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Steffi Gräber vom Club-Medienpartner Radio Gong 97,1 mit einem Beitrag zu Alois und Dominik Reinhardt.

Die Reinhardts

Reinhardt sen. zu seiner aktiven Zeit im Club-Trikot

Nürnberg - 25 Jahre und einen knappen Monat ist es her - da verpasste Alois Reinhardt mit dem Club in einem denkwürdigen DFB-Pokal-Finale gegen den FC Bayern München die große Sensation. Am 1. Mai 1982 führte der 1.FCN im Frankfurter Waldstadion dank des unglaublichen 38-Meter-Hammers von Reinhold Hintermaier und durch das Tor von Werner Dreßel schon mit 2:0. Doch nach der Pause starteten die Bayern eine Aufholjagd und gewannen am Ende noch mit 4:2.

Erstmals seit diesem unvergesslichen Krimi hat der Club nun wieder die Hand am Pokal. Und wieder ist ein Reinhardt, nämlich Alois' Sohn Dominik, beteiligt. Eine Geschichte, die nur der Fußball schreibt. "Ich hoffe, die Jungs machen das besser als wir damals", drückt Alois Reinhardt seinem Filius und dessen Teamkollegen die Daumen.

Viele Ähnlichkeiten

Manndecker war der Papa, der von 1979 bis 1984 am Valznerweiher kickte, dann 1988 mit Leverkusen den UEFA-Pokal holte und nach vielen Verletzungen als vierfacher Nationalspieler 1994 seine Karriere bei den Bayern beendete. Rechtsverteidiger ist der Sohnemann. Der Pokalfinalist von '82 hat den Pokalfinalisten von '97 ausgebildet - insgesamt sechs Jahre lang. Erst beim TSV Höchstadt, dann beim 1.FCN - wo Alois Reinhardt als Trainer der A-Junioren und Amateure tätig war.

Längst ist Dominik in die Fußstapfen seines Vaters getreten. Und wenn man Reinhardt junior spielen sieht, fühlt man sich unweigerlich an Reinhardt senior erinnert. Der Gang, der Bewegungsablauf, die Spielweise - es gibt viele Ähnlichkeiten. Kurz bevor am Samstag (26.05.07) in der ganz besonderen Pokal-Geschichte der Familie Reinhardt ein weiteres, womöglich erfolgreiches Kapitel aufgeschlagen wird, bat fcn.de Alois Reinhardt zum Interview.


fcn.de: Hallo Herr Reinhardt, Sie haben selbst zu der Nürnberger Mannschaft gehört, die 1982 im Endspiel um den DFB-Pokal gestanden hat. Wie erleben Sie denn diese Tage in Nürnberg?

Alois Reinhardt: "Es ist alles sehr positiv im Verein. Was Hans Meyer und Martin Bader bewegt haben, ist wirklich unglaublich. Die Mannschaft schwimmt momentan auf einer Euphoriewelle, spielt sehr guten Fußball. Da passt einfach alles zusammen. Die Fans rennen dem 1. FC Nürnberg die Bude ein."

Ihr Sohn Dominik hat zwar gegen Eintracht Frankfurt verletzungsbedingt gefehlt, Ihnen aber mit der Geburt seiner Tochter Hannah einen Tag zuvor dennoch einen Volltreffer beschert. Trotz der Freude, jetzt "Opa" zu sein: wie sehr hat Sie das Halbfinale bewegt?

Reinhardt: "Die Geburt von Hannah war natürlich das eigentliche Highlight und das wichtigere Ereignis für mich persönlich. Aber klar, ich war trotzdem im Stadion. Das Spiel war absolut bewegend. Die Mannschaft hat ein sensationelles Spiel gemacht. Die Fans haben das Team optimal unterstützt. Die Atmosphäre im Stadion war einzigartig."

Dominik hat die Begegnung von der Ersatzbank aus verfolgt, sich mit den Teamkameraden gefreut. Wie sehen Sie seinen Stellenwert für den Club?

Reinhardt: "Hans Meyer hat ja selber betont, dass sich mit Dominik ein Stammspieler verletzt hat. Er hatte zuvor in der Saison bei keinem Spiel gefehlt, sein Vertrag wurde verlängert. Ich denke, das spricht alles für sich. Der Junge bringt seine Leistung, er hat sich einen gewissen Stellenwert in der Mannschaft erarbeitet."

Wenn jetzt Dominik zumindest als Bundesliga-Profi in Ihre Fußstapfen tritt - wie viel von dem, was Dominik Ihnen erzählt, kennen Sie aus dem Effeff?

Reinhardt: "Es hat sich im Profigeschäft ehrlich gesagt verdammt viel geändert. Das ist eine ganz andere Generation. Das lässt sich kaum noch mit der damaligen Zeit vergleichen. Alleine vom Spiel her, das heute viel schneller ist. Dominik muss seinen eigenen Weg gehen. Aber wir reden schon miteinander über die Spiele, sind auch manchmal unterschiedlicher Meinung. Aber generell haben wir ein super Verhältnis."

Mit Platz sechs die beste Bundesliga-Platzierung seit 19 Jahren, und nun wartet auch noch das Pokalfinale - wohin führt der Weg des 1.FCN?

Reinhardt: "Der Pokalsieg wäre natürlich für jeden Cluberer das Größte. Ich hoffe, die Jungs machen das besser als wir damals. Aber die Mannschaft harmoniert perfekt miteinander - auf und neben dem Platz, die Stimmung ist gut. Und deswegen spielen sie auch einen so guten Fußball. Diese Mannschaft schafft noch ganz viel."