Business Samstag, 11.04.2026

„Allrounderin mit Fuego“: Lourdes Romero über ihre neue Rolle im Kasten der ClubFrauen

Foto: fcn.de

Bundesliga-Debüt, Highlightspiele und die Schweizer Torwartschule. Lourdes Romero spricht im Interview mit fcn.de über ihre Rolle in der Mannschaft, ihre Ausbildung und das Feuer was sie in sich trägt.

Seit Beginn der Rückrunde steht Lourdes Romero im Tor der ClubFrauen. Die Torhüterin wechselte im Sommer von Sturm Graz an den Valznerweiher und wagte den Schritt in die Bundesliga. In der Schweiz ausgebildet, sammelte sie bereits internationale Erfahrung und stand unter anderem in der Champions League im Emirates Stadium auf dem Platz. Mittlerweile gehört auch der regelmäßige Einsatz in der Bundesliga zu ihrem Alltag.

Dabei verlief die Saison für die Deutsch-Spanierin zunächst anders als erhofft. In der ersten Hälfte unterstützte sie ihr Team vor allem von der Bank. Nach dem Wechsel von Larissa Rusek zu Juventus Turin rückte Romero jedoch in die erste Reihe und nutzt ihre Chance seitdem eindrucksvoll. Spieltag für Spieltag zeigt sie, dass sie dieser Aufgabe gewachsen ist.

Für Romero ist es eine große Ehre, nun in der Bundesliga spielen zu dürfen, zugleich sieht sie darin die Bestätigung ihrer Arbeit. „Es ist sehr schön. Man trainiert jeden Tag, um auch unter Wettkampfbedingungen seine Fähigkeiten zu zeigen und gemeinsam mit dem Team auf dem Platz zu stehen und etwas zu bewirken“, sagt sie. Besonders der Teamgedanke macht für sie den Reiz des Fußballs aus: „Ich glaube, das ist etwas, was am Fußball total toll ist, den Ehrgeiz mit dem Team zu verbinden. Und das jetzt auf Bundesliga-Niveau erleben zu können, ist wunderschön.“

Highlightspiele und Bundesliga-Debüt

Mit Blick auf die bisherige Saison bleiben Romero vor allem Spiele mit besonderer Mannschaftsleistung im Gedächtnis. Dazu zählen das erste Bundesliga-Spiel gegen Union Berlin, der Heimsieg gegen Eintracht Frankfurt, ihr persönliches Debüt gegen Werder Bremen sowie die Partie gegen den FC Bayern München. „Beim Spiel gegen Union hat einfach viel gepasst: das Ambiente, die Stimmung, das Wetter. Alles, worauf wir uns in der Vorbereitung konzentriert haben, konnten wir an diesem Tag auf der Bundesliga-Bühne zeigen. Es war eine Mischung aus Vorfreude und Nervosität und einfach ein unfassbar schönes Erlebnis“, beschreibt sie den Auftakt. Auch das Spiel gegen Frankfurt hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen: „Das war einfach nur verrückt. Zu sehen, wie jeder auf der Bank und auf dem Platz alles gegeben hat, diese Energie. Jede Aktion, jedes Tor, jeder Kontakt wurde bejubelt. Das werde ich lange in Erinnerung behalten.“

Ein ganz besonderer Moment folgte schließlich mit ihrem Bundesliga-Debüt. Am 16. Spieltag stand Romero beim Auswärtsspiel gegen Werder Bremen erstmals zwischen den Pfosten. Für die 23-jährige Deutsch-Spanierin ein wichtiger Meilenstein: „Als ich das erste Mal im Club-Trikot im Tor stand und aktiv helfen konnte und nicht nur von der Bank zugeschaut habe, war das ein Riesen-Highlight. Dass wir dann in Bremen 1:1 spielen, war richtig gut.“

Am Bodensee verwurzelt

Geboren in Konstanz am Bodensee und mit spanischen Wurzeln, wurde Romero fußballerisch in der Schweiz ausgebildet. Ihre Stationen führten sie über den FC Kreuzlingen und die Nachwuchsteams des FC Zürich zum FC Luzern, ehe sie über Sturm Graz schließlich beim Club landete. In ihrer Entwicklung profitiert sie von diesen unterschiedlichen Einflüssen: „So viele Unterschiede gibt es gar nicht. Deutschland und die Schweiz sind im engen Austausch, was das Torwartspiel betrifft.“ Gerade die Kombination sieht sie als großen Vorteil: „Mir war wichtig, sowohl die Schweizer als auch die deutsche Torwartschule kennenzulernen. Beide ergänzen sich sehr gut.“ 

Fuego und Tranquilidad

Romero beschreibt sich selbst als vielseitige Persönlichkeit. Auf dem Platz und in der Kabine bringt sie viel Energie ein. „Ich bin vielleicht ein kleiner Allrounder. Wenn es gebraucht wird, bringe ich Energie rein, sei es mit guter Stimmung in der Kabine oder auch mit klaren Worten.“ Gleichzeitig weiß sie, wann es ruhiger werden muss. „Neben laut muss es auch leise geben. Es geht darum, Gespräche zu führen, Ratschläge zu geben oder auch über Dinge außerhalb des Fußballs zu sprechen. Ich glaube, ich bin eine gute Anlaufstelle.“

Der Zusammenhalt im Team ist ihr besonders wichtig: „Wir sind ein Team, sehen uns jeden Tag und verbringen viel Zeit miteinander. Mir ist wichtig, dass sich alle wohlfühlen.“ Auch abseits des Platzes zeigt sich eine andere Seite von ihr: „Außerhalb des Fußballs genieße ich das Leben. Gleichzeitig versuche ich, die beste Version meiner selbst zu werden, sowohl sportlich als auch menschlich. Mich begeistert die Vielfalt des Lebens. Ich verbringe gerne Zeit mit Freunden und lerne gerne neue Menschen kennen.“

Die Balance finden

In der laufenden Saison stehen für die ClubFrauen noch vier Ligaspiele an, darunter zwei Heimspiele gegen direkte Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt. Mit sieben Punkten Vorsprung auf einen Abstiegsplatz ist die Ausgangslage solide, dennoch ist allen Beteiligten die Bedeutung der kommenden Wochen bewusst. Auch Romero richtet den Blick klar nach vorn: „Das Mindset ist pure Leidenschaft. Alles reinhauen und unser Bestes abrufen. Uns ist bewusst, wie wichtig es ist, Punkte zu holen.“ Dabei setzt sie auf die richtige Balance: „Es braucht eine Mischung aus Aggressivität und Leichtigkeit. Wenn wir uns auf das konzentrieren, was wir beeinflussen können, bin ich zu 100 Prozent zuversichtlich, dass wir den Klassenerhalt schaffen.“


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