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Sonntag, 03.04.2011

110 Jahre, 110 Momente: 1967

Das Spiel der Spiele. Das Jahr 1967.

Meistertrainer Max Merkel

Zum ersten Rückrundenspiel greift dann die Merkel’sche Kernlehre vom schnellen und direkten spielen und laufen, auch wenn der Ball weg ist. Beim 3:3 gegen den VfB Stuttgart ist Merkel dann auch zufrieden. Doch dieser Aufschwung geht schon in den nächsten beiden Begegnungen verloren Ein 0:2 gegen Duisburg und ein 0:4 gegen Schalke sorgen dafür, dass der Club sich wieder auf dem letzten Tabellenplatz befindet.

Das 13. Bundesligaspiel läutet dann aber die Wende ein. Beim Spiel gegen Hamburg können die Nürnberger in letzter Sekunde der Nachspielzeit das 1:0 erzielen. Vor allem auswärts hamstert die Mannschaft nun wichtige Punkte ein. 1:0 in Dortmund, 2:2 in Düsseldorf, 1:0 in Karlsruhe, 1:1 in Essen, 4:1 gegen die Frankfurter und, Merkels ganz persönlicher Triumph, 2:1 bei 1860 München, das daraufhin die Träume von einer erfolgreichen Titelverteidigung begraben muss. 16:18 Auswärtspunkte bedeuten am Ende den Klassenerhalt und Platz zehn.

Die Saison 1967/98

Von der neuen Saison verspricht man sich ebenfalls nicht als so viel. Auch in der Öffentlichkeit wird der Club nicht als Anwärter auf den Titel des Deutschen Meisters gehandhabt. Nur Bayern-Trainer Tschik Cajkovski gab zu bedenken: „Meinem Freund Max ist alles zu zutrauen“. „Freund Max“ mistet erst einmal aus. Gleich elf Spieler verlassen den Verein, darunter Heiner Müller, Reisch und Flachenecker. Gleichzeitig sorgt er für neue Gesichter durch Zvezdan Cebinac und Gustl Starek. „Besonders im Angriff verspreche ich mir eine Wandlung“, erklärte Merkel. Die Flankenfabrik Cebinac/ Volkert wird zu einem der ganz großen Club-Trümphe dieser Saison.

Merkel findet schnell seine Stammelf, eine Mischung aus Kämpfern und Technikern. Meist sieht sie so aus: Wabra – Leupold, Popp – Ludwig Müller, Wenauer, Ferschl – Cebinac, Strehl, Brungs, Heinz Müller, Volkert. In der gesamten Saison kommen nur noch vier weitere Spieler zum Einsatz: Torhüter Toth, Hilpert, Schöll und Starek. Diese Mannschaft erzielt zum Saisonbeginn ein 2:0 gegen den KSC, ein 2:2 in Neukirchen und ein 4:0 gegen den HSV. Damit steht der Club am 2. September 1967 zum ersten Mal überhaupt an der Tabellenspitze der Bundesliga.

Bayern zu Gast in Nürnberg

Danach folgen Siege in Frankfurt, gegen Gladbach und gegen Braunschweig. Vor dem nächsten Heimspiel muss vor Max Morlocks Kartenvorverkaufstelle sogar die Polizei einschreiten, um die Stürmung des Ladens zu verhindern. Nach elf Spieltagen weißt der Club die sensationelle Bilanz von 19:3 Punkten ohne Niederlage auf und führt die Tabelle mit fünf Zählern vor dem FC Bayern an. Eine 0:2 Niederlag in Duisburg, sowie zwei Unentschieden in Köln und Hannover lassen den Vorsprung bis Anfang Dezember auf drei Punkte zusammenschmelzen.

Der 2. Dezember 1967 – ein Tag, der in die Geschichtsbücher eingeht. Gegen den Tabellenzweiten FC Bayern, der dem Club neun Monate zuvor eine Heimniederlage zufügt und der ein halbes Jahr vorher den Europapokal der Pokalsieger gewinnt, liefert der 1. FC Nürnberg eines der größten Spiele seiner Geschichte. „Das war ein Meisterstück“, titelt der kicker nach dem 7:3-Sieg über den großen bayrischen Rivalen, zu dem allein Brungs fünf Tore beisteuert. Damit thronte Merkels Mannschaft  am Ende des Spiels auf Tabellenrang eins mit sieben Punkten Vorsprung auf die Verfolger Mönchengladbach, 1860, Duisburg und Bayern.