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Ganz bitteres Aus im Europapokal

Im Luftkampf gegen Luisao: Club-Stürmer Jan Koller (re.)

Nürnberg - Der Club ist am Donnerstag (21.02.08) in der Zwischenrunde des UEFA-Pokals höchst unglücklich gegen Benfica Lissabon ausgeschieden. Durch zwei Joker-Gegentore in den Schlussminuten durch Oscar Cardozo (89.) und Angel Di Maria (90.) reichte es für den 1.FCN vor 42.890 Zuschauern im easyCredit-Stadion nur zu einem 2:2 (0:0). Für die in der zweiten Hälfte klasse aufspielenden Cluberer hatten Angelos Charisteas (58.) und Ivan Saenko (65.) zunächst eine 2:0-Führung herausgeschossen.

Obwohl der 1. FC Nürnberg seinen größten internationalen Erfolg seit knapp 45 Jahren nicht weiter steigern konnte und das Team von Thomas von Heesen bei dessen Heimpremiere im Rückspiel des Europapokal-Sechzehntelfinals die Segel streichen musste, lässt sich auf dieser Leistung für die kommenden Wochen aufbauen. Der 1.FCN hat in Europa eine Duftmarke gesetzt und sich wacker geschlagen. Benfica, das wie in der Saison 1961/62 gegen den Club in zwei Duellen die Oberhand behielt, trifft im Achtelfinale auf Getafe CF. Die Spanier setzten sich nach dem 1:1 im Hinspiel mit 3:0 gegen AEK Athen durch. Benfica, in deutschen Stadien immer noch sieglos, hat dann aber im Rückspiel Heimrecht.

Änderungen belebten Offensivspiel

Im Vergleich zum jüngsten Bundesligaspiel in Bremen (0:2) schickte Trainer Thomas von Heesen sein Team mit drei Änderungen in der Anfangself auf den Rasen: Kapitän Tomas Galasek war wieder dabei und vertrat Peer Kluge; Angelos Charisteas und Marco Engelhardt ersetzten Nicky Adler sowie Jan Kristiansen und komplettierten die Offensivabteilung um Jan Koller und Ivan Saenko. Die Gäste aus Portugal eröffneten das Rückspiel in Franken munter: Routinier Rui Costa prüfte in der ersten Minute per Flachschuss von der Strafraumgrenze Jaromir Blazek im kurzen Eck. Anders als im Hinspiel, als der Club-Schlussmann beim Gegentor unglücklich aussah, parierte er diesmal souverän. Nach nur fünf Minuten brannte es erstmals im Nürnberger Strafraum: Der Brasilianer Leo hatte Dominik Reinhardt getunnelt, Glauber nur unzureichend geklärt und Maxi Pereira dessen Querschläger über die Latte geschossen. Drei Minuten später musste Stürmer Jan Koller vor dem Kasten von Blazek aushelfen und vor der einschussbereiten Benfica-Spitze Ariza Makukula klären.

Erst nach einer halben Stunde kamen die Gastgeber zu echten Chancen: Koller hatte mit dem Kopf verlängert. Aber sein Sturmpartner Charisteas erreichte die Vorlage nicht ganz - Gästekeeper Quim klärte in höchster Not (30.). In der 35. Spielminute eine weitere gute Möglichkeit: Charisteas setzte sich gut gegen zwei Gegenspieler durch und feuerte mit links einen Schuss aufs Tor. Der leicht abgefälschte Ball wurde aber nur mit einem Eckball belohnt. Noch gefährlicher fiel die nächste Club-Chance aus: Nach 40 Minuten verlängerte Koller einen Steilpass über rechts auf Saenko. Dieser flankte genau richtig in die Mitte, wo Charisteas in die Lücke stieß und leicht bedrängt von einem zweiten Gegenspieler knapp übers Tor schoss. Auf der anderen Seite wurde Benfica in Person von Kostas Katsouranis gefährlich, der nach einer Unsicherheit von Pinola zum Abschluss kam. Sein Schuss von halbrechts verfehlte das Tor nur knapp (43.). Das letzte Wort vor der Pause hatte erneut Saenko: Der Russe nutzte im Rücken der Abwehr eine clevere Flanke von Engelhardt. Doch Saenkos Schuss wurde von den glücklichen Portugiesen abgeblockt.

