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Huszti: "27 Punkte sind unser Ziel"

Szabolcs Huszti - Der Kleinste im gefährlichen Offensivtrio von 96

Nürnberg - Zusammen mit Routinier Michael Tarnat im Rücken und Mike Hanke in vorderster Front kurbelt er das Angriffsspiel an - Szabolcs Huszti, linker Mittelfeldspieler in Diensten des nächsten Club-Gegners, Hannover 96. Der ungarische Wirbelwind erzielte in seiner ersten Saison für die Roten vier Tore und bereitete sieben weitere Treffer vor. In dieser Spielzeit sieht es nach 20 Partien genau umgekehrt aus: sieben Tore und vier Assists füllen das Konto von Huszti, der nach einer zwischenzeitlichen Suspendierung auch wieder in der Nationalmannschaft spielt.

Einen Großteil der Treffer markierte Huszti, an dem selbst Real Madrid interessiert war, vom Elfmeterpunkt - gleich fünfmal zeigte er sich nervenstark und verwandelte. fcn.de bat den 24-Jährigen, der bei Ferencvaros Budapest groß geworden ist und aus Metz nach Hannover kam, zum Interview. Darin spricht Huszti über Hannovers Abwärtstrend, angebliche Selbstzufriedenheit im 96-Kader und seinen großen Traum.


Szabolcs Huszti, vor dem Bochum-Spiel haben Sie noch einmal Ihr persönliches Ziel verdeutlicht: das Erreichen des internationalen Geschäfts mit Hannover. Nach dem 1:2 gegen den VfL warnt jetzt Ihr Kollege Mike Hanke sogar davor, nicht noch in den Abstiegsstrudel zu geraten. Zwischen UEFA Cup und zweiter Liga - wohin führt denn nun der Weg von 96?

Szabolcs Huszti: Unser Ziel bleibt es, wie in der Vorrunde 27 Punkte auch in der Rückrunde zu holen. Wir können das auch schaffen, obwohl der Start bisher nicht so gut war. Wenn wir jetzt gegen Nürnberg gewinnen und einen Punkt gegen Leverkusen holen, haben wir noch gute Chancen, diese 27 Punkte zu erreichen. Wir sind nicht auf dem 18. Tabellenplatz und sollten einfach positiv bleiben.

Sie selbst standen 19-mal in der Startelf, wurden einmal eingewechselt. Ausgerechnet in Bochum verpassten Sie verletzungsbedingt ihr erstes Bundesliga-Spiel in dieser Saison. Als Zuschauer von außen: Was hat am vergangenen Freitag nicht gestimmt, was muss besser werden?

Huszti: Das ist schwer zu sagen. Schlecht war natürlich, dass wir verloren haben. Die ganze Mannschaft hat irgendwie nicht frisch gewirkt. Die ersten 15 Minuten haben wir ganz gut gespielt, danach haben wir die Ballsicherheit verloren. Insgesamt waren wir nicht effektiv genug und haben mit zu wenig Risiko gespielt.

Die Roten haben in den letzten fünf Spielen keinen "Dreier" mehr landen können. Wie erklären Sie sich die sinkende Formkurve nach der guten Hinrunde?

Huszti: In die Hinrunde sind wir auch nicht gut gestartet und haben aus den ersten drei Spielen nur drei Punkte geholt. Dann haben wir allerdings gegen Bochum gewonnen und unseren Rhythmus gefunden. Wir brauchen jetzt auch einen "Dreier", dann kann sich dieser Rhythmus wieder einfinden. Ganz wichtig ist, dass wir nicht negativ sondern positiv denken.

Mannschaftsintern soll sogar von Selbstzufriedenheit die Rede sein. Fehlt 96 der nachhaltige Erfolgswille?

Huszti: Der Rückrundenstart war nicht gut, natürlich sind wir nicht zufrieden. Ich finde aber, dass wir nach der Hinrunde nicht selbstzufrieden waren. Wir spielen ja nicht nur für die Fans, sondern auch für uns selber. Wir müssen und wollen uns selber zeigen, dass wir besser Fußball spielen können. Gegen Nürnberg müssen wir einfach drei Punkte holen!

Torwart Robert Enke beklagt die zu hohe Zahl an Gegentreffern. Könnten Ismael und Lala dieses Problem in den Griff bekommen? Wie steht es um die Genesung der beiden?

Huszti: Beide sind okay, sie trainieren wieder. Ob sie auch spielen? Das ist der Job des Trainers. Eines ist aber ganz klar: Die ganze Mannschaft bekommt die Tore - nicht nur Robert oder die Innenverteidiger, die jetzt in der Kritik stehen. Bei einem Gegentor macht die ganze Mannschaft Fehler. Von den Stürmern angefangen bis ganz nach hinten zu Robert.

Trainer Dieter Hecking hat eine Aussprache für diese Woche angekündigt. Hat diese schon stattgefunden?

Huszti: Wir haben eine Videoanalyse mit Fehleranalyse gemacht und über unsere Situation geredet. Da haben wir aber auch schon über das Spiel gegen Nürnberg gesprochen.

Beim Club läuft schon die gesamte Saison nicht rund, und in der Rückrunde wartet Ihr kommender Gegner ebenfalls auf seinen ersten Erfolg. Wie schätzen Sie die Nürnberger ein, und was für eine Partie erwarten Sie am Samstag in der AWD-Arena?

Huszti: Das wird eine schwere Partie, Nürnberg hat eine gute Mannschaft. Auch wenn sie jetzt nicht gut dastehen. Wir haben die letzten drei Bundesligaspiele gegen sie nicht gewonnen. Zweimal haben wir verloren, plus die Niederlage im Pokal, dann haben wir nur unentschieden gespielt, obwohl wir 2:0 geführt hatten. Wir haben eine kleine Negativserie gegen den Club. Das Spiel müssen wir jetzt einfach mal gegen sie gewinnen.

Ist diese Negativserie mehr Ansporn oder Belastung?

Huszti: Das habe ich eben ja schon angesprochen. Es ist ganz einfach: Wenn wir Samstag gegen Nürnberg gewinnen, dann stoppen wir beide negativen Serien auf einmal.

Szabolcs Huszti, inzwischen spielen Sie auch wieder für Ungarn in der Nationalmannschaft. Wann sieht man die Magyaren nach der WM 1986 in Mexiko endlich wieder einmal bei einem großen Turnier?

Huszti: Ich hoffe, dass ich einmal in meinem Leben eine EM oder WM spielen kann. Erstmal bin ich sehr glücklich, dass ich überhaupt wieder für mein Land spielen kann. Wir haben jetzt eine junge Mannschaft und genug Qualität, es schaffen zu können. Unsere Spieler spielen mittlerweile in Westeuropa in guten Vereinen. In England zum Beispiel - nicht unbedingt in der Premier League - aber in der 2. Liga oder in Holland. Vor allem aber spielen sie und sitzen nicht auf der Bank, dadurch haben wir eine bessere Chance als zuletzt. Für uns sind alle Gegner in der Qualifikation schwer - aber wir können es schaffen.

Vielen Dank, Herr Huszti!