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Profis Teamcheck Freitag, 26.09.2014

1. FCK: Rückkehr oder Dauer-Abo?

Vor dem zweiten Flutlichtspiel der Saison im Grundig Stadion blickt fcn.de auf den kommenden Gegner aus der Pfalz.

Foto: Picture Alliance

Was Max Morlock für den Club, das sind Fritz und Ottmar Walter, Horst Eckel, Werner Liebrich und Werner Kohlmeyer für die Roten Teufel. Weltmeister 1954, Idole aus der Vergangenheit, aber irgendwie noch immer gegenwärtig. Der 1. FCK ist ein Altmeister des deutschen Fußballs, aktuell aber nicht mehr Mitglied des elitären 18er Klubs, genannt Bundesliga.

Die Pfälzer gehörten der Beletage von der Gründung 1963 bis zum ersten Abstieg 1996 (Wer erinnert sich nicht an die bitteren Tränen von Andy Brehme?) durchgehend an, danach aber entwickelten sie sich mehr und mehr zum Fahrstuhlklub. 2012, nach dem letzten Abstieg, gelang es bislang nicht mehr, mit einer homogenen Mannschaft zurückzukehren. Dutzende Spieler kamen und gingen meist schnell wieder, auch auf der Trainerbank suchten die treuen Anhänger vergeblich Kontinuität. Der dauernde Wechsel gehörte zum Alltag.

Mit Hoffnungsträger Runjaic und jungen Talenten zurück in die Erfolgsspur

Nun aber gedeiht ein zartes Pflänzchen namens Hoffnung. Kosta Runjaic löste vor einem Jahr Franco Foda als Coach ab, führte sein Team zwar nicht mehr zum Aufstieg, aber immerhin bis ins Halbfinale des DFB-Pokals. Und in der noch jungen Spielzeit haben sich die Roten Teufel auf Anhieb zur Spitzengruppe gesellt. Dabei greifen die Verantwortlichen auf ein Mittel zurück, das den Lauterern immer gut zur Gesicht gestanden hat. Junge, talentierte Spieler, im Optimalfall aus der Region und selbst ausgebildet, die die typischen Pfälzer Tugenden verkörpern: Leidenschaft auf dem Rasen, Kampf, Identifikation mit dem Verein, gerne noch gepaart mit Spielwitz.

Die genannten 54er-Weltmeister standen dafür sinnbildlich, später Idole wie die Nationalspieler Klaus Toppmöller, Hans-Peter Briegel, Andreas Brehme und natürlich Stefan Kuntz. Aber auch gestandene Bundesligakräfte wie der aktuelle Leiter Fußballabteilung des 1. FCN, Wolfgang Wolf, Harry Koch oder Gerry Ehrmann, als Torwarttrainer noch immer Mitglied des aktuellen Kaders. Ihre Erben müssen sich einen ähnlichen Status erst noch erarbeiten, sie heißen Tobias Sippel (Tor), Willi Orban, Dominique Heintz oder Jean Zimmer, aber auch Kevin Stöger, Sohn des Kölner Trainers Peter Stöger. Nicht mehr die ganz großen Namen, aber die hatten in jüngerer Vergangenheit ja auch keinen sportlichen Erfolg mehr garantiert.

Mit der richtigen Mischung zurück in die Bundesliga

Natürlich macht es auch im Kader des FCK die nicht nur sprichwörtliche gute Mischung aus, um Erfolg zu haben. Srdjan Lakic zum Beispiel soll nicht nur Tore schießen, sondern mit all seiner Routine auch die jungen Spieler führen. Gleiches gilt für einen Markus Karl oder auch Chris Löwe, der als Ergänzungsspieler bei Borussia Dortmund immerhin schon zu Meisterehren kam.

Wohin der Weg letztlich führen wird, lässt sich noch nicht sagen. Rückkehr in die Bundesliga oder Dauer-Abo eine Etage tiefer? Für Momente wie das 3:2 gegen 1860 München zum Saisonauftakt aber sind die in den vergangenen Jahren wenig verwöhnten Fans jederzeit dankbar. 0:2 lag Kaiserslautern hinten, nach einer Roten Karten gegen Torwart Sippel mussten sie in Unterzahl spielen, und dennoch drehten sie das Spiel.

Das „Betze-Feeling“ lässt die Lauterer hoffen

Für einen Abend war das alte „Betze-Feeling“ ins Fritz-Walter-Stadion zurückgekehrt. Eine Mannschaft, die nicht aufgibt, die zusammensteht und kämpft, Happy End unter Flutlicht inklusive. Dramatik, der Sieg kurz vor Schluss, alles wie früher. Für dauerhaften Erfolg benötigen die Pfälzer aber neben soliden Finanzen und dem richtigen sportlichen Plan mehr als einen magischen Moment.

Dabei kalkulieren die Macher Rückschläge wie das jüngste 1:2 in Fürth ein, zumal zwar das Ergebnis nicht, dafür aber die Leistung stimmte. In einer Liga, in der sich bislang der große Aufstiegsfavorit noch nicht herauskristallisiert hat, dürfen sich auch die Lauterer berechtigte Hoffnungen machen.

Spieldaten

8. Spieltag, 2. Bundesliga 2014/2015
3 : 2
1. FC Nürnberg
25. Daniel Candeias 1:0
41. Alessandro Schöpf 2:0
51. Alessandro Schöpf 3:0
1. FC Kaiserslautern
62. Alexander Ring 3:1
71. Chris Löwe 3:2
Stadion
Grundig Stadion
Datum
29.09.2014 19:15 Uhr
Schiedsrichter
Thorsten Kinhöfer
Zuschauer
25130

Aufstellung

1. FC Nürnberg
Rakovsky - Celustka - Petrak - Stark - Bihr (64. Ramirez) - Koch - Mössmer - Candeias - Schöpf - Füllkrug (73. Mlapa) - Sylvestr (78. Hovland)
Reservebank
Sahin-Radlinger, Hovland, Pachonik, Pinola, Ramirez, Evseev, Mlapa
Trainer
unbekannt
1. FC Kaiserslautern
Sippel - Zimmer - Orban - Heintz - Löwe - Karl - Ring - Matmour - Demirbay (56. Hofmann) - Stöger - Lakic (78. Mugosa)
Reservebank
Müller, Heubach, Fomitschow, Schulze, Gaus, Hofmann, Mugosa
Trainer
Kosta Runjaic

Ereignisse

25. min Spielstand: 1:0
Daniel Candeias

41. min Spielstand: 2:0
Alessandro Schöpf

46. min Spielstand: 2:0
Karim Matmour kommt für André Fomitschow

51. min Spielstand: 3:0
Alessandro Schöpf

56. min Spielstand: 3:0
Philipp Hofmann kommt für Kerem Demirbay

59. min Spielstand: 3:0
Jürgen Mössmer

62. min Spielstand: 3:1
Alexander Ring

64. min Spielstand: 3:1
Cristian Ramirez kommt für Manuel Bihr

71. min Spielstand: 3:2
Chris Löwe

73. min Spielstand: 3:2
Peniel Kokou Mlapa kommt für Niclas Füllkrug

78. min Spielstand: 3:2
Even Hovland kommt für Jakub Sylvestr

78. min Spielstand: 3:2
Stefan Mugosa kommt für Srdjan Lakic

82. min Spielstand: 3:2
Alessandro Schöpf

88. min Spielstand: 3:2
Daniel Candeias