspruch genommen hat. Gegen Ende der Hinrunde wurde es besser, wir fanden den Rhythmus und gewannen die Spiele. Jetzt sind wir sieben Punkte hinter Viktoria Pilsen und wollen in der Rückrunde angreifen.

fcn.de: Auch persönlich läuft es für dich sehr gut, du bist unumstrittener Stammspieler.

Asger Sörensen: Ja, ich habe fast alle Spiele von Anfang an gespielt. Damit bin ich sehr zufrieden. Klar ist das immer von den Einsatzzeiten abhängig. Wenn ich sage, ich fühle mich sehr wohl, dann liegt es auch an meiner Spielzeit.

fcn.de: Inwiefern musstest du dich umstellen auf die neue Liga und die neue Art von Fußball?

Asger Sörensen: Ich würde sagen, dass die tschechische Fortuna Liga sehr ähnlich wie die zweite Bundesliga ist. Es wird sehr physisch gespielt und es geht hoch und runter. Es ist aber so, dass man zwischen dem Top-Trio, also Sparta Prag, Slavia Prag und Viktoria Pilsen, und den restlichen Mannschaften einfach einen gewissen Qualitätsunterschied spürt. Das ist anders im Vergleich zur zweiten Bundesliga. Dort ist ja alles sehr eng. Für mich war es deswegen die größte Umstellung, dass wir in den Spielen sehr dominant sind und viel den Ball haben. Da stehe ich vor anderen Herausforderungen, da es in Nürnberg mehr 50/50-Spiele waren.

fcn.de: Verfolgst du den FCN noch?

Asger Sörensen: Ja! Ich versuche so viele Spiele wie möglich anzuschauen. Manchmal klappt es nicht, da es sich mit unseren Spielen überschneidet. Aber in der Hinrunde habe ich einige Spiele gesehen.

fcn.de: Wie schätzt du die Hinrunde des Club ein?

Asger Sörensen: Wenn du eine Phase hast, wo du nicht so viel punktest, rutschst du unten rein. Es ist alles so eng, dass es sich aber auch schnell wieder drehen kann. Das letzte Spiel gegen Paderborn war aber sehr gut, der Sieg war wichtig und darauf kann man aufbauen.

fcn.de: Was war dein Lieblingsmoment mit dem Club?

Asger Sörensen: Gute Frage. Der Last-Minute Sieg gegen den HSV im Max-Morlock-Stadion mit dem Tor von Tim fällt mir da zuerst ein. Auch das Pokalspiel gegen den HSV war ein geiles Spiel. Natürlich war der Ausgang dann sehr bitter. Die Relegation gegen Ingolstadt ist natürlich auch ein Moment, den ich nie vergessen werde. Es war natürlich sehr schön, dass wir dringeblieben sind, aber es war auch einer der anstrengendsten Momente in meiner Karriere.  

fcn.de: Was vermisst du am meisten an Nürnberg?

Asger Sörensen: Am meisten vermisse ich die Mannschaft. Ich habe mich in Nürnberg auch sehr wohlgefühlt und habe mit vielen in der Mannschaft etwas unternommen.

fcn.de: Mit welchem Spieler hast du noch Kontakt?

Asger Sörensen: Ich schreibe regelmäßig mit Tim Handwerker und Fabian Nürnberger. Tim und ich wollten sogar über Weihnachten zusammen ein paar Tage nach London fliegen. Leider hat es dann nicht gepasst, weil Tim noch Reha-Training hatte und ich dann mit meiner Freundin unterwegs war.

fcn.de: Was wird das für ein Gefühl am Samstag gegen den Club zu spielen?

Asger Sörensen: Das wird ein komisches Gefühl. Aber wenn das Spiel angepfiffen ist, geht es um Fußball. Ich freue mich aber darauf, vor und nach dem Spiel die alten Leute zu sehen.


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