Dominanz - aber Todesstoß

Auch nach der Halbzeitpause setzten die Nürnberger mehr Akzente. Engelhardt schickte Saenko links steil - dessen Flanke quer durch den Strafraum ging leider ins Leere (51.). Aber Koller & Co. ließen sich dadurch nicht entmutigen und erzwangen das Glück - und in der 58. Minute die erlösende Führung: Koller behauptete mit dem Kopf die Kugel. Joe Mnari nahm seine Vorlage auf und flankte halbhoch auf Charisteas. Diesmal ließ sich "Harry" die Chance nicht nehmen und schoss dem Benfica-Schlussmann durch die Beine ins Netz - 1:0 für den Club! Und damit noch lange nicht genug: Nach 64 Minuten zog Linksverteidiger Javier Pinola ansatzlos aus dem Halbfeld ab. Der tolle Fernschuss des kleinen Argentiniers landete am Innenpfosten und erntete ein Raunen auf den Rängen. Noch schöner wurde es in der 65. Minute: Saenko nutzte einen fatalen Fehler von Luis Filipe in der Viererkette. Der Nürnberger nahm den Ball dankbar auf, umkurvte leichtfüßig Gästekeeper Quim und schob ohne weitere Mühe zum 2:0 ein. Der Jubel im Stadion kannte keine Grenzen mehr - das Weiterkommen war zum Greifen nah.

Der eingewechselte Oscar Cardozo zerstörte kurz darauf beinahe schon die Träume der Cluberer. Der Paraguayer war allein auf Blazek zugestürmt, nachdem Wolf den schnellen Steilpass nicht mehr hatte abfangen konnte. Doch etwas überhastet schoss Cardozo am rechten Pfosten vorbei (73.). Mit der Führung im Rücken erlangte Nürnberg endlich wieder die Sicherheit, die sich Thomas von Heesen wünscht. Die Gastgeber spielten die Schlussviertelstunde eigentlich geschickt herunter und ließen nicht mehr viel anbrennen. Fast nichts: Aus einer unübersichtlichen Situation im Strafraum heraus konnte sich die Abwehr der Hausherren nicht befreien: Glauber schoss Koller an, den folgenden Querschläger nahm Cardozo auf, diesmal machte der Paraguayer es besser und schoss an Blazek vorbei ins rechte Eck. 2:1 - der Schock in der 89. Minute und  der Knockout für den Club. Der endgültige Todesstoß erfolgte durch den erfolgreichen Sololauf von Angel di Maria in der vierminütigen Nachspielzeit. Der Argentinier umkurvte im sicheren Gefühl des Weiterkommens Blazek und schob locker ins Tor ein. Der 2:2-Endstand stürzte die leidgeprüften Club-Fans endgültig ins Tal der Tränen.

Sonntag gegen Cottbus

Die Nürnberger Spieler müssen ihre Köpfe schnell wieder frei bekommen. Bereits am Sonntag (17.00 Uhr) steht die nächste Herausforderung auf dem Plan: Im Bundesliga-Heimspiel gegen Verfolger Energie Cottbus muss der 1.FCN drei Punkte verbuchen, um die Abstiegsränge endlich wieder zu verlassen. Die ansprechende Leistung gegen Benfica macht trotz des Ausscheidens viel Hoffnung und Mut für die kommenden Aufgaben.

Das Spiel im Stenogramm:

1. FC Nürnberg: Blazek - Reinhardt, Wolf, Glauber, Pinola - Mnari (87. Abardonado), Galasek, Engelhardt - Charisteas, Saenko - Koller

Benfica Lissabon: Quim - Luis Filipe, Luisao, Edcarlos (70. Sepsi), Leo - Petit, Katsouranis - Nuno Assis (81. Di Maria), Rui Costa - Maxi Pereira (70. Cardozo) - Makukula

Tore: 1:0 Charisteas (58.), 2:0 Saenko (65.), 2:1 Cardozo (89.), 2:2 Di Maria (90.)

Zuschauer: 42.890 (ausverkauft)

Schiedsrichter: Bebek (Kroatien)

Gelbe Karten: Pinola/Leo, Maxi Pereira, Luis Filipe, Makukula, Petit

Gelb-Rote Karten: -/-

Rote Karten: -/-

Alle Ergebnisse der UEFA-Cup-Zwischenrunde!