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Benaglio: "Wir sind gewarnt"

Diego Benaglio - ausgesprochen ohne "g"

Nürnberg - Statistisch gesehen ist Diego Benaglio der beste Torwart der Bundesliga. Der 24-Jährige wehrte 85 Prozent (Stand: 28.03.) der Schüsse auf seinen Kasten ab - das ist Ligabestwert! Felix Magath, Trainer des VfL Wolfsburg, wird sich bestätigt fühlen, nachdem er den Schweizer als Nachfolger von Simon Jentzsch holte und dieser gleich einschlug wie ein Blitz. In der Rückrunde ließ Benaglio, dessen Torwart-Trainer in Wolfsburg der Ex-Cluberer Andreas Hilfiker ist, in jedem zweiten Spiel kein Gegentor zu. Grund genug für fcn.de, beim Schweizer EM-Keeper nachzuhaken.


fcn.de: Diego Benaglio, 3:2 gegen Hannover - Ihr erster Derbysieg in Niedersachsen. Auch für Sie ein besonderer Erfolg?

Diego Benaglio: Ein besonderer Erfolg deshalb, weil wir mit diesem Sieg unsere Position im oberen Tabellendrittel gefestigt haben. Natürlich haben Derbys auch immer einen besonderen Reiz, diese außergewöhnliche Atmosphäre war auch am vergangenen Samstag in der VOLKSWAGEN ARENA zu spüren.

Der VfL ist in bestechender Form, das war schon der siebte Sieg in der Rückrunde. Hat jetzt der neue Kader nach der durchwachsenen Hinrunde zueinander gefunden?

Benaglio: Ja, so sieht es aus. Die Mannschaft hatte eine sehr gute Vorbereitung in der Winterpause, ich bin ja leider erst etwas später dazu gestoßen. Das Team hat sich gefunden und harmoniert auf dem Feld sehr gut. Und auch verletzungsbedingte Ausfälle lassen sich gut kompensieren.

Sie haben gegen Hannover wieder eine starke Leistung geboten. In Deutschland kannten Insider Sie schon aus Ihrer Zeit in Stuttgart, wo Sie allerdings nur bei den Amateuren spielten. Schon dort haben Sie mit Felix Magath zusammengearbeitet, der Sie jetzt zum VfL holte. Was waren denn seine ersten Worte, als Sie beide sich in Wolfsburg wiedersahen?

Benaglio: Daran kann ich mich gar nicht mehr erinnern (lacht). Aber wir hatten keine Berührungsschwierigkeiten, da wir uns ja - wie gesagt - schon aus Stuttgarter Zeiten kannten. Es ist immer gut, wenn ein Trainer, mit dem man bereits zusammen gearbeitet hat, jemanden wieder zurückholt. Ich hatte gleich ein gutes Gefühl und eine gewisse Sicherheit.

Vom VfB wechselten Sie nach drei Jahren auf die Urlaubsinsel Madeira zu Maritimo Funchal. Welche Perspektive haben Sie damals gesehen? Sie mussten ja damit rechnen, dass man Ihre Karriere in der Heimat nicht mehr so genau verfolgt...

Benaglio: Für mich war der Zeitpunkt gekommen, ich wollte als Nummer eins in einem Verein spielen. Deshalb habe ich diesen Schritt getan, den ich auch nie bereut habe. Natürlich stand ich dort nicht so im Fokus, aber wer meine Entwicklung verfolgen wollte, hatte auch dort die Möglichkeit dazu. Wem es wichtig war, der konnte sich informieren.

Beschreiben Sie doch mal das Leben auf Madeira und die Liga in Portugal!

Benaglio: Es war natürlich ein sehr angenehmes und schönes Leben dort, das ganze Jahr über herrscht dort ein fantastisches Klima. Aufgrund der vielen Brasilianer ist der Fußball in Portugal sehr von der Technik geprägt. Im Gegenteil zur Bundesliga, hier dominiert die Physis.

In der Schweizer Nationalmannschaft sind Sie seit ihrem Wechsel nach Wolfsburg die neue Nummer 1. Wo haben Sie erfahren, dass Sie die Nachfolge von Pascal Zuberbühler antreten?

Benaglio: In London. Im Vorfeld unseres Freundschaftsspiels gegen England hat mir der Trainer seine Entscheidung mitgeteilt und sie dann anschließend auf einer Pressekonferenz öffentlich gemacht.

Jogi Löw hat die Schweiz als EM-Favoriten ausgemacht. Nach dem 0:4 gegen Deutschland zweifeln einige, ob die Schweiz überhaupt die Gruppe übersteht. Wird Ihre Nationalmannschaft überschätzt?

Benaglio: Das würde ich nicht sagen. Man sollte das Spiel gegen Deutschland auch nicht überbewerten. Es ist unser primäres Ziel, die Gruppenphase zu überstehen. Wir müssten aber nicht antreten, wenn wir nicht auch mehr wollten.

Wird das "g" in Benaglio eigentlich ausgesprochen?

Benaglio: Nein, mein Nachname spricht sich "Benalio" aus.

Zum Spiel am Freitag: Der VfL ist die beste Rückrunden-Mannschaft - welche Chancen räumen Sie dem Club ein?

Benaglio: Sie haben auf jeden Fall den Heimvorteil, das sollte man nicht unterschätzen. Von der Papierform her sind wir der Favorit, aber das zählt im Fußball leider nicht. Wir sind gewarnt, denn die Nürnberger haben am letzten Spieltag immerhin deutlich bei Eintracht Frankfurt gewonnen.

Und was für eine Partie erwarten Sie?

Benaglio: Das hängt von der Tagesform beider Mannschaften ab. Auf jeden Fall verspricht die Konstellation Spannung: Der Club braucht die Punkte dringend, und wir auch. Denn wir wollen weiter oben mitspielen.

Vielen Dank, Herr Benaglio